Seit Jahren versucht der Bund den Wohnungsbau anzukurbeln - doch bisher tut sich nicht genug. Jetzt verspricht die KfW schnellere Kredite für Hausbauer und Sanierer.
Ein Programm für Familien, eins für die Sanierung alter Häuser, für Klimaschutz, für Genossenschaften, alle mit unterschiedlichen Förderbedingungen: Wer für sein Eigenheim Hilfe vom Staat möchte, muss sich bisher durch eine Vielzahl an Programmen wühlen. Das soll jetzt deutlich einfacher werden. Die Förderung von Wohngebäuden soll noch in diesem Jahr auf zwei Programme verschlankt werden, eins für Neubau und eins für Bestand beziehungsweise Modernisierung.
Hat die Wohnungsbau-Krise ein Ende?
Besserer Überblick, weniger Bürokratie, verlässliche Finanzierung: Das soll mehr Menschen dazu bewegen, ihren Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung wahrzumachen - und vor allem längst geplante Projekte auch wirklich umzusetzen.
Denn der Wohnungsbau steckte jahrelang in einer Krise. 400.000 neue Wohnungen pro Jahr hatte die Ampel-Regierung unter Kanzler Olaf Scholz versprochen. Doch hohe Zinsen und Baukosten sowie zähe Genehmigungen führten dazu, dass das Ziel immer wieder spektakulär verfehlt wurde. 251.900 Wohnungen wurden 2024 fertiggestellt, so wenig wie seit 2015 nicht.
«Tauwetter» statt «Eiszeit»?
Die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz hat sich bewusst kein ambitioniertes Neubau-Ziel festgeschrieben - wohl auch in der Erwartung, dass man solche Vorgaben schnell reißt. Doch sie sieht jetzt vorsichtige Zeichen der Erholung - und auf diesen Zug will man aufspringen.
«Branchenumfragen zeigen, dass die Eiszeit nun vorbei ist und Tauwetter eingesetzt hat», sagt Bau-Staatssekretär Sören Bartol. Er vertritt gerade Bauministerin Verena Hubertz, die ein Kind bekommen hat. Seit mehreren Monaten stiegen die Baugenehmigungszahlen, die Stimmung der Bauwirtschaft sei wieder optimistischer und die Investitionen gingen hoch. Es gehe jetzt darum, zur richtigen Zeit einen Förderanreiz zu setzen.
Besonders beliebt: klimafreundlicher Neubau
Im vergangenen Jahr hat der Bund über seine Förderbank KfW mehr als 64.500 Wohnungen gefördert. Kern der Programme sind zinsverbilligte Kredite. Die Bedingungen wurden in den letzten Monaten mehrfach nachgebessert, wohl auch, weil die Programme noch nicht so gut ankamen wie gewünscht.
Die meisten Wohnungen wurden im Programm «Klimafreundlicher Neubau» gefördert. Investoren, Genossenschaften, Unternehmen und Privatpersonen bekommen hier günstige Kredite für den Bau von Gebäuden, die bestimmte Vorgaben für Klimaschutz und Energieeffizienz erfüllen. Die Zinskonditionen waren im September nachgebessert worden. Insgesamt wurden in diesem Programm laut Bauministerium 36.747 Wohnungen mit Zusagen von rund 4,5 Milliarden Euro gefördert.