Lotto-Jackpot aktuell bei 105 Millionen – gewinnen kann man aber maximal 50 Millionen

Obwohl der heutige Lotto-Jackpot eigentlich 105 Millionen Euro beträgt, werden höchstens 50 Millionen Euro ausgezahlt. Das liegt an einer 2023 eingeführten Regeländerung.

Stolze 105 Millionen Euro schlummern laut Lotto Bayern am Samstag, 1. August, im Topf für den Haupttreffer bei der traditionsreichen Lotterie 6 aus 49. Doch weshalb steht dann auf den Aushängen an Lotto-Annahmestellen, dass lediglich "rund 50 Millionen Euro" im Jackpot warten?

Wie die Pressestelle der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung in Bayern mitteilt, gilt seit der Auslosung am 1. November 2023 bei Lotto 6aus49 ein Jackpot-Höchstbetrag von 50 Millionen Euro in der Gewinnklasse 1. Die bis dahin gültige Pflichtausschüttung nach Erreichen dieser Höchstgrenze wurde zu jenem Zeitpunkt abgeschafft.

"Jackpot-Überlauf" seit 2023: Das ist die geltende Regelung beim Lotto

Folglich gilt aktuell: Wird die Gewinnklasse 1 nicht geknackt, verbleibt die vorgesehene Gewinnsumme laut Lotto Bayern im Topf und wird als "Jackpot-Überlauf" angesammelt. Fällt der Maximaljackpot, erhöht dieser Überlauf die Ausschüttung der Gewinnklasse 1 bei der darauffolgenden Ziehung. Die neue Jackpot-Phase beginnt dann bereits mit einer höheren Gewinnsumme.

Zum Stichtag 31. Juli 2026 befinden sich für die Auslosung am Samstag, 1. August 2026, rund 105 Millionen Euro im Topf der Gewinnklasse 1.  Das bedeutet: Sollte der Maximaljackpot von 50 Millionen Euro geknackt werden, schließt sich für die nachfolgende Ziehung aufgrund der aufgelaufenen Summe direkt der nächste Maximaljackpot von erneut 50 Millionen Euro an.

So funktionierte die Lotto-Zwangsausschüttung

Von September 2020 bis Oktober 2023 war das noch anders: Sobald die Jackpot-Höchstgrenze von 45 Millionen Euro erreicht war, fand eine verbindliche Ausschüttung – auch als Zwangsausschüttung bezeichnet – der Gewinnklasse 1 (sechs Richtige plus Superzahl) bei der nächsten Ziehung statt. Damit war es selbst mit sechs Richtigen ohne Superzahl theoretisch möglich, Multimillionär zu werden.

Auch in der Gewinnklasse 2 war der Jackpot auf maximal 45 Millionen Euro gedeckelt. Theoretisch hätte ein Überlauf an dieser Stelle einen neuen Jackpot in Gewinnklasse 3 (fünf Richtige plus Superzahl) entstehen lassen. Laut Aufzeichnungen von Lotto Niedersachsen trat dieser Fall jedoch nie ein. Der bislang höchste Jackpot in Gewinnklasse 2 lag im Mai 2016 bei etwa 37,1 Millionen Euro.

Folgen hat die Regeländerung auch für denjenigen Lottospieler aus Franken, der kürzlich beinahe den Maximalgewinn erreicht hätte. Dem Unterfranken fehlte nur die Superzahl, um aus einem Gewinn von rund 900.000 Euro einen Mega-Jackpot zu machen. Warum man tatsächlich von einem Glückspilz im Pech sprechen kann: Nach der alten Jackpot-Regelung hätte der Franke auch ohne Superzahl mehrere Millionen Euro eingestrichen.

Gewinnwahrscheinlichkeiten: So (un-)wahrscheinlich ist der große Geldgewinn

Die Trefferwahrscheinlichkeit für den Maximaljackpot beträgt laut Lotto Bayern bei 6aus49 genauso wie beim Eurojackpot rund 1:140 Millionen. In Gewinnklasse 2 liegt sie bei 1:15,5 Millionen, in Gewinnklasse 3 bei etwa 1:542.000. Die Aussicht, einen Millionengewinn oder zumindest mehrere Hunderttausend Euro zu erzielen, erscheint deutlich realistischer als die 1:140 Millionen in Gewinnklasse 1.

Dennoch: Der Traum vom großen Lotteriegewinn bleibt für die meisten Menschen ein Wunschdenken. Wie unvorstellbar gering die Chancen sind, verdeutlichen folgende Vergleiche: Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen (1:11 Millionen) oder einem Haiangriff zum Opfer zu fallen (1:3,7 Millionen), als Gewinnklasse 1 oder 2 zu knacken. Und selbst Gewinnklasse 3 ist laut einem Bericht von "Science Direct" noch immer so (un-)wahrscheinlich wie das Auftreten siamesischer Zwillinge bei einem Paar (1:500.000).

Vorschaubild: © Bernd Weißbrod/dpa