Im Teuschnitzgrund westlich der Stadt war der Sammelplatz des Elends. Brüllendes Vieh wurde auf einen Haufen zusammengetrieben, Menschen schleppten ihre Habseligkeiten an den rettenden Ort. Und Teuschnitz war in ein magisches Licht getaucht. Dazu schreibt die Zeitung "Fränkischer Wald": "Groß ist die Not und das Elend, da bei der rasenden Geschwindigkeit, mit der das Feuer um sich griff, die meisten der Betroffenen nur das nackte Leben retten konnten. Der gesamte Hausrat, Kleidung, Wäsche, Kleinvieh und die eingebrachte Ernte ist mit verbrannt.
Die Opfer sind meist Kleingütler, Schieferarbeiter und Kleingewerbetreibende, welche an sich schon hart um ihre Existenz zu ringen hatten und die durch das Brandunglück völligem Ruin ausgesetzt sind, wenn ihnen nicht Hilfe zuteil wird. Denn die Versicherungssummen, welche sie zu erwarten haben, sind meist sehr gering und reichen bei weitem nicht aus, ihnen den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude sowie die Beschaffung der nötigsten Einrichtung und des sonstigen Lebensbedarfs aus eigener Kraft zu ermöglichen".
Nach der massiven Zerstörung war nun Hilfe angesagt. Vor allem mussten die vielen Obdachlosen untergebracht werden. Dank allseitiger Unterstützung - auch die Landwirtschaftsstelle Kronach half mit Betten aus - gelang das verhältnismäßig leicht. Der Hilfsausschuss mit Bezirksamtmann Johann Dendl, Bürgermeister Heribert Meyer und Stadtpfarrer Georg Mauderer bemühten sich rechtschaffen darum, das Chaos in den Griff zu bekommen.
Als erste Gabe trafen 100 Mark von der Firma Hempfling aus Pressig ein, es kamen ferner Pakete mit Kleidern und Wäsche aus Kronach. Unterstützung signalisierte das Handelsgremium mit Landwirtschaftsrat Böhm, das wirksam unterstützt wurde von Ökonomierat Baptist Martin aus Glosberg. Der Präsident des oberfränkischen Kreistages hatte als vorläufigen Beitrag zur Linderung der Not in Teuschnitz 3000 Mark angewiesen. In den nächsten Wochen und Monaten durfte sich die gebeutelte Einwohnerschaft über eine Welle der Hilfsbereitschaft freuen. Insbesondere die Stadt Kronach sowie die Kronacher Feuerwehr zeichneten sich durch Hilfsmaßnahmen aus, den Teuschnitzern unter die Arme zu greifen.
1933 lodert es erneut
Kaum war der Wiederaufbau unter großen Opfern so halbwegs erfolgt, kam am 26. März 1933 die nächste Katastrophe. Diesmal wurde der südöstliche Teil der Stadt in Schutt und Asche gelegt. Erneut waren enorme Anstrengungen erforderlich, das Chaos in den Griff zu bekommen.
Im Juni 1968 sorgte dann ein weiterer Großbrand für Angst und Schrecken. Die Bilanz: Sechs Scheunen und zwei Garagen wurden eingeäschert.