Tessin bei Boizenburg
Tierflucht

Zebra "Pumba" erschossen: Besitzer spricht von "Mord" - Feuerwehr verteidigt sich

Zwei Zirkus-Zebras büxten aus einem Zirkus in Tessin aus. Eines der Tiere verursachte einen Autounfall und wurde später erschossen. Das andere Tier ließ sich schnell wieder einfangen. Der Besitzer der Zebras spricht von "Mord".

Ein Zirkus-Zebra hat auf der Autobahn 20 in Mecklenburg-Vorpommern einen Unfall verursacht. "Das Tier war als "Geisterzebra" auf der falschen Autobahnseite der A20 bei Tessin nahe Rostock unterwegs", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Um einen Zusammenstoß mit dem Tier am Morgen zu vermeiden, bremste ein Autofahrer, ein anderer Wagen fuhr auf. Das Zebra flüchtete. Verletzt wurde niemand.

Ausgerissenes Zirkus-Zebra: Nach Flucht erschossen

Die Polizei sperrte sicherheitshalber beide Autobahnrichtungen für eine halbe Stunde. Danach hatte das Zebra die A20 wieder verlassen. Es entwischte in ein größeres Wald- und Feldgebiet bei Tessin gesucht. Polizei und Zirkusmitarbeitern suchten es. In der Nähe des kleinen Ortes Liepen nördlich der Autobahn 20 fand die Polizei das Tier. Es wurde erschossen.

 

Das Zebra war mit einem Artgenossen in der Nacht aus dem Zirkus in Tessin ausgebüxt. Eine Anwohnerin hatte sich über die Zebras gewundert und die Polizei alarmiert. Eines der beiden Tiere konnte problemlos wieder eingefangen und zum Zirkus zurückgebracht werden. Der zweite Ausreißer ließ sich nicht fangen und verursachte danach den Unfall.

Zebra-Besitzer verzweifelt: "Das war Mord!"

Der Schock über das erschossene Zirkustier sitzt tief. "Ich war ständig in Kontakt mit der Polizei. Die haben alles richtig gemacht. Die haben mir gesagt, dass das Tier betäubt werden soll, gingen ja selbst davon aus. Aber wieso der Mann von der Feuerwehr das Tier erschießen musste, verstehe ich nicht. Das war Mord! Mein Herz ist gebrochen", entgegnete Zebra-Besitzer und Zirkus-Dompteur Angelo Madel gegenüber der Bild.

Zebra erschossen: Feuerwehr verteidigt sich

Doch die Erschießung von Zebra Pumba sei nicht unbegründet gewesen. Die Bild zitierte den Sprecher der Berufsfeuerwehr Rostock: "Die entsprechenden Kollegen der Tierrettung besitzen einen Jagdschein und waren deshalb bereits des Öfteren zu Einsätzen im Rahmen der Amtshilfe von der Polizei hinzugezogen worden. Sie hatten keine andere Wahl und entschieden sich deshalb zum Gebrauch der scharfen Munition."

Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa