Ein Spaziergänger findet in Dormagen die Leiche des 14-jährigen Yosef. Er starb an Stich- und Schnittverletzungen. Nun mahnt die Polizei - denn im Netz kursieren wilde Spekulationen.
Nach dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Yosef in Dormagen (Nordrhein-Westfalen) steht ein Kind unter Tatverdacht. Das gab die Polizei am Freitag (6. Februar 2026) bekannt. Aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes würden Staatsanwaltschaft und Polizei zunächst keine weiteren Details nennen, hieß es.
Nach dpa-Informationen handelt es sich um einen 12 Jahre alten Jungen mit deutscher Nationalität.
Update vom 09.02.2026, 18.30 Uhr: Hatte der 12-Jährige einen Komplizen?
Im Fall des tödlichen Verbrechens am 14-jährigen Yosef in Dormagen gibt es keinerlei Anzeichen für Komplizen des 12 Jahre alten Tatverdächtigen. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Sie warnen vor Verleumdungen. Insbesondere in den sozialen Netzwerken würden aktuell Diskussionen über mögliche Komplizen geführt und Personen namentlich beschuldigt, hieß es von den Ermittlungsbehörden.
Diese Spekulationen seien unbegründet. Falsche Anschuldigungen und Verleumdungen seien Straftaten, betonte die Polizei. Strafrechtlich relevante Inhalte in den sozialen Netzwerken werden demnach konsequent verfolgt und können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Am Freitag hatte die Polizei bekanntgegeben, dass das Verbrechen aufgeklärt werden konnte und ein Kind den 14-Jährigen getötet haben soll. Der 12-jährige strafunmündige deutsche Junge befinde sich in der Obhut des Jugendamtes. Die Leiche des 14-Jährigen war Ende Januar an einem See in Dormagen von einem Spaziergänger entdeckt worden. Die Obduktion hatte ergeben, dass der Junge an Stich- und Schnittverletzungen starb.
Update vom 09.02.2026, 11.21 Uhr: Hunderte Gäste bei Trauerfeier für getöteten Yosef
Menschen jammern, schluchzen, weinen. Etwa 800 Trauergäste haben sich auf dem Fußballfeld des FC Delhoven in Dormagen versammelt, um von Yosef (14) Abschied zu nehmen. Trotz sechs Grad Kälte und Regen. Ein ungewöhnlicher Ort, aber: Hier war Yosef Torwart und ebenso beliebt wie an seiner Schule und im Hundesportverein. Viele Trauernde tragen ein Foto des lachenden Yosef.
Dass er sich hier wohlgefühlt hat, darauf wies sein Profilbild bei WhatsApp hin: Es zeigt diesen Sportplatz in Dormagen, einer Stadt mit 65.000 Einwohnern zwischen Köln und Düsseldorf. Ende Januar wurde Yosef in Dormagen getötet. Ein Spaziergänger hatte seine mit Stichen und Schnitten übersäte Leiche an einem See entdeckt.
Danach hatten bereits 2000 Menschen an einem Trauerzug für ihn teilgenommen. Wenige Stunden vor der Trauerfeier gibt die Polizei bekannt, dass die Tat aufgeklärt ist: Ein zwölfjähriger Junge steht im dringenden Verdacht, Yosef getötet zu haben. Das Jugendamt hat das strafunmündige Kind in Obhut genommen.
Geistliche beten für Yosef
Die Zeremonie beginnt mit dem Stück: "I'm not what happened to me" (Ich bin nicht, was mir passiert ist). Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) spricht die Hinterbliebenen an: "Ihr seid nicht allein. Wenn Unrecht geschieht, muss die Gesellschaft zusammenhalten, um zu zeigen: So nicht!"
"Euren Schmerz können wir nicht in Worte fassen. Unsere heile Welt hat heute einen Riss bekommen", sagt der Bürgermeister. "Für unsere Gemeinschaft in unserer Stadt wird es nicht mehr dasselbe sein, wie vor dieser Zeit. Diese Tat wird eine Wunde hinterlassen, die vermutlich nie ganz geschlossen wird."
Geistliche mehrerer Kirchen halten einen Gottesdienst: "Wir beten für Yosef, der viel zu früh und unerwartet aus dem Leben gerissen wurde. Wir beten für alle Jugendlichen, die Yosef kannten, die Angst haben und sich leer fühlen." Dann ertönt ein Lied, das Yosef gerne gehört habe. Rihanna singt: "Shine bright like a diamond" (Strahle wie ein Diamant).
Jugendwartin erzählt von Yosefs Traum
Als die Schülersprecherin Luisa aus der neunten Klasse das Wort ergreift, rührt sie noch mehr Menschen zu Tränen. "Yosef war ein toller Mensch, den man nicht so leicht vergisst. Er hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Sein Lächeln hat über den ganzen Schulhof gestrahlt." Zeitweise versagt ihre Stimme. Als Klassensprecher hatte er sich noch vor wenigen Tagen bei ihr Rat geholt.
Eine Nachbarin erinnert sich daran, wie Yosef vor acht Jahren "mit seiner Mama und seiner kleinen Schwester aus Eritrea nach Deutschland kam". "Sie kamen mit dem Wunsch nach Sicherheit und Frieden", sagt die Frau.
Die Jugendwartin des Hundevereins, in dem er Mitglied war, sagt: "Du warst ein Mensch mit einer unglaublich positiven Lebenseinstellung. Dein wunderbares Lächeln war ansteckend und warm." Sein größter Traum sei gewesen, an den deutschen Jugendmeisterschaften im Hundesport teilzunehmen. Er habe studieren und Arzt werden wollen.
Symbolisches Tor geschossen
Seine Mannschaftskameraden vom Fußballverein FC Delhoven, wo Yosef Torwart war, schießen symbolisch ein Tor für ihn. "Mit ihm gab es nie Streit, er war immer nett und auch nach Niederlagen nie frustriert", sagen sie. Nach der Trauerfeier begab sich Yosefs Mutter zur Beisetzung ihres Sohnes auf den nahegelegenen Friedhof. Sie wird vom Bürgermeister gestützt.
Update vom 06.02.2026, 14.41 Uhr: Tötung geschah laut Sicherheitskreisen nicht im Affekt
Die Tötung des 14-jährigen Yosef in Dormagen soll nicht im Affekt geschehen, sondern eine von einem anderen Kind geplante Tat gewesen sein. Das erfuhr die dpa aus Sicherheitskreisen. Tatverdächtig ist ein 12-Jähriger. Demnach habe es Streitigkeiten zwischen den Kindern gegeben. Der 12-Jährige soll sich schikaniert gefühlt haben.
Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Tat rassistisch motiviert sei, hieß es. Der getötete 14-Jährige stammt aus Eritrea. Der tatverdächtige Junge befinde sich in der Obhut des Jugendamtes, sagte eine Sprecherin der Polizei. Dort seien weitere Maßnahmen getroffen worden. Weitere Angaben machte sie zunächst nicht.
Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) sagte, der Tatverdächtige sei zuvor offenbar nicht polizeilich auffällig geworden. Der Kommunalpolitiker geht nach eigenen Worten davon aus, dass der gewaltsame Tod des Jugendlichen die Stadt noch lange beschäftigen werde.
Fall Yosef: Polizei Dormagen ermittelt nach Tötungsdelikt gegen 12-jähriges Kind
"Wir müssen davon ausgehen, dass unsere Stadt durch dieses Ereignis, durch diesen schlimmen Tod von Yosef, nachhaltig traumatisiert sein wird", sagte Lierenfeld bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag an einem Sportplatz der Stadt. "Dass ein Minderjähriger mutmaßlich diese Tat begangen hat, ist etwas, das uns umso betroffener macht und was uns auch das Blut in den Adern gefrieren lässt".
Die Ermittler hatten erst am Vormittag bekanntgegeben, dass ein Kind tatverdächtig ist. Laut Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss wurde im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in Dormagen, das einen 14-jährigen Jugendlichen betrifft, am Donnerstag, 5. Februar 2026, ein Tatverdächtiger ermittelt. Wie die Polizei am Freitag, 6. Februar 2026, um 10.32 Uhr mitteilte, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um ein Kind.
"Aus diesem Grund sowie aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes geben die Staatsanwaltschaft und die Polizei keine weiteren Auskünfte zu der Person oder zu den konkreten Umständen der Tat", erklärt die Behörde in der Meldung weiter.
Hilfskonto eingerichtet
Für Freitagnachmittag hat die Stadt im Rheinland zu einer öffentlichen Trauerfeier eingeladen. Diese sei nicht nur ein Abschied, sondern auch ein Startpunkt für die Zeit der Verarbeitung, sagte der Bürgermeister weiter. Die anschließende Beerdigung soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.
Die Leiche des 14-Jährigen war Ende Januar an einem See in Dormagen von einem Spaziergänger gefunden worden. Die Obduktion hatte nach Angaben der Behörden ergeben, dass der Junge an Stich- und Schnittverletzungen starb. Bereits seit mehreren Tagen ermittelt die Mordkommission "Waldsee". In Zusammenarbeit mit Schule und Vereinen hat die Stadt ein Hilfskonto eingerichtet, um die Familie des Opfers finanziell zu unterstützen. Zwei Kondolenzbücher für Bürgerinnen und Bürger wurden ausgelegt - eines im Eingangsbereich des neuen Rathauses, das andere im Geschäftszimmer des Fußballvereins FC Delhoven.
Dormagen liegt im Rhein-Kreis Neuss zwischen Düsseldorf und Köln und zählt etwa 65000 Einwohner. Die Stadt ist vor allem für ihre chemische Industrie und die Nähe zum Rhein bekannt.
Die Mordkommission "Waldsee" untersucht bereits seit mehreren Tagen den Tod des Jugendlichen. Die Obduktion des Jungen hatte laut Angaben der Behörden ergeben, dass er an Stich- und Schnittverletzungen starb.
Die Leiche des 14-Jährigen aus Eritrea wurde Ende Januar von einem Spaziergänger an einem See in Dormagen entdeckt. Am Wochenende hatten nach Polizeiangaben etwa 2000 Menschen an einem Trauermarsch für den getöteten Jugendlichen teilgenommen. Für Freitag wurde in Dormagen eine öffentliche Trauerfeier angekündigt. Die Beisetzung soll anschließend im Familienkreis erfolgen.
Die Stadt Dormagen zeigte sich zutiefst erschüttert. Der 14-Jährige habe seit dem Jahr 2018 in einer städtischen Unterkunft in Dormagen gelebt. Er habe eine städtische Schule besucht und sei vollständig in die Stadtgemeinschaft integriert gewesen.
Keine Hinweise auf rassistische Tat
Auch der Fußballverein des Jugendlichen äußerte seine Trauer: "Yosef war ein äußerst beliebter Junge, der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht", hieß es auf der Homepage.
Der 14-Jährige war zuletzt am Mittag des 28. Januars lebend gesehen worden. Gegen 17 Uhr entdeckte ein Spaziergänger seine Leiche. Nach übereinstimmenden Medienberichten von Reportern, die mit der Mutter des Jungen sprachen, habe dieser ihr gesagt, er wolle nur kurz zu seinem Schützenverein gehen.
Ermittler suchten bis in die Nacht hinein und am folgenden Tag akribisch nach Spuren am Fundort und sicherten diese. Für eine rassistische oder rechtsextreme Tat gibt es bislang keine Hinweise, sagte Staatsanwältin Janne Jakobek. ami/sl/dpa
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