• Die Entwicklung der Propagana
  • Wie genau wird sie definiert?
  • Propaganda im Altertum
  • Die Wirkung der Propaganda

Propaganda ist laut Definition die "systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen". Schon im Altertum wurde sie genutzt und entwickelte sich im Lauf der Zeit immer weiter, auch bedingt durch die Einführung von Medien mit immer größerer Reichweite. Doch was genau ist sie und wie wird sie eingesetzt?

Was ist Propaganda?

Propaganda ist der Versuch der gezielten Beeinflussung des Denkens, Handelns und Fühlens von Menschen. Es ist immer ein bestimmtes Interesse damit verbunden. So zum Beispiel, die eigene Bevölkerung von einem Krieg zu überzeugen.  Die Notwendigkeit des Krieges wird betont, so sei der "Gegner" etwa ein vernichtenswerter Feind, die eigenen Bevölkerung wäre in Gefahr oder das Regime des Feindes wäre brutal und müsse daher abgesetzt werden. Andere Aspekte wie eigene Macht- oder Wirtschaftsinteressen, Kriegsleid oder Kriegsverbrechen durch eigene Soldaten werden dabei bewusst ausgeblendet. Propaganda wird auch gezielt dazu eingesetzt, um Soldaten für einen Krieg zu rekrutieren und die Kampfbereitschaft des eigenen Militärs aufrechtzuerhalten. Auch hier wird die Bedrohlichkeit des Feindes in den Vordergrund gestellt, um Aggressionen gegen ihn zu schüren. Gegenüber dem Kriegsgegner verfolgt die Propaganda das Ziel, die Kriegsmoral der gegnerischen Bevölkerung und Soldaten zu schwächen oder durch die gezielte Verbreitung von Falschinformationen zu täuschen. Bei Bündnissen wird sie auch eingesetzt, um die Partner von der Notwendigkeit eines Kriegseinsatzes zu überzeugen und ihre Beteiligung zu erreichen.

Schon in der Antike wurde Propaganda betrieben. Sie wurde durch Reden, Predigten oder Lieder vor Publikum geteilt. Auch heute findet diese Form noch Anwendung, doch durch die Veränderung der Medienlandschaft und die Popularität von Zeitungen, Radio, Kino, Fernsehen oder Internet hat dies zur Folge, dass sich die Propaganda schneller und effektiver verbreiten lässt. Charakteristisch für jegliche Propaganda ist, dass sie die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darlegt, sondern Meinung und Information vermischt. Wer Propaganda betreibt, der will nicht diskutieren oder mit Argumenten überzeugen, sondern mit allen Tricks die Emotionen und das Verhalten der Menschen beeinflussen. Er will sie ängstlich oder wütend machen oder spricht Verheißungen aus. Die Propaganda nimmt den Menschen das Denken ab und gibt ihnen das Gefühl, mit der übernommenen Meinung richtigzuliegen.

Der Begriff der Propaganda wird heute vor allem im Zusammenhang mit Beeinflussungsstrategien in autoritären oder totalitären Staaten verwendet. Sie geht meist einher mit Formen von staatlicher Informationskontrolle wie Zensur, Monopolisierung der Medien oder der Verfolgung Andersdenkender. In demokratischen Staaten unterliegen die Medien keiner direkten staatlichen Kontrolle. Doch auch diese Staaten versuchen oft, mittels gezielter Öffentlichkeitsarbeit und Berichten aktiv Einfluss zu nehmen. Dies dient dazu, das eigene Handeln in bestimmten Situationen in positivem Licht erscheinen zu lassen. Dies geschieht auch durch den Einsatz von Public-Relations-Agenturen, welche Geschehnisse oder Entscheidungen entsprechend dem Ziel der Kampagne aufbereiten und mittels Events oder gestreuten Berichten verteilen. Die Grenze zwischen PR und Propaganda ist hier allerdings fließend, eine Abgrenzung ist nicht immer möglich. 

Propaganda bis zum Zweiten Weltkrieg

Die Propaganda wurde immer dann genutzt, wenn eine bestimmte Wirkung erzielt werden sollte. Mit der zunehmenden Zahl der Medien konnte sie immer mehr Menschen erreichen, jedoch größtenteils nur im lokalen Umfeld. In richtig großem Umfang wurde die Propaganda im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Sie spielte eine entscheidende Bedeutung bei der Mobilisierung der Bevölkerung für den Krieg. Neben Postkarten, Flugblättern und Plakaten gab es zahlreiche Fotografien von eigens für diesen Zweck eingesetzten Fotografen, welche das Geschehen auf den Schlachtfeldern dokumentierten. Auch wurde das damals neue Medium Film eingesetzt, allerdings in deutlich kleinerem Umfang. Die Filme hatten einen stark patriotischen Charakter und dienten dazu, die Bevölkerung von der eigenen Überlegenheit und der Richtigkeit dieses Krieges zu überzeugen. Sowohl Deutschland als auch die alliierten Nationen hatten staatliche Behörden zum Zweck der gezielten Verbreitung von Propaganda eingerichtet. Im Deutschen Reich war es das Bild- und Filmamt (BUFA). Diese Behörden schickten Fotografen und Kameraleute an die Front, Mitarbeiter kontrollierten und zensierten die Aufnahmen. Das Leid und Elend des Krieges wurde in den freigegebenen Mediendarstellungen extrem verharmlost, die deutschen Soldaten siegesgewiss und heldenhaft dargestellt. Doch auch private Verleger veröffentlichten Propaganda. In dieser wurde sich meist über den Kriegsgegner lustig gemacht und diese als Schwächlinge und Verlierer dargestellt.

Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte die Propaganda im Dritten Reich. Bereits während der Weimarer Republik setzte die NSDAP auf sie. Dabei wurden immer gleiche Schlagworte und prägnante Lösungen für die breite Masse wiederholt. Man beschwor Katastrophen, prangerte die "Schmach von Versailles" sowie das Versagen der demokratischen Parteien während der Wirtschaftskrise von 1923 an und schürte so Ängste und den Hass auf die Republik. Unmittelbar nach der Machtübernahme wurde das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter der Führung von Joseph Goebbels gegründet. Die Medien wurden unter staatliche Kontrolle gestellt und hatten der nationalsozialistischen Ideologie zu folgen. Es gab keine anderen Informationen als die, welche von der gesteuerten Presse zur Verfügung gestellt wurden. Mithilfe der Propaganda wurde gezielt der Hass auf alle, die anders dachten, geschürt. Insbesondere die jüdische Bevölkerung wurde so als Verbrecher und Untermenschen dargestellt, derer man sich entledigen musste. Auf der anderen Seite wurde Adolf Hitler als Heilsbringer stilisiert und die Soldaten des Ersten Weltkrieges zu Helden erhoben. Im Laufe der Zeit wurde dann die Kriegspropaganda in Gang gesetzt, um die Bevölkerung auf einen Krieg einzustimmen.

Während des Zweiten Weltkrieges unternahm das von Goebbels geleitete Ministerium alles, um mittels propagandistischer Maßnahmen die Bevölkerung weiter zu indoktrinieren. Dazu gehörten unter anderem das relativ neue Medium Radio sowie die Berichte der Wochenschauen in den Kinos. Extra für die Propaganda gedrehte Filme schürten weiter den Hass auf alles "Nicht-Arische", wie beispielsweise der Film "Jud Süß". Dabei zeigte sich, dass Goebbels ein geschickter Agitator war. Höhepunkt war seine Rede im Sportpalast, als er das Volk zum totalen Krieg aufrief. Doch auch die Alliierten setzten ihrerseits Propaganda als Mittel ein. Doch anders als im Dritten Reich dienten die gezeigten Filme oder die im Radio gesendeten Nachrichten mehr dazu, die Bevölkerung zu beruhigen und junge Männer für den Krieg zu mobilisieren. Es wurde, wie im Deutschen Reich, in den Wochenschauen entsprechende Berichte gezeigt, welche die eigenen Erfolge und vor allem die Gräueltaten der Wehrmacht dokumentieren sollten. 

Fazit

Propaganda scheint am besten zu funktionieren, wenn es keine Alternativen zur Berichterstattung mittels einer freien Presse gibt. Wenn Informationen durch staatliche Kontrolle nur gefiltert zur Verfügung stehen, ist es schwierig, sich einer Beeinflussung durch propagandistische Medien zu entziehen. Wie man am Beispiel der Propaganda im Dritten Reich sehr gut sehen kann, ist es möglich, ein ganzes Volk zu indoktrinieren.