• Der Name Fichtelgebirge
  • Das Fichtelgebirge als Nabel Deutschlands
  • Ausflugsmöglichkeiten und Handwerk
  • Tradition und Brauchtum

Mächtige Felsen, dichte Wälder, verwunschene Seen, urige Fachwerkdörfer und traumhaft schöne Fotospots – das Fichtelgebirge im Herzen Deutschlands ist längst kein Geheimtipp mehr. Egal ob Tagesausflüge, Wochenendtrips oder Ferienreisen, die Natur und die Umgebung in Deutschlands Mittelgebirge bietet zahlreiche Möglichkeiten dem Alltag zu entfliehen.

Der Name Fichtelgebirge

Seit den 1920er Jahren entwickelte sich die bergige Region im Nordosten Bayerns zu einem überregionalen Wintersportgebiet, das zahlreiche Touristen von nah und fern anlockt, durch die zentrale Lage mittig in Deutschland und die gute Autobahn-Anbindung, wurde es ein beliebter Ferienort. Das "Hausgebirge der Westberliner" ist jedoch nicht nur im Winter vielfältig, es bietet zu allen Jahreszeiten Besonderheiten und attraktive Ausflugsziele.

Der Name Fichtelgebirge wurde erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt und meinte die Region um den Ochsenkopf, zwei Jahrhunderte vorher war das Fichtelgebirge noch unerschlossener Nordwald. Die Bezeichnung Fichtelgebirge stammt wohl eher nicht von den vielen Fichten und Nadelbäumen, sondern von der alten Bezeichnung "Vyth", von der sich später der Name "Vichtelberg" ableitete und aus dem dann "Fichtel" wurde. Manche Heimatforscher und Autoren verbinden den Namen auch mit der alten Bezeichnung für den heiligen Veit. 

Die Gebirgsfläche des Fichtelgebirges besteht zu 40 % aus Granitgestein und besitzt eine Fläche von 1600 km2, wobei der höchste Punkt der Schneeberg mit 1051 Metern ist. Im Norden wird die Region von der Stadt Hof begrenzt, im Osten reicht der Naturpark bis nach Cheb (Eger), im Süden ist das Gebiet um Weiden eine geografische Grenze und im Westen wird die Region durch Bayreuth eingegrenzt. Bedeutende Orte sind die Porzellanstadt Selb, Marktredwitz oder die Festspielstadt Wunsiedel. Neben einer guten Verkehrsanbindung ist das Fichtelgebirge weiter ein Eisenbahnknotenpunkt und besitzt mit dem kleinen Regionalflugplatz in Hof sogar einen eigenen Flugplatz, der zum Teil Flüge an deutsche Großflughäfen angeboten hatte.

Das Fichtelgebirge als Nabel Deutschlands

Der Naturpark kennt keine Landes- oder Dialektgrenzen, er reicht von Bayern bis in den Nordwesten Tschechiens. Das Fichtelgebirge bildet zusammen mit dem Thüringer Wald, dem Thüringer Schieferngebirge und dem Frankenwald die Hauptgruppe des deutschen Mittelgebirges. Das Hohe Fichtelgebirge stellt den Kern dar und ist ein wald- und bergreiches Gebiet, das sich hufeisenförmig durch die Landschaft zieht. Es handelt sich um einen zusammengesetzten Gebirgsstock, aus mehreren Gebirgszügen.

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Das Fichtelgebirge wird häufig als "Nabel Deutschlands" und auch "Quelle Europas" bezeichnet, denn es ist der Ursprung zahlreicher Flüsse und Bäche, wovon es jedoch nur vier verlassen, jeder aber in eine andere Himmelsrichtung: die Saalequelle, die Egerquelle (über die Elbe bis zur Nordsee), die Quelle der Fichtelnaab (wird zu Naab und Donau) und die Weißmainquelle (wird zu Main, Rhein bis zur Nordsee). Viele Teiche, Weiher und Seen durchziehen die Region und wurden zur Fischzucht und zur Wasserversorgung genutzt - bis heute versorgen die vielen Quellen die Einwohner mit qualitativ hochwertigem Wasser, sogar weiter entfernte Städte wie Hof, Bayreuth oder Eger profitieren von dem Trinkwasser aus dem Fichtelgebirge. Weiter gibt es zahlreiche Moore, Sümpfe und Hochmoore, die zum Teil unter Naturschutz stehen und früher wirtschaftlich zur Torf-Gewinnung genutzt wurden. Das Fichtelgebirge bietet ein umfangreiches Angebot an Erholungs- und Entspannungsmöglichkeiten mit den Luftkurorten Bad Alexanderbad, Bad Berneck, Bischofsgrün und Weißenstadt. In dem Gesundheits- und Wellnesshotel Siebenquell in Weißenstadt wird Wellnessurlaub mit Komfort kombiniert, eine persönliche Grundausstattung mit Badetasche, Badetuch, Bademantel und Slippern steht für die Hotelgäste auf den Zimmern bei der Ankunft bereit. Der idyllisch gelegene Weißenstädter See bietet sich für verschiedene Wassersportarten hervorragend an, neben Segelmöglichkeiten, können Boote ausgeliehen werden und seit Mitte der siebziger Jahre auch von Windsurfern genutzt werden.

