Wie der «Spiegel» mal treffend bemerkte, ist an diesem Setting natürlich alles künstlich: «Immer ist Frühling, immer steht ein Ball an. Der Flieder blüht so auffallend lila, dass es in den Augen sticht». Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - hat sich eine riesige Fangemeinde rund um «Bridgerton» gebildet.
Wann ist die gesamte vierte Staffel zu sehen?
Wie mittlerweile bei anderen Serien üblich, etwa «Stranger Things» oder «Squid Game», erscheinen die neuen «Bridgerton»-Folgen in zwei Teilen. Die ersten vier Episoden sind ab Donnerstag abrufbar, Teil 2 folgt dann rund einen Monat später am 26. Februar.
Wer also die gesamte vierte Staffel in einem Rutsch sehen will, müsste sich noch bis Ende Februar gedulden (und versuchen, Spoilern in den sozialen Medien aus dem Weg zu gehen).
Wovon handelt die vierte Staffel?
Die vierte Staffel nimmt den zweitältesten Bridgerton-Sprössling Benedict (Luke Thompson) ins Visier. Schon in der dritten Staffel deutet sich an, dass er seine Sexualität offen erforscht. Benedict gilt als Lebemann und als Freigeist in der Bridgerton-Familie.
Der Plot rund um seine Lovestory klingt nach «Aschenputtel». Benedict verliebt sich auf einem Maskenball Hals über Kopf in die geheimnisvolle Sophie Baek (Yerin Ha), die eigentlich als Magd arbeitet, sich aber heimlich auf die Veranstaltung geschlichen hat. Ohne ihre richtige Identität preiszugeben, verlässt Sophie den Ball - und Benedict begibt sich auf die Suche nach ihr.
Was macht den Hype der Serie aus?
Trotz der vorhersehbaren Handlung und der oft seichten Dialoge dürften auch bei den neuen Folgen wieder Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer einschalten. Das liegt aus Sicht von Fans und Kritikern mitunter an der unkonventionellen Mischung aus Historienserie und Gegenwartsgefühl.
«Bridgerton» ist eines der prominentesten Beispiele für die Praxis des sogenannten Colorblind Castings (der farbenblinden Besetzung). Sprich: Nicht-weiße Schauspielerinnen und Schauspieler spielen hier Rollen, die früher wohl wegen vermeintlich historischer Korrektheit mit Weißen besetzt worden wären. Auch die Queen ist schwarz.
Der britische «Guardian» lobte nach der ersten Staffel zudem die Darstellung von Sexualität. Die Serie habe es geschafft, «den Blick des Publikums auf den männlichen und weiblichen Körper gleichermaßen auszubalancieren. Es ist selten, dass man auf der Leinwand Sexszenen sieht, in denen die Männer genauso unbekleidet sind wie die Frauen».
Droht der Serie Ermüdung durch ihr Erfolgsrezept?
Tatsächlich ist das Erfolgsrezept von «Bridgerton» inzwischen vertraut: Es steht immer ein Liebespaar im Vordergrund, das Hindernissen begegnet, bevor es final zusammenkommt. Mit der endgültigen Entlarvung von Lady Whistledown am Ende der dritten Staffel fällt zudem ein Spannungsmoment weg.
Dennoch dürfte es interessant sein, wie sich der Ton ihrer Tratschblätter verändert, nachdem alle ihre Identität kennen - auch die Queen. Wird sie Druck ausüben, Forderungen stellen?
Showrunnerin Jess Brownell sagte dem Branchenblatt «Variety»: «Ich glaube nicht, dass wir mit Lady Whistledown fertig sind». Es gebe noch mehr zu erzählen, weil sie nun eine öffentliche Klatschkolumnistin sei, von der die Leute wissen werden, dass sie die Autorin ist, wenn sie über sie schreibt. Es könnte also spannend werden.