Wasserstoff könnte der Energieträger der Zukunft sein. Auch die Regierung konnte Streitpunkte über die Wasserstoffstrategie aus dem Weg räumen. Doch die Gewinnung von Wasserstoff hat auch seine Schwierigkeiten.
Wasserstoff (H) ist ein Gas, das in der Natur nur gebunden vorkommt. Zum Beispiel in Wasser (H2O) oder Methan (CH4). Es ist farb- und geruchslos und nicht giftig. Bei der Verbrennung von Wasserstoff entstehen keine Abgase, die der Umwelt schaden, abgesehen von geringen Mengen an Stickoxiden.
Schon lange wird versucht, das chemische Element als Energieträger zu verwenden. Wasserstoff kann in der Industrie fossile Brennstoffe, sowie Grundstoffe ersetzen. Außerdem kann es auch als Speichermedium eingesetzt werden.
Aktuelles Konjunkturpaket: Nationale Wasserstoffstrategie
In dem neuen Konjunkturpaket, das letzten Mittwoch (03.06.20) beschlossen wurde, gab die Bundesregierung auch das Versprechen, eine "Wasserstoffstrategie" vorzulegen. Laut dem Handelsblatt liegt diese nun vor.
Dabei heißt es unter anderem, dass sieben Milliarden Euro für den Hochlauf von Wasserstofftechnologien auf dem deutschen Markt zur Verfügung gestellt werden sollen. Bis zum Jahr 2030 soll die Leistung der Elektrolyse, also dem Zersetzen von Wasserstoff, schon bei fünf Gigawatt liegen.
Auch wolle man vor allem die Nachfrage der Industrieprodukte bestärken, die durch emissionsarme Vorgänge und Nutzung von Wasserstoff hergestellt werden. Denn unter anderem kann Wasserstoff auch in der Stahlindustrie zum Einsatz kommen. Es könnte die konventionelle Hochofenmethode ablösen und somit laut br.de 95 Prozent der CO2-Emissionen einsparen.
Die Farbenlehre des Wasserstoffs
Es gibt grauen, blauen, türkisen und grünen Wasserstoff. Dabei bezieht sich die Bezeichnung aber nicht auf die tatsächliche Farbe, sondern auf die Gewinnung und Umweltbilanz. "Grauer Wasserstoff" wird meist durch die Umwandlung von Erdgas in Wasserstoff und CO2 hergestellt. Das Kohlenstoffdioxid wird einfach in die Umwelt abgegeben und verstärkt somit den Treibhauseffekt.
Bei "blauem Wasserstoff" läuft die Herstellung wie beim "grauen Wasserstoff" ab, doch das übrige CO2 wird abgespeichert. Man nennt das auch CCS (Carbon Capture and Storage). Wird das Gas durch eine thermische Spaltung von Methan hergestellt, nennt man ihn laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung "türkisen Wasserstoff". Dabei entsteht kein CO2, sondern fester Kohlenstoff. Auch hier sollte die Wärmeversorgung durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden.