Verdi kündigt neue bundesweite Warnstreiks im Handel an

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Verdi bestreikt den Einzelhandel erneut.
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Warnstreiks im Handel
Bereits Mitte Mai beteiligten sich Tausende an den Warnstreiks im Handel, unter anderem in Dortmund.
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Schon wieder Warnstreiks: In den laufenden Tarifverhandlungen erhöht die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber im Handel - mit Kundgebungen in mehreren Städten.

Die Gewerkschaft Verdi ruft in den laufenden Tarifverhandlungen im Handel erneut zu bundesweiten Warnstreiks auf. Betroffen seien am Donnerstag und am Freitag Betriebe und Unternehmen im Einzel- sowie im Groß- und Außenhandel in allen Bundesländern, wie die Gewerkschaft mitteilte. In mehreren Städten sind große Streikkundgebungen geplant - am Donnerstag in Kiel sowie am Freitag in Erfurt, Berlin, Bochum und Saarbrücken. 

In einigen Bundesländern hatte die Arbeitgeberseite zuletzt Tarifangebote vorgelegt, die Verdi jedoch zurückwies. Die Offerten seien «schlicht unverschämt», sagte Vorständin Silke Zimmer. Die Handelskonzerne stünden wirtschaftlich hervorragend da, dennoch sollten die Beschäftigten mit Lohnverlusten abgespeist werden. «Das ist eine bodenlose Frechheit», so Zimmer. Mit den Streiks will die Gewerkschaft die Arbeitgeber dazu bringen, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. 

Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet keine spürbaren Auswirkungen für Kunden durch die Streikaktionen. Die Unternehmen seien gut vorbereitet, die internen Abläufe eingespielt, sagte Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. Er appellierte an die Gewerkschaft, den Fokus darauf zu legen, am Verhandlungstisch Fortschritte zu erzielen, «statt auf Streikaufrufe und öffentliche Eskalation zu setzen».

In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben die Geschäfte am Donnerstag wegen Fronleichnam ohnehin geschlossen.

Mitte Mai bereits mehr als 200 Betriebe bestreikt

Mitte Mai hatte Verdi in der laufenden Tarifrunde im Handel zu den ersten bundesweiten Warnstreiks aufgerufen und Kundgebungen in mehreren Städten veranstaltet. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich mehr als 5.000 Beschäftigte daran. Bestreikt wurden mehr als 200 Standorte, darunter Filialen von Edeka, Kaufland, Douglas, H&M und Ikea. 

Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben zuletzt in einzelnen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent - bei einer Laufzeit von zwei Jahren. 

HDE sieht «kaum Spielraum» 

Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel waren im April in den ersten Landesbezirken gestartet. Der HDE hatte im Vorfeld angekündigt, angesichts schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gebe es «dieses Mal kaum Spielraum» für Lohnerhöhungen. 

Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent für die Jahre 2023 bis 2025. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering.