Die CSU ist schon lange für sie. Jetzt herrscht auch Einigkeit in der CDU-Führung, dass Aigner Bundespräsidentin werden soll. Auch wenn der Kanzler sich öffentlich noch nicht dazu äußert.
Nach der CSU hat sich nun auch die größere Schwesterpartei CDU für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als neue Bundespräsidentin entschieden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus mehreren hochrangigen Quellen der Union will Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sie den CDU-Führungsgremien offiziell vorschlagen, die am Sonntag und Montag in Berlin tagen.
Die 61-Jährige hat auch die Unterstützung der SPD. «Wenn das Präsidium sich dann auch offiziell durchringt in der Union am Montag, dass man Ilse Aigner vorschlägt, dann kann ich nur für die SPD sagen, dann würden wir das begrüßen und unterstützen», sagte Parteichef Lars Klingbeil bei einem finanzpolitischen Jugenddialog in Berlin.
Erste Frau und erste CSU-Politikerin an der Staatsspitze
Damit gilt es als sehr wahrscheinlich, dass Aigner am 30. Januar in der Bundesversammlung zur ersten Bundespräsidentin gewählt wird, nachdem in den vergangenen acht Jahrzehnten zwölf Männer an der Staatsspitze der Bundesrepublik standen. Aigner wäre auch die erste CSU-Politikerin in diesem Amt. Sechs kamen aus der CDU, drei aus der SPD, zwei aus der FDP und mit Joachim Gauck war einer parteilos.
Union und SPD haben in der Bundesversammlung eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Merz auch noch versucht, die Grünen einzubinden. Er hatte sich dafür ausgesprochen, eine «Kandidatin der Mitte» in Abgrenzung zu den politischen Rändern zu finden. Damit meint er die AfD und die Linke.
Merz schweigt
Merz selbst äußerte sich zunächst nicht. Eine Parteisprecherin sagte: «Wir können das weder bestätigen noch dementieren und lediglich auf die Gremiensitzungen am Montag verweisen.»
Nach Informationen der dpa hatte Klingbeil bereits zu Beginn der Woche mit Merz (CDU) über die Personalie Aigner gesprochen und sich dabei bereits klar für sie ausgesprochen. Aigner habe «eine wahnsinnig integrative Kraft», die Deutschland gerade in diesen Zeiten brauche, sagte der SPD-Chef. «Die ist eine sehr volksnahe Politikerin, die redet mit den Menschen auf Augenhöhe, das ist total wichtig.»
Söder brachte Aigner schon im April ins Spiel
CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner schon im April ins Spiel gebracht. Merz hatte sich lange Zeit in der Kandidatendebatte gar nicht geäußert, sich dann am Montag aber auf eine Frau festgelegt. In den vergangenen beiden Tagen sprachen sich immer mehr CDU-Landeschefs offen für Aigner aus. Auch Fraktionschef Thorsten Frei äußerte sich positiv zu ihr.