Doch Peking setzt parallel auf klimaschädliche Kohle. «Letztendlich wird der Erfolg von Chinas Megastandorten bei erneuerbarer Energie nicht an zusätzlichen Gigawatt gemessen, sondern an der Menge an Kohle, die sie aktiv ersetzen», sagte GEM-Analystin Aiqun Yu laut Mitteilung.
Kohle bringt China billigen Strom und Rückhalt in unsicheren Zeiten. Beispielsweise hatten schlechte Windbedingungen und deshalb weniger Strom aus den Windparks im März, April, Mai und Juni die Stromerzeugung aus Kohle steigen lassen, wie das Zentrum für Forschung zu Energie und sauberer Luft (Crea) analysierte.
Verändert sich China Kohlenutzung?
Im Juni importierte die Volksrepublik mehr Kohle. Grund war ein schweres Minenunglück im Mai in der für Kohlebergbau wichtigen Provinz Shanxi, woraufhin die Behörden Sicherheitsüberprüfungen weiterer Gruben veranlassten und in der Folge die Produktion zurückgegangen war.
Zudem nutzt China Kohle, um über bestimmte Verfahren Chemikalien oder Gas herzustellen. Damit kann das Land aus dem im Überfluss vorhandenen Rohstoff zum Beispiel Stoffe für die Produktion von Alltagsproduktion aus Plastik erzeugen, für die sonst etwa Öl benötigt wird. Denn bei Erdöl ist China auf Importe angewiesen.
In der Kohleverstromung schätzen manche Experten mittlerweile, dass China ein Plateau erreicht haben könnte. 2025 produzierte China laut Crea erstmals seit Jahrzehnten weniger Strom aus Kohle als im Vorjahr.
Mehr Batteriespeicher
Parallel baut die Volksrepublik große Batteriespeicher rasch aus, um Strom aus grüner Energie rund um die Uhr verfügbar zu machen. China ist bereits führend im Bau von Batterien. Der Boom in Künstlicher Intelligenz wird laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua den Ausbau von Batteriespeichern im laufenden Fünfjahresplan bis 2030 weiter befeuern.
Im ersten Quartal kamen laut Daten der Energiespeicher-Vereinigung Chinas eigenständige Energiespeichersysteme mit einer Kapazität von 23 Gigawattstunden hinzu - ein Anstieg um 205 Prozent verglichen mit demselben Vorjahreszeitraum.
Zum Vergleich: Deutschland nahm laut dem Bundesverband Solarwirtschaft im selben Zeitraum zwei Gigawattstunden an neuer Speicherkapazität in Betrieb. Rechnet man mit durchschnittlich 3,3 Kilowattstunden Stromverbrauch am Tag für einen Einpersonenhaushalt, würde eine Gigawattstunde Strom für rund 300.000 Haushalte reichen.