Immobilien verteuern sich, wenn auch nicht mehr so stark. In Metropolen wurden Eigentumswohnungen zuletzt sogar etwas günstiger. Hohe Baukosten und Zinsen werden für Käufer und Bauherren zur Bürde.
Wohneigentum in Deutschland verteuert sich, doch der Preisanstieg schwächt sich immer mehr ab. Häuser und Wohnungen kosteten im zweiten Quartal im Schnitt 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt auf vorläufiger Basis mitteilte.
Dies war der siebte Anstieg der Immobilienpreise in Folge, den Wert für das erste Quartal revidierten die Statistiker allerdings von 1,4 Prozent auf 1,2 Prozent nach unten. Im Vergleich zum ersten Quartal war Wohneigentum von April bis Juni um 0,3 Prozent teurer.
Grund für die zuletzt nur kleinen Preisanstiege sind hohe Baukosten und gestiegene Zinsen infolge des Iran-Kriegs, die Immobilienkredite verteuern - Entspannung ist laut Experten vorerst nicht in Sicht.
Preise in Metropolen sinken leicht
In den sieben größten deutschen Städten - Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf - gaben die Preise für Eigentumswohnungen von April bis Juni sogar leicht nach: Sowohl im Vergleich zum Vorjahresquartal (minus 0,4 Prozent) als auch zum Vorquartal (minus 0,5 Prozent).
Für Käufer ist das ein schwacher Trost, denn das Preisniveau in Ballungsräumen ist hoch. Bereinigt um den Anstieg der Verbraucherpreise haben sich Immobilien in Frankfurt und München aber nach dem langen Niedrigzins-Boom erheblich verbilligt, wie kürzlich Maximilian Kunkel erklärte, Chefanlagestratege der Schweizer Bank UBS in Deutschland: «Inflationsbereinigt liegen die Preise bis zu 25 Prozent unter den Höchstständen von 2021 und 2022.»
Große regionale Unterschiede
Auch in dicht besiedelten ländlichen Kreisen mussten Käufer von Eigentumswohnungen laut Statistischem Bundesamt im zweiten Quartal im Schnitt weniger zahlen: Die Preise sanken binnen Jahresfrist (minus 1,8 Prozent) und gemessen am ersten Quartal (minus 1,3 Prozent). In kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-7-Metropolen verteuerten sich Wohnungen dagegen um 2,0 Prozent zum Vorjahresquartal und um 0,5 Prozent zum Vorquartal.
In Deutschland fehlen geschätzt mehr als eine Million Wohnungen. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum knapp, das hält die Preise hoch und lässt die Mieten steigen. 2025 wurden hierzulande so wenige Wohnungen fertig wie seit 2012 nicht: 206.600 oder 18 Prozent weniger als im Vorjahr.