Zahlreiche Aussichtstürme und Plattformen bieten einen traumhaften Blick über die weite Landschaft, viele Ruinen und Burgen zeugen noch von der Vergangenheit, auch wird an Tradition und Brauchtum in vielen Orten festgehalten. Es finden sich einige Bauwerke mit ehemals militärischer Nutzung, wie zum Beispiel stillgelegte Fernmeldetürme (auf dem Schneeberg oder dem großen Kornberg) oder zivil genutzte Fernmeldetürme (Ochsenkopf und Zelená hora = Grünberg). Aufgrund der erhöhten Lage und den geografischen Einflüssen ist das Fichtelgebirge seit jeher besonders schneereich und lockt so viele Wintersportler aus sämtlichen Sparten an. Skilifte, Loipen, Skischulen und Schlittenlifte bieten Abwechslung und Spannung, moderne Einkehrmöglichkeiten sind in den letzten Jahren ebenso entstanden wie ein immer breiter werdendes Angebot an sportlichen oder touristischen Angeboten. Rund um den Ochsenkopf werden Abenteuerwanderungen angeboten, viele familienfreundliche Fahrradwege und Fahrrad-Trails für Mountainbiker, sowie 45 Ladestationen für E-Bikes, ermöglichen ein unvergessliches Erlebnis in der Natur. 

Ausflugsmöglichkeiten und Handwerk

In den Sommermonaten bietet das Fichtelgebirge zahlreiche Ausflugsziele, die von dem ältesten Bergwerk Nordbayerns mit Erlebnisführung in Fichtelberg, über verschiedene Wandertouren und Fahrradrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Besuche in zahlreichen Museen mit interessanten Mitmachstationen und heimatkundlichem Schwerpunkt, Sommerrodelbahnen, oder Alpine Coaster Fahrten am Ochsenkopf, Thermen, Bädern und surfen reichen. Auch ein Ausflug zu dem Freizeitpark Monte Kaolino in Hirschau in der Oberpfalz ist zu empfehlen, wo man neben Klettererlebnissen, Segwaytouren auch im Sommer nicht auf das Snowboard oder die Ski verzichten muss, da hier auf einer Streckenlänge von 200 m auf einem 150 m hohen Quarzsandberg ab April auch Wintersportarten betrieben werden können.

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Der Bergbau spielte für viele Jahrhunderte eine wichtige Rolle für die Region, zuletzt versuchte Alexander von Humboldt diesen wiederzubeleben. Alexander von Humboldt wurde 1792 ins Fichtelgebirge entsandt, er blieb letztendlich bis 1795 und belebte kurzzeitig den Bergbau wieder. Alexander von Humboldt war Oberbürgermeister in den fränkischen Fürstentümern unter preußischer Herrschaft. Seit dem frühen Mittelalter wurde im Fichtelgebirge Erz abgebaut. Gold, Zinn, Eisen, Minerale, Erden und Steine wurden in zahlreichen regionalen Hammerwerken verarbeitet, was heute noch an den Ortsnamen und den Endungen "-hammer" deutlich wird, einige Städte verdanken sogar dem Bergbau überhaupt erst ihre Entstehung, wie Wunsiedel, Weißenstadt, Arzberg, Fichtelberg-Neubau oder Goldkronach. Die Wälder des umgebenden Fichtelgebirges lieferten das Holz für die Öfen und die daraus hergestellte Holzkohle. Heute besitzt der Bergbau jedoch nur noch historisches und touristisches Interesse.

Auch sind noch einige Glasbläser in der Region aktiv, international bekannt wurde das Fichtelgebirge jedoch durch die führende Position im Bereich der Porzellanindustrie, die jahrzehntelang Arbeit für die Menschen bot. Ein Zentrum der Porzellanindustrie war unter anderem in Selb, wo es ortsansässige Firmen wie Rosenthal, Hutschenreuther oder Villeroy und Boch zu einem deutschlandweiten Markenführer brachten. Das Porzellanikon, heute das größte Spezialmuseum für Porzellan in Europa, erzählt von dieser Geschichte und vermittelt Wissenswertes rund ums Thema Porzellan. Heute finden sich zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen der Kunststoffproduktion, des Maschinenbaus, der Textilverarbeitung oder dem Steinbearbeitungsgewerbe im Fichtelgebirge. Infostellen des Naturparks mit historischen und naturkundlichen Themen finden sich an zahlreichen Orten des Fichtelgebirges.

Tradition und Brauchtum

Quer durch das Fichtelgebirge verläuft von Nordosten nach Südwesten die Dialektgrenze zwischen dem Fränkischen und dem bairischen Dialekt, der jedoch zahlreiche, regionale Eigenheiten hervorgebracht hat. Der Naturpark Fichtelgebirge besitzt außerdem eine Reihe Traditionen, die sich sonst in wenigen anderen Regionen Deutschlands finden lassen. Hier ist unter anderem eine besondere Osterdekoration zu nennen, die noch von den Hugenotten aus dem 16. Jahrhundert herrühren soll und auf das Emblem der bourbonischen Könige verweist. In Form einer Lilie finden sich diese Bekrönungen an zahlreichen Osterbrunnen des Fichtelgebirges.

Das größte Heimatfest der Region ist das Wunsiedler Brunnenfest am Samstag und Sonntag vor Johanni (24. Juni). Das Entstehungsjahr der Festtradition ist nicht bekannt, eine Sage soll den Ursprung erklären. In einem heißen Sommer waren einst die Röhrenbrunnen der Stadt versiegt und Menschen und Tiere litten enormen Durst. Als plötzlich das Wasser eines Tages wiederkam, schmückten die Einwohner aus Dankbarkeit die Brunnen der Stadt, ohne zu wissen, dass sie einen heidnischen Brauch unbewusst wiederbelebt hatten. Bis ins frühe Mittelalter waren die heidnischen Bräuche verbreitet, ein Brauch war unter anderem, die Quellen zu schmücken. Man dachte früher nämlich, dass man Quellgeister und Gewässernymphen gewogen stimmen konnte, wenn man die Quelle oder den Brunnen mit frischen Blumen in einer besonderen Weise verzierte und sie den Geistern darbrachte. In Wunsiedel dagegen begannen in der Neuzeit die Bürgersleute die Brunnen aus Dankbarkeit zu schmücken, sie banden Blumenkränze und Bänder am Vorabend vor Johanni (23. Juni) an die Wasserspender. Obwohl die Stadtverwaltung gegen diese Bräuche war, konnte sie nichts dagegen unternehmen und es entwickelten sich mit der Zeit gesellige Umzüge, welche von Brunnen zu Brunnen zogen. Als 1899 neue Hochdruckleitungen die alten Brunnen überflüssig machten, veranlassten die Bürger, dass die alten Röhrkästen erhalten blieben, welche jedes Jahr aufs Neue geschmückt werden. Bis heute werden die Brunnen gemeinschaftlich geschmückt.

Daneben gibt es die bekannten Luisenburg Festspiele auf der Freilichtbühne bei Wunsiedel, die bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen. Das Felsenlabyrinth neben dem Theater ist ein beliebtes Ausflugsziel für viele Besucher und ist von April bis Mitte November täglich von Montag bis Sonntag von 8.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Ebenfalls ist das Besenbrennen ein beliebtes Event, jedes Jahr am 30. April findet dieser besondere "Tanz in den Mai" statt, auch bekannt als Hexennacht, Walpurgisnacht oder Beltanefest der Kelten. Es wird ein großes Lagerfeuer entzündet, welches die bösen Geister vertreiben soll, in geselliger Runde wird zusammen gefeiert. Eine Besonderheit der Region sind auch die zahlreichen Wiesenfeste, die in mehreren Städten Besucher von nah und fern erfreuen, es finden regelmäßig Umzüge statt, die zusammen von Schulen und Vereinen organisiert werden, es werden Volkstänze und Spiele aufgeführt, dazu gibt es zahlreiche Fahrgeschäfte und Buden.

Fazit

Das Fichtelgebirge hat einiges zu bieten, neben einer weiten und naturnahen Landschaft gibt es zahlreiche Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, unzählige Übernachtungsmöglichkeiten laden zum Verweilen ein.

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