Neue Sparpläne drücken bei VW auf die Stimmung. Jetzt ziehen Konzernchef Blume und Finanzvorstand Antlitz Bilanz fürs erste Halbjahr. Was bedeutet das für Jobs und Standorte?
Für VW-Konzernchef Oliver Blume ist es der erste öffentliche Auftritt nach der Sitzung des Aufsichtsrats zu seinen neuen Sparplänen vor zwei Wochen: Zusammen mit Finanzvorstand Arno Antlitz präsentiert er die Bilanz fürs erste Halbjahr. In einer digitalen Analysten- und Pressekonferenz wollen sich die Manager danach den Fragen des Fachpublikums stellen.
Im Aufsichtsrat waren die Sparpläne von Blume und Antlitz auf den Widerstand des Landes Niedersachsen, das einen großen Anteil am Autobauer hält, und der Arbeitnehmerseite gestoßen. Blume hatte zuletzt von einer Größenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit gesprochen, die als «theoretische Ableitung» betroffen wären. Vier Werke stehen auf der Kippe: Emden, Hannover, Zwickau und jenes der Tochter Audi in Neckarsulm. Vor einer Schließung bevorzuge er aber «intelligente Lösungen», so Blume in einem internen Statement.
Sparpläne fallen im Aufsichtsrat durch
Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch.
Laut «Manager Magazin» sollen sie im September aber erneut eingebracht werden. Zuvor wollen die Top-Manager Ende August bei mehreren Betriebsversammlungen vor die Belegschaft treten.
Verkäufe gehen zurück
Das Tagesgeschäft dürfte Blume jetzt keinen Rückenwind liefern. Im zweiten Quartal fielen die Auslieferungen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Insbesondere im wichtigen Markt China steht der Konzern erheblich unter Druck: In der Volksrepublik sackten die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab.
Immerhin: Abseits Chinas sah es bei Volkswagen im Verkauf etwas besser aus, vor allem in Europa, auch in Nordamerika ging es im zweiten Quartal bergauf im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum. Bei den Elektroautos sieht es in Europa sowohl im Verkauf als auch bei den Bestellungen besser aus.
Blume: Verdienen zu wenig Geld
Allerdings, so beklagte Blume zuletzt, verdiene VW mit seinen Autos schlicht zu wenig Geld. Der Gewinn ist bei VW seit langem im Sinkflug: Im ersten Quartal war das Konzernergebnis nach Steuern bereits um fast ein Drittel eingebrochen, im Gesamtjahr 2025 sogar um fast die Hälfte.