Israelischen Medienberichten zufolge liegt der Fokus der israelischen Angriffe im Iran derzeit nicht mehr so sehr auf dem iranischen Machtapparat wie zuvor, sondern vor allem auf militärischen Zielen wie der Rüstungsindustrie. Hintergrund soll demnach sein, dass Israel sich darauf vorbereitet, dass US-Präsident Trump schon bald eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte.
Bei einem Luftangriff auf Ziele in der iranischen Stadt Ghom wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 15 Menschen getötet. Weitere zehn Personen seien verletzt, sagte der stellvertretende Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mortesa Heidari, der staatlichen Nachrichtenagentur Isna. Es liegen keine Angaben über die getroffenen Ziele vor, und es gibt keine unabhängige Bestätigung.
Ghom gilt als religiöses Zentrum im Iran und zählt zu den wichtigsten schiitischen Wallfahrtsorten weltweit. Die Region ist zudem wegen Industrie- und Atomanlagen von strategischer Bedeutung.
Israel droht mit Ausweitung der Angriffe auf den Iran
Die USA und Israel hatten den Krieg vor knapp vier Wochen mit Angriffen auf den Iran begonnen. Während es aus den USA nun Signale für eine mögliche Verständigung mit Teheran gibt, kündigte Israels Verteidigungsminister eine Ausweitung der israelischen Angriffe an. Grund sei der andauernde Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel, teilte Israel Katz nach Angaben seines Büros mit. Israels Armee werde deshalb ihre Angriffe «eskalieren». Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten Teheran aufgefordert, Raketenangriffe auf Israels Zivilbevölkerung einzustellen, sagte Katz. Aber trotz der Warnungen gehe der Beschuss weiter.
In den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs gibt es nach Aussage von Außenminister Johann Wadephul Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans. «Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden», sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Vorher habe es nach seinen Informationen indirekte Kontakte gegeben. Er bezeichnete das als «erste Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht».
Absicherung der Straße von Hormus nach Kriegsende denkbar
Wadephul bekräftigte zudem Deutschlands Offenheit für eine Absicherung des Schiffsverkehrs in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel nach einem Ende des Krieges. «Was wir immer gesagt haben: Wenn dieser Krieg beendet ist, dann ist Deutschland prinzipiell bereit, darüber nachzudenken, ob wir bei der Absicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus helfen können», sagte der CDU-Politiker. «Aber da müssen wir erst einmal hinkommen.»