Das Bundeskartellamt kommt in einer Auswertung zu annähernd gleichen Zahlen - die Unterschiede bewegen sich im Zehntel-Cent-Bereich. Der Präsident der Behörde, Andreas Mundt, betont: «Die Steuersenkung soll Verbraucherinnen, Verbraucher und die Wirtschaft in einer schwierigen Phase entlasten. Die Mineralölkonzerne sind allenfalls Treuhänder dieser Entlastung, sie ist nicht für sie bestimmt. Sie muss bei den Kunden ankommen.»
Kartellamtspräsident rät zum Preisvergleich per App
Eine explizite Aussage darüber, ob dies im Moment der Fall ist, traf Mundt nicht, rät Autofahrern aber: «Der App-Vergleich ist momentan wichtiger denn je, weil Preiskurven vieler Tankstellen beziehungsweise Marken stärker variieren als sonst.»
Seit Einführung der 12-Uhr-Regel springen die Preise um die Mittagszeit meist um mehr als 10 Cent nach oben, sinken dann aber am Nachmittag und noch einmal am Vormittag des nächsten Tages, bis der nächste Mittagssprung folgt.
Dieser Kurve folgend fiel Super E10 am Montagvormittag auch im bundesweiten Durchschnitt vorübergehend wieder unter 2 Euro. Das Bundeskartellamt meldete für 10.14 Uhr einen Wert von 1,99 Euro pro Liter. Laut ADAC ging es bis kurz vor dem Preissprung am Mittag sogar bis auf 1,981 Euro nach unten, dann aber schlagartig auf 2,099 Euro nach oben. Diesel kostete um 11.45 Uhr im Schnitt 2,063 Euro, nach dem Mittagssprung 2,193 Euro pro Liter.
Tankstellenverband bft: Rabatt wirkt zeitverzögert
Der Tankstellenverband bft erklärte, dass die Preise schwankten, sei «ein übliches Marktphänomen». Zudem wirke der Rabatt zeitverzögert, weil der Steuernachlass nur auf ab dem 1. Mai an die Tankstellen gelieferten Sprit gilt. «Eine sofortige und vollständige Weitergabe ist daher weder wirtschaftlich darstellbar noch regulatorisch vorgeschrieben», heißt es vom Verband.
Laut bft wurde am 1. Mai «außergewöhnlich viel getankt». Durch die hohe Nachfrage sei es «stellenweise zu kurzfristigen Engpässen und leeren Tanks» gekommen - allerdings meist nur für wenige Stunden.
April war teuerster Tankmonat
Unterdessen hat sich bestätigt, dass der April der teuerste Tankmonat aller Zeiten war. Nach Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur auf Basis von Daten des ADAC kostete ein Liter E10 im bundesweiten Monatsschnitt 2,11 Euro, ein Liter Diesel 2,27 Euro. Inflationsbereinigt wären dies allerdings keine Rekordwerte.