Jonathan Andic, Sohn des Mango-Gründers, bestreitet den Mordvorwurf an seinem Vater und zieht sich vorerst aus dem Mode-Unternehmen zurück. Wirtschaftlich ist der Konzern weiter auf der Erfolgsspur.
Der des Mordes an seinem Vater, dem Gründer des Modekonzerns Mango, verdächtige Jonathan Andic, lässt seine Arbeit im Unternehmen ruhen. «Ich treffe diese Entscheidung mit Bedauern, bin aber überzeugt, dass es das Beste für das Unternehmen und für mich ist. Ich gehe diesen Prozess gelassen und standhaft an und muss meine ganze Energie darauf konzentrieren, meine Unschuld zu beweisen», schrieb der 45-Jährige in einem offenen Brief, wie Mango auf Anfrage bestätigte. Mango-Geschäftsführer Toni Ruiz sicherte Andic seine Unterstützung zu.
Der 45-Jährige war am Dienstag vergangener Woche knapp eineinhalb Jahre nach dem Tod des Firmengründers Isak Andic von der Polizei in Barcelona festgenommen worden. Ein Richter ordnete Untersuchungshaft an, die gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million Euro ausgesetzt wurde. Zudem musste er seinen Reisepass abgeben und darf das Land nicht verlassen.
Jonathan Andic bezeichnete den Mordvorwurf in dem offenen Brief als «unfair und unbegründet». Er werde seine Unschuld beweisen. «Ich möchte von ganzem Herzen zum Ausdruck bringen, wie sehr ich meine Familie und insbesondere meinen Vater geliebt habe und weiterhin liebe», versicherte der Sohn.
Isak Andic war am 14. Dezember 2024 bei einem Familienausflug im Montserrat-Gebirge circa 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona in den Tod gestürzt. Er war damals 71 Jahre alt. Ein Unfall hieß es seinerzeit. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurden jedoch Zweifel laut, der Gründer-Sohn geriet in den Fokus der Ermittlungen, auch weil er Medienberichten zufolge widersprüchliche Angaben zum Geschehen machte.
Mango mit Milliarden-Umsatz 2025
Der Modeunternehmen Mango erzielte 2025 einen Milliardenerlös. Mit 2.900 Verkaufspunkten in mehr als 120 Ländern und über 18.000 Mitarbeitern schloss Mango das vergangene Geschäftsjahr mit einem Umsatzrekord von mehr als 3,7 Milliarden Euro ab. Das entsprach einem Wachstum von 13 Prozent im Vergleich zu 2024. Knapp 80 Prozent des Umsatzes wird nach Konzernangaben außerhalb Spaniens erzielt.