Der Kurs von US-Präsident Trump lässt die Verlässlichkeit der USA mit einem Fragezeichen erscheinen. Der Verteidigungsminister sucht die Abstimmung mit Gleichgesinnten im pazifischen Raum.
Deutschland und Japan verstärken in einer risikoreich gewordenen Weltlage ihre militärische Zusammenarbeit. Dazu sollen ein Ausbau der Rüstungskooperationen gehören sowie Beratungen im Krisenfall, um Maßnahmen abzustimmen, sagten Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sein japanischer Amtskollege Shinjiro Koizumi. Die beiden trafen sich auf der Marinebasis Yokosuka in der Nähe der Hauptstadt Tokio.
Pistorius sagte, Deutschland und Japan müssten als Mittelmächte, die zur regelbasierten internationalen Ordnung stehen, «noch enger zusammenrücken und deutlich machen, wofür wir stehen und wie wir das gewährleisten».
Die internationale Gemeinschaft erlebe dramatische Entwicklungen, unter anderem bei der Lage im Nahen Osten, sagte Koizumi. Und: «Angesichts dieser veränderten sicherheitspolitischen Lage ist es kaum noch möglich, allein als einzelnes Land zu reagieren. Die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen gleichgesinnten Ländern wie Japan und Deutschland ist heute größer denn je.»
Pistorius reist zu drei Partnern in Asien
Pistorius begann in Japan eine mehrtägige Asien-Reise, die ihn auch nach Singapur und Australien führen soll. Erklärtes Ziel ist ein Ausbau der schon bestehenden militärischen und rüstungspolitischen Kooperation mit den strategischen Partnern.
«Die Erosion der internationalen Ordnung erfordert, dass wir uns mit "like-minded"-Ländern noch enger absprechen», sagte Pistorius zum Auftakt der Reise in Tokio. Er verwies zudem auf das verstärkte Engagement der Bundeswehr. «Bereits in den vergangenen Jahren haben wir unsere personelle Aufstellung in der Region angepasst und die Zahl unserer Verbindungsoffiziere in verschiedenen Gremien im Indopazifik erhöht», sagte er.
Japan ist Teil der Staatengruppe, die die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg unterstützt («UDCG») und demonstriert damit Bereitschaft, sich in Europa zu engagieren.
So wie für Deutschland die russische Bedrohung Thema ist, so spürt Japan eine Bedrohung aus Nordkorea, das von Russland unterstützt wird und seinerseits Soldaten für den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine stellt.