Altpapier richtig entsorgen: Muss ich das Klebeband von Kartons entfernen?

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Kassenbons, Küchenrolle und andere Papierabfälle landen häufig ganz selbstverständlich im Altpapier. Aber ist das überhaupt richtig? Und wie sieht es mit Klebeband aus?

Trotz fortschreitender Digitalisierung ist Papier nach wie vor nicht aus unserem Alltag wegzudenken. Wie die ARD berichtet, verbraucht jeder Deutsche im Schnitt 228 Kilogramm pro Jahr.  Damit gehören wir weltweit zu den Spitzenreitern in Sachen Papierkonsum.

Immerhin kann der Papiermüll mittlerweile weitgehend recycelt werden. Doch das richtige Trennen ist manchmal gar nicht so einfach. Was ist zum Beispiel mit Klebebändern und -resten an Kartons und Umschlägen? Eine Frage, mit der sich Verbraucher auch wegen des stark wachsenden Onlinehandels immer häufiger konfrontiert sehen. 

Klebeband grundsätzlich unproblematisch

In den meisten Fällen ist es kein Problem, Klebematerialien an den Kartons zu lassen. "Für die Verpackung verwendetes Klebeband muss nicht von den Kartons entfernt werden", sagt Maria Elisabeth Marberg von der Initiative Mülltrennung wirkt zu Utopia. Das bestätigt Expertin Kathrin Mohr vom Verband kommunaler Unternehmen bei myHomebook. "Klebematerialien wie Klebeband oder Etiketten an Versandkartons sind grundsätzlich unproblematisch."

Trotzdem ist es hilfreich, wenn das Klebeband entfernt wird. Mülltrennung ist gut für das Klima und schont Ressourcen. "Nur wenn wir leere Verpackungen richtig in die Gelbe Tonne, den Gelben Sack oder in die Glas- und Papiercontainer entsorgen, können wir die Wertstoffe im Kreislauf halten", erklärt Axel Subklew, der Sprecher von Mülltrennung wirkt." Papierfasern zum Beispiel können zehn- bis 25-mal recycelt werden. Wir schonen so Klima und Ressourcen." Insbesondere größere Klebestreifen sollten deswegen besser vom Karton entfernt werden, bevor er ins Altpapier geworfen wird.  

Ein kleiner Life-Hack zum Entfernen vom Klebeband: Das Band langsam in einem 90-Grad-Winkel vom Karton ziehen. Dann klappt es am besten.

Was gehört ins Altpapier und was nicht?

Laut dem Umweltbundesamt, produzierte die Papierindustrie im Jahr 1990 knapp die Hälfte ihrer Produkte aus Altpapier. Im Jahr 2015 waren es 74 Prozent und im Jahr 2024 rund 84 Prozent. Diese Steigerung senkt den Holz-, Wasser- und Energieverbrauch pro Tonne Papier. Der allgemein gestiegene Papierkonsum relativierte jedoch den positiven Effekt der Altpapierquote für die Umwelt. Außerdem sollten nur Dinge im Altpapier landen, die dort auch hinein gehören.

Eine Übersicht von ausgewähltem Müll und wie er entsorgt werden sollte:

  • Küchenrolle: nach der Benutzung soll das beschmutzte Küchenpapier in den Restmüll
  • Pizzakartons: restentleert ins Altpapier - kleinere Lebensmittelrückstände sind kein Problem für die Recyclinganlagen
  • Geschenkpapier: in den meisten Fällen ins Altpapier - beschichtete Geschenkpapiere, die einen Überzug aus Kunststofflack oder -folie haben, gehören aber in den Restmüll
  • Luftpolsterumschläge: Restmüll
  • Knüll- und Backpapier: auf Nummer sicher in den Restmüll
  • Getränkekartons: bestehen meist aus mehreren Kunststoffschichten - ein Fall für den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne
  • Kassenbons: gehören in den Restmüll
  • Papiertaschentücher: aus gesundheitlichen Gründen sollten benutzte Papiertaschentücher in den Restmüll geworfen werden
  • Fahrkarten & Tickets: werden häufig aus Thermopapier gedruckt - Restmüll
  • Fotos und Postkarten: Restmüll 
Vorschaubild: © Hans/ pixabay