Salazar, Tochter kubanischer Flüchtlinge, warf Trump in dem Clip vor, dass viele von den Behörden festgehaltene Menschen keine Vorstrafen hätten. «Dieselben Hispanics, die Ihnen 2024 geholfen haben, ins Weiße Haus zu gelangen, fühlen sich heute verraten», ergänzte die Abgeordnete. Hintergrund der Attacke gegen Trump dürfte ihre Sorge um den Verlust von Latino-Stimmen sein. Deren Bevölkerungsanteil ist auch in Florida, wo Salazars Wahlkreis liegt, hoch.
Latinos größte Gruppe ethnischen Minderheit in den USA
Als Latino bezeichnen sich in den USA Menschen, die Wurzeln in Lateinamerika haben. Informationen der jüngsten Volkszählung 2020 zufolge identifizieren sich etwa 60 Millionen der insgesamt rund 340 Millionen Menschen in den USA als Latinos, also etwa 19 Prozent. Damit machen sie die größte Gruppe der ethnischen Minderheiten in den USA aus. 1970 lag ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung noch bei rund 5 Prozent. Es wird vorhergesagt, dass er in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen wird.
Im Durchschnitt sind Latinos in den USA etwa 31,2 Jahre alt und damit jünger als der Gesamtaltersdurchschnitt des Landes, der bei rund 39,4 Jahren liegt. Nicht alle sprechen Spanisch. Den Volkszählungsdaten zufolge sprechen die Sprache aber rund 40 Millionen Menschen zu Hause - deutlich mehr als jede andere Sprache. In vielen Behörden gibt es Informationen und Angebote auch auf Spanisch.
Warum sind Latinos noch so eine wichtige Wählergruppe?
Rund 36 Millionen Latinos sind bei den Midterms in diesem Jahr stimmberechtigt - in Zukunft dürfte die Zahl deutlich steigen. Bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen lag die Wahlbeteiligung der Latinos bei um die 50 Prozent. Das lag zwar unter der Wahlbeteiligung insgesamt, die Tendenz in der Vergangenheit war aber - mit Einschränkungen und Dellen - eher steigend.
In vielen Gegenden des Landes wie beispielsweise Teilen von Florida und Texas liegt der Bevölkerungsanteil der Latinos deutlich über dem Durchschnitt. Wer in den USA eine Präsidentschaftswahl gewinnen will, kann das also jetzt schon und in Zukunft absehbar auf keinen Fall ohne deren Stimmen.
Spätestens seit der Wahl von John F. Kennedy 1960 tendiert ein großer Teil der Latino-Wähler zu den Demokraten. Ehefrau Jackie Kennedy nahm für den Wahlkampf damals den ersten Werbespot auf Spanisch auf, der sich spezifisch an diese Wählergruppe wandte. In den letzten Jahren hatte sich das Wahlverhalten vieler Latinos dann hin zu den Republikanern von US-Präsident Trump geändert.
Welche weiteren wichtigen Wählergruppen gibt es?
Den größten Bevölkerungsteil des Landes machen mit rund 60 Prozent die Menschen aus, die sich als Weiß identifizieren. Menschen, die sich als Schwarz identifizieren, stellen rund 14 Prozent der Bevölkerung dar.
In Umfragen legen die US-Forschungsinstitute zudem häufig noch großen Wert auf das Wahlverhalten von Frauen, jungen Menschen und Menschen ohne College-Abschluss.
Wie sieht das Wahlverhalten von schwarzen Menschen aus?
Ein großer Teil der schwarzen Menschen in den USA wählt traditionell Demokraten. Auch 2024 stimmte die große Mehrheit von ihnen - unabhängig von Alter und Geschlecht - für die demokratische Kandidatin Kamala Harris, die gegen Trump verlor. Im Vergleich zur Präsidentschaftswahl 2020 stimmten allerdings deutlich mehr schwarze Menschen - insbesondere Männer - für Trump. Ob diese Unterstützung bei den Midterms bleibt, wird sich zeigen. Umfragen deuten an, dass sie nachlassen könnte.
Wie wählen Frauen in den USA?
Frauen gehen in den USA häufiger wählen als Männer, sie stimmen seit mindestens 50 Jahren statistisch gesehen häufiger für Demokraten als Republikaner. Aber sie sind noch weitaus deutlicher als andere Wählergruppen kein geschlossener Block. 2024 beispielsweise stimmten weiße Frauen mehrheitlich für Trump, Schwarze für Harris.
Wie verhalten sich junge Menschen bei US-Wahlen?
18- bis 29-Jährige in den USA gehen seltener wählen als ältere Menschen. Statistisch gesehen wählten sie in den vergangenen Jahren häufiger demokratisch, aber auch bei ihnen gab es 2024 deutliche Verschiebungen hin zu Trumps Republikanern, vor allem bei jungen Männern ohne College-Abschluss. Jüngsten Umfragen zufolge stieg die Unterstützung für die Demokraten in dieser Wählergruppe aber zuletzt wieder, während die Zustimmung für Trump sank.