Selenskyj "vierteilen und enthaupten": Deutschlandradio strahlt Mordphantasie aus - nun reagiert der Sender

1 Min
Radiohörer will Selenskyj vierteilen
Ein Hörer des Deutschlandradios will den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vierteilen und enthaupten. Für die Ausstrahlung hagelt es Kritik.
Radiohörer will Selenskyj vierteilen
-/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa | Patrick Schrödter/unsplash

Ein Hörer wünschte sich in der Sendung "Kontrovers" im Deutschlandradio den Tod des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Der Sender entschuldigte sich - doch nun könnten Konsequenzen drohen.

Das Deutschlandradio hat die Ausstrahlung einer drastischen Hörer-Meinung zum Ukraine-Krieg bedauert. Man sei zu dem Schluss gelangt, dass diese Auswahl ein programmlicher Fehler war, teilte der öffentlich-rechtliche Sender am Mittwoch mit.

Im Programm Deutschlandfunk (DLF) hatte es wie gewöhnlich montags in der Anruf-Sendung "Kontrovers" Mitschnitte von Hörer-Statements gegeben. Dieses Mal hinterließ ein Hörer auf dem Anrufbeantworter, den Ukraine-Krieg könne man «ganz einfach» beenden, indem man den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dessen Getreue festnehme, vierteile und enthaupte.

"Programmlicher Fehler" - Hörer will Selenskyj vierteilen und enthaupten

Vom Deutschlandradio hieß es dazu weiter: "Die Äußerung war zur Abbildung eines vorhandenen Meinungsspektrums nicht geeignet, weil es ihr an sachlichem Gehalt mangelt." Sie sei ebenfalls nicht dazu geeignet, zum sachlichen Gedankenaustausch anzuregen oder beizutragen. "Dass diese Hörerstimme trotzdem ausgestrahlt wurde, bedauern wir sehr."

Die Bild berichtete am Mittwoch über die ausgestrahlte Äußerung und zitierte einen Juristen, der sowohl gegen den Hörer als auch gegen die Redaktion Strafanzeige stellen wolle, etwa wegen Volksverhetzung und Beihilfe zur öffentlichen Aufforderung zu Straftaten. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass bei seiner Behörde noch keine Strafanzeige zu der Angelegenheit bekannt sei.

Die Diskussionssendung mit dem Titel "Ukraine - Wie kann Russlands Angriffskrieg beendet werden?" ist zwar weiterhin in der Deutschlandradio-Audiothek verfügbar. Aber: "Das Audio der Sendung wurde am Vormittag des Folgetages um die entsprechende Passage gekürzt", erläuterte ein DLF-Sprecher. "Diese Bearbeitung wurde anschließend auf unserem Korrekturen-Portal vermerkt."