Lars Klingbeil hat im ZDF-Moma seine Kritik am Koalitionspartner in Bezug auf den Rücktritt von Bärbel Bas verteidigt. Bei seinen Vorwürfen an die Union handle es sich um "Dinge, die einmal gesagt werden mussten".
"Unanständig" und nicht "akzeptabel" sei der Umgang mit Bärbel Bas in den vergangenen Wochen gewesen, hatte Lars Klingbeil nach deren Rücktritt gesagt. Zudem hatte der SPD-Vorsitzende von einem "vergifteten" Klima im politischen Berlin gesprochen. Im "Morgenmagazin" des ZDF verteidigte er nun seine Kritik an der Union.
Vor allem Klingbeil und Manuela Schwesig hätten "extrem grob" gegen den "Koalitionspartner geschossen", befand Moderator Mitri Sirin am Donnerstag in der Sendung. "Was haben Sie gewonnen politisch damit?", wollte der Journalist vom Vizekanzler wissen, der vom IWF-Jahrestreffen in Bangkok zugeschaltet war.
"Für mich geht es jetzt auch daurm, dass wir in der Regierung weiter unsere Verantwortung wahrnehmen"
"Das sind Dinge, die einmal gesagt werden mussten, weil sie das politische Klima auch belastet haben in den letzten Wochen", rechtfertigte Klingbeil seine Vorwürfe an die CDU/CSU, man habe Bas unter Druck gesetzt, während diese um ihre verstorbene Stieftochter trauerte. Bas hatte am Montag ihren Rücktritt als SPD-Co-Chefin und Bundesarbeitsministerin einerseits mit dem persönlichen Schicksalsschlag, andererseits aber auch mit öffentlichen Angriffen gegen ihre Person begründet - auch aus den Reihen des Koalitionspartners.
"Die Dinge sind jetzt gesagt worden. Aber ich sage Ihnen: Für mich geht es jetzt auch darum, dass wir in der Regierung weiter unsere Verantwortung wahrnehmen", plädierte Klingbeil nun im Moma dafür, den Blick wieder nach vorne zu richten. "Wir wollen das Land voranbringen", beteuerte er. Man sei "zurück auf einem Pfad des wirtschaftlichen Wachstums", befinde sich aber "noch lange nicht da, wo wir hinwollen". Der Finanzminister bekräftigte zudem, die Rentenreform und den geplanten Bürokratieabbau voranbringen zu wollen. "Auf diese Dinge muss man sich jetzt konzentrieren."
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Quelle: teleschau – der mediendienst