Musik, die man eigentlich nicht erklären kann

1 Min
We Want the Funk
George Clinton schrieb mit Parliament und Funkadelic Musikgeschichte. Er sagt: Funk ist "interplanetar".
Courtesy of Firelight Films/ARTE
We Want the Funk
Zu den Experten in "We Want the Funk" gehört auch der Schlagzeuger, Produzent und DJ Questlove (auch bekannt aus der "Tonight Show" mit Jimmy Fallon).
Courtesy of Firelight Films/ARTE
Stevie Wonder
Im Anschluss an die Doku "We Want the Funk!" zeigt ARTE einen Auftritt von Stevie Wonder im "Musikladen" aus dem Jahr 1974.
Radio Bremen/ARTE

"Was Funk ist?", die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. In der neuen ARTE-Dokumentation "We Want the Funk" versuchen Experten wie George Clinton, Questlove und David Byrne es trotzdem.

"Was Funk ist? Naja, er ist funky. Aber darüber hinaus? Wenn du welchen hörst, weißt du es sofort. Und wichtiger noch: Du spürst es." - So versucht Kulturkritiker Dr. Todd Boyd die Musik zu erklären, die man eigentlich nicht erklären kann und wahrscheinlich auch gar nicht erklären muss. Aber erzählen kann man dazu eine ganze Menge nach inzwischen weit über fünf Jahrzehnten Funk-Geschichte. ARTE widmet dem Thema nun eine 82-minütige Dokumentation mit vielen Anekdoten und ganz unterschiedlichen Perspektiven auf das vielleicht coolste Musik-Genre überhaupt.

Die Entstehungsgeschichte dieser Musik, nacherzählt in der TV-Erstausstrahlung "We Want the Funk!", reicht zurück bis in die späten 60er-Jahre. Der Funk, so erzählt es der ebenso informative wie stimmungsvolle Film von Stanley Nelson und Nicole Landon, entstand gewissermaßen aus den letzten Trümmern des Zweiten Weltkriegs. Man könne den Funk sehen als unbeschwerte Spaßmusik aus der Mitte der Black Community, in der es keine traurigen Lieder gebe. Oder aber, anders gelesen, auch als Gegenentwurf zum bewusst unpolitischen und unverfänglichen Sound von Motown - ein "kompromissloses Bekenntnis zu Black Pride".

Funk ist "interplanetar"

Viele klangvolle Namen durchziehen diese "funky" ARTE-Musikdoku. Neben Dr. Boyd, Labelle-Sängerin Nona Hendryx, Schlagzeuger Questlove und David Byrne von den Talking Heads sowie weiteren Fachleuten kommentiert unter anderem auch George Clinton, der einst mit Parliament und Funkadelic Musikgeschichte schrieb. Im Funk, sagt Clinton, spreche jeder dieselbe Sprache. Diese Musik sei "interplanetar". Wer Funk "fühlt" und nicht nur gelegentlich hört, wird verstehen, was er damit meint.

Nach der knapp eineinhalbstündigen Geschichtsstunde bietet ARTE schließlich auch noch eine richtige Musikeinheit, die ganz ohne Erklärungen auskommt: Stevie Wonder, Bremen, ein Auftritt im "Musikladen" aus dem Jahr 1974. "Beat-Workshop" hieß das damalige Konzert eigentlich, bei dem Stevie Wonder und seine Band sich in Bestform zeigten und zahlreiche Hits präsentierten, die auch über 50 Jahre später noch jeder Musikfan kennt - darunter diverse Funk-Klassiker wie etwa "Higher Ground" und "Superstition". Der halbstündige Konzertfilm "Stevie Wonder - Musikladen-Session, 1974" startet um 23.25 Uhr.

We Want the Funk! - Mi. 05.08. - ARTE: 22.00 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst