Bei den diplomatischen Bemühungen im Iran-Konflikt rückt Pakistan immer mehr in eine zentrale Rolle. Für den Libanon deutet sich nach US-Angaben Entspannung an.
Im Iran-Krieg ist die Krisendiplomatie zur Beilegung des Konflikts fortgesetzt worden. Der pakistanische Premierministers Shehbaz Sharif flog von Saudi-Arabien nach Katar, um eine Lösung des Konflikts zu sondieren. Pakistan selbst habe «offene Gesprächskanäle mit den betroffenen Parteien aufrechterhalten», sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Spekulationen über schnelle weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestätigte der Sprecher nicht.
Aus Diplomatenkreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, ein neuer Gesprächstermin zwischen den Kriegsparteien werde erst nach der Rückkehr von Sharif am Samstag festgelegt. Der Premierminister ist seit Mittwoch auf einer mehrtägigen Reise unterwegs, die ihn zum Abschluss in die Türkei führt.
Bis zum kommenden Mittwoch gilt eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Erste Verhandlungen in Islamabad zwischen den Kriegsparteien endeten am vergangenen Wochenende ohne Ergebnis.
USA jederzeit zu neuen Angriffen bereit
Die USA halten sich nach den Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth alle Optionen offen. Der Iran werde genaustens überwacht, welche Waffen er momentan wo in Stellung bringe. Die Drohung Teherans, Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen, sei keine - vom Iran so dargestellte - «Kontrolle», vielmehr handle es sich um einen Akt von «Piraterie» und «Terrorismus», so Hegseth. Die USA seien auf Knopfdruck zur Wiederaufnahme der Angriffe bereit. Die iranische Führung solle «weise entscheiden», sagte Hegseth.
Pakistans Armeechef auf Mission
Unterdessen traf Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran zu Gesprächen ein. Nach Angaben iranischer Sender wollte er auch den einflussreichen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf treffen. Munir gilt als zentraler, ungewählter Entscheider in Pakistan und als harter Verhandler. Schon vor Beginn des Iran-Kriegs hatte sich US-Präsident Donald Trump immer wieder positiv über den Feldmarschall geäußert. Munir war mehrfach im Weißen Haus eingeladen. Dies ist eine außergewöhnliche Ehre für einen Militär ohne ziviles Staatsamt.
Aus Diplomatenkreisen hieß es, Feldmarschall Munir treffe sich in der Türkei mit Premier Sharif, bevor er dann in die USA weiterreise. In der Türkei findet ab Freitag eine regionale Diplomatie-Konferenz statt.
Trump kündigte Waffenruhe für den Libanon an
Im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz zeichnete sich etwas Entspannung ab. Gut sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation verkündete US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe für das Land. Sie solle um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) beginnen und zunächst zehn Tage dauern, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social. Er werde beide zu einem Treffen im Weißen Haus einladen.