TV-Tipp: Diesen Chaos-Trip einer britischen Comedylegende wollten über drei Millionen Kinozuschauer sehen

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Mr. Bean macht Ferien
Rowan Atkinson als Mr. Bean setzte auch in seinem zweiten Kinoabenteuer auf schnelle Lacher.
rbb/Studiocanal GmbH
Mr. Bean macht Ferien
In seiner Not versucht Mr. Bean (Rowan Atkinson) per Anhalter ans Mittelmeer zu kommen.
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Rowan Atkinson besinnt sich in seinem zweiten Kinofilm als Mr. Bean auf dessen Stärken und hüllt sich in Schweigen.

Zehn Jahre ließ Rowan Atkinson verstreichen, bis Mr. Bean ein zweites Kino-Abenteuer erleben durfte. Und: Er konnte es immer noch. Das mimische Repertoire des schrulligen Engländers war längst noch nicht ausgeschöpft. Der König der Grimassen war bis 1995 in der nach Monty Python erfolgreichsten britischen TV-Comedy zu sehen, bevor er mit "Mr. Bean - Der ultimative Katastrophenfilm" zwei Jahre später den Schritt auf die große Leinwand wagte. 2007 kam der skurrile Tollpatsch zurück und lockte mit "Mr. Bean macht Ferien" 3,4 Millionen Zuschauer an. Der rbb wiederholt die sehenwerte Komödie am Donnerstag, 2. Juli um 20.15 Uhr.

Vor 35 Jahren lernte das hiesige Publikum die von Slapstick-Genie Rowan Atkinson geschaffene und gespielte Figur kennen. Gereift ist Mr. Bean seither nicht, er stolpert weiterhin als tragisches Geschöpf durch den 80-Minüter: Er ist einsam, egoistisch und verliebt in seinen Teddybär. Dass das immer noch ankommt, glaubte zumindest Atkinson selbst. Also legte er - noch ein letztes Mal, wie er beteuerte - sein grau gemustertes Jackett und den roten Schlips an, um dem Schmuddelwetter Englands zu entfliehen - und zwar nach Frankreich, wo die Sonnenblumen wachsen.

Cannes wird diesen Besuch nie vergessen

Mr. Bean gewinnt in der Lotterie seiner Kirchengemeinde und freut sich über eine einwöchige Reise nach Südfrankreich, von dem er glaubt, es bestehe aus pittoresken kleinen Dörfern und Männern mit Baskenmützen, die Boules spielen oder allenfalls mal einen Wein auf der Veranda eines Cafés trinken. Doch was Bean, mit Videokamera bewaffnet, erfährt, ist die harte Wirklichkeit französischer Moderne. Das Filmfestival in Cannes, nicht nur in der Kinobranche berühmt wie berüchtigt als glamouröser Zirkus der Weltstars und Oberflächlichkeiten, ist zwar das Ziel, doch wird Beans so korrekt durchgeplante Reise zu einem Fiasko, in dessen Vergleich Homers Odyssee wie eine gemütliche Kreuzfahrt wirkt.

Auf einem Provinzbahnhof wird er nämlich plötzlich unfreiwillig, aber nicht unverschuldet zum Betreuer eines russisch sprechenden Jungen, mit dem der stets gewohnt treudoof dreinblickende Brite fortan orientierungslos durchs Land irrt. Dazu verliert er auch noch alle seine Papiere, inklusive Bahnfahrkarten, muss sich mit der Polizei herumschlagen und poltert schließlich in die Produktion eines Werbefilmchens eines talentierten, aber völlig unterforderten Kunstfilmers (herrlich affektiert: Willem Dafoe). Am Ende geht es für Bean dann doch noch Richtung Cannes, mit einer attraktiven Schauspielerin an seiner Seite. Cannes zumindest wird den Kurzbesuch des chaotischen Biedermanns nicht vergessen.

Quelle: teleschau – der mediendienst