Nach Zucker soll nun auch Alkohol stärker besteuert werden. Lars Klingbeil möchte mit seinen Vorhaben offenbar den Bundeshaushalt sanieren. Was wird für Verbraucher künftig teurer?
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant einem Bericht zufolge, die Alkