Mit einer vorgetäuschten Polizeikontrolle lockten vier Männer einen Bus von der A93 und überfielen das Fahrzeug. Sie sollen gewusst haben, dass in dem Reisebus Geld aus Drogengeschäften der albanischen Mafia transportiert wurde.
Mitten in der Nacht stoppen vier bewaffnete Männer im Oktober 2025 einen Kleinbus auf der A93 in Niederbayern, täuschen eine Fahrzeugkontrolle vor und stehlen Geld und Dokumente – so sieht die Staatsanwaltschaft Regensburg den Fall. Einem der Tatverdächtigen wird vor dem Landgericht Regensburg der Prozess gemacht. Er räumte den Sachverhalt in Teilen ein. Es sei jedoch deutlich mehr Geld gestohlen worden, als in der Anklage angenommen.
Dem Angeklagten werden räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, besonders schwerer Raub sowie besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen.
Transport von Drogengeld – deutlich mehr Geld gestohlen, als angenommen
Die Männer sollen gewusst haben, dass Geld aus Drogengeschäften der albanischen Drogenmafia in dem Reisebus transportiert wurde. Mit einer Person in dem Bus sollen sie telefonisch Kontakt gehalten und dann das Fahrzeug per fingierter Polizeikontrolle bei Aiglsbach (Landkreis Kelheim) von der Autobahn gelockt haben, so die Staatsanwaltschaft.
Der 31 Jahre alte Angeklagte gab zu, gegen 5000 Euro Bezahlung als Fahrer angeworben worden zu sein. Er habe sich als Polizist ausgeben und den Bus stoppen sollen.
Mindestens drei der vier Männer stiegen der Anklage nach aus dem Auto aus, forderten die Insassen – zwei Busfahrer und neun Passagiere – zum Aussteigen auf und entwendeten Geld beziehungsweise Wertgegenstände im Wert von mindestens 36.000 Euro. Zudem sollen sie den Insassen persönliche Dokumente abgenommen haben.
Angeklagter als Fahrer angeworben – Mann soll 5000 Euro kassiert haben
Der Angeklagte gab an, dass es sich um viel mehr Geld gehandelt habe – es seien um die 120.000 Euro gewesen. Er habe jedoch lediglich die vorab fest vereinbarten 5000 Euro bekommen. Zudem sei lediglich einer der Männer bewaffnet gewesen.
Es sind bisher fünf weitere Verhandlungstage terminiert. Das Urteil könnte Anfang Dezember gesprochen werden.