Seltene Bilder von Aung San Suu Kyi: Treffen mit Rotem Kreuz

1 Min
Aung San Suu Kyi
Wo das Treffen Suu Kyis mit Arnaud de Baecque stattfand, blieb unklar.
Aung San Suu Kyi
Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
Aung San Suu Kyi
Es war das erste Treffen mit einem ausländischen Vertreter seit dem Putsch vor fünfeinhalb Jahren.
Aung San Suu Kyi
Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
Aung San Suu Kyi
Die Militärregierung veröffentlichte auch Fotos, die Suu Kyi an ihrem Geburtstag im Juni zeigen sollen.
Aung San Suu Kyi
Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa

Lange war über den Aufenthaltsort und Gesundheitszustand von Aung San Suu Kyi so gut wie nichts bekannt. Nun hat die Militärregierung Fotos eines Treffens mit dem Roten Kreuz veröffentlicht.

Erstmals seit dem Militärputsch in Myanmar vor fünfeinhalb Jahren ist ein Treffen der früheren Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit einem ausländischen Vertreter öffentlich bekanntgeworden. Die Militärregierung veröffentlichte Aufnahmen, die die Friedensnobelpreisträgerin (81) bei einem Treffen mit dem Myanmar-Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Arnaud de Baecque, zeigen. Zu ihrem Aufenthaltsort und Gesundheitszustand gab es zuvor jahrelang kaum verlässliche Informationen.

Das Staatsfernsehen berichtete, das Treffen habe am Morgen (Ortszeit) stattgefunden. Wo Suu Kyi und De Baecque zusammenkamen, wurde nicht bekannt. Die Aufnahmen zeigen beide in einem holzvertäfelten Raum. Die Militärregierung veröffentlichte auch Bilder vom 81. Geburtstag der früheren Freiheitsikone im Juni, auf denen sie offenbar im Hausarrest einen Geburtstagskuchen anschneidet.

Sohn spricht von Zeichen der Hoffnung

Das Rote Kreuz bestätigte das Treffen in einer Mitteilung. «Der Besuch erfolgte gemäß den Standards und Verfahren des IKRK für Besuche bei Inhaftierten», hieß es darin. «Dazu gehörte auch die Gelegenheit, mit Aung San Suu Kyi unter vier Augen zu sprechen.» Weitere Details wurden nicht bekannt.

Suu Kyis Sohn Kim Aris sprach in sozialen Medien von einem Zeichen der Hoffnung. «Dies ist ein wichtiger erster Schritt, aber er darf nicht der letzte sein», schrieb der 49-Jährige auf Facebook. Er hoffe, der IKRK-Besuch führe zu einem besseren humanitären Zugang, direktem Kontakt mit seiner Mutter, glaubwürdigen Informationen über ihr Wohlergehen und letztendlich zu ihrer Freilassung. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres kommentierte in New York: «Wir begrüßen diese Entwicklung und bekräftigen unsere Forderung nach der raschen und bedingungslosen Freilassung aller willkürlich Inhaftierten als grundlegenden Schritt hin zu Bedingungen, die einen glaubwürdigen und transparenten politischen Prozess begünstigen.»

Vom Gefängnis in den Hausarrest

Suu Kyi steht seit dem Militärputsch vom Februar 2021 unter Arrest. Damals hatte das Militär die demokratisch gewählte Regierung gestürzt und die Politikerin festgenommen. Seitdem war sie weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt. Später wurde sie wegen angeblicher Vergehen zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Immer wieder gab es Sorge um ihren Gesundheitszustand, unter anderem war von Herzproblemen die Rede. Nach Angaben der Behörden wurde sie Ende April aus einem Gefängnis in Hausarrest verlegt.

Suu Kyi war jahrzehntelang die bekannteste Oppositionspolitikerin Myanmars und erhielt 1991 den Friedensnobelpreis für ihren gewaltlosen Einsatz für Demokratie. Bereits von 1989 bis 2010 verbrachte sie insgesamt 15 Jahre isoliert unter Hausarrest. 

Seit dem Putsch von 2021 befindet sich das frühere Birma in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewählten Regierung hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst. Seither prägen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.

Kritik an umstrittener Wahl

Nach einer international sehr umstrittenen Wahl wurde Armeechef Min Aung Hlaing im April vom Parlament zum Präsidenten erklärt. Kritiker und internationale Beobachter sehen darin jedoch keinen echten demokratischen Prozess, sondern eine Inszenierung zur Festigung der Militärmacht. Die Veröffentlichung der Fotos kam nur wenige Tage vor einem geplanten offiziellen Besuch Min Aung Hlaings im Nachbarland Thailand.