Der Tabakmarkt in Deutschland hat in den vergangenen Jahren enorme Wandlungen vollzogen. Klassische Zigaretten haben beachtliche Konkurrenz bekommen, denn immer mehr Menschen dampfen E-Liquids oder erhitzen ihren Tabak statt ihn zu verbrennen. Die Bundesregierung reagierte im März 2021 mit dem sogenannten "Tabakmodernisierungsgesetz" und machte all diese Produkte auf einen Schlag teurer. Das Motiv: ein stärkerer Gesundheits- sowie Jugendschutz.

Schon im vergangenen Jahr hat die Steuererhöhung in Raten begonnen und soll bis 2026 stufenweise weiterlaufen. Somit folgt in diesem Jahr die zweite Anpassung der Abgaben für den blauen Dunst. Eigentlich ist das ein überfälliger Schritt, immerhin sind Raucherinnen und Raucher zehn Jahre lang von einem Aufschlag auf die Tabaksteuer verschont geblieben. Im Schnitt sollen auf eine Schachtel mit 20 Zigaretten acht Cent draufkommen - 2023 sind es sogar zehn Cent. Wer also für seine Kippen bisher 7,60 Euro gezahlt hat, muss nun 7,70 Euro hinblättern.

Zigaretten werden teurer - bis 2026 erfolgt stufenweise Anpassung

Feinschnitt wird in diesem Jahr sogar noch ein bisschen teurer. Für eine 40-Gramm-Packung kommen im Schnitt 13 bis 16 Cent pro Jahr dazu. Auch die Preise für Pfeifentabak und Zigarillos werden dementsprechend angepasst.

Anders als klassische Raucher können Nutzer von E-Liquids 2023 erst einmal durchatmen. Denn für dieses Jahr ist erstmal keine Erhöhung der Tabaksteuer geplant. Das ist aber nur ein kleiner Trost, denn im vergangenen Jahr kam es schon richtig dick für Dampfer. Diese mussten für 10 Milliliter Liquid ab Juli 2022 ganze zwei Euro mehr zahlen. In der nächsten Runde 2024 kommen dann noch einmal 2,60 Euro pro zehn Milliliter dazu und im Jahr 2026 schließlich 3,20 Euro. Die Bundesregierung begründete dies damals damit, dass "mit der Änderung wird die Ungleichbehandlung von Zigaretten, nikotinhaltigen Substanzen für E-Zigaretten und Heat-not-Burn-Produkten beendet" wird.

 Das ist aber nicht der einzige Grund. Befürchtet wird nämlich, dass durch die oft süßen Geschmacksrichtungen der E-Liquids immer mehr Jugendliche auf Dampf statt Rauch setzen. Die Regierung sieht deshalb "wegen bestehenden Gefährdungspotenzials nikotinhaltiger Produkte und Substanzen auch aus Gründen des Gesundheits- und Jugendschutzes geboten". Ob die Anpassung der Preise Jugendliche tatsächlich vom Rauchen oder Dampfen abhält, das steht auf einem anderen Blatt - zuletzt zeigte eine Studie, dass entgegen vorheriger Trends nun wieder mehr junge Menschen zur Kippe greifen.

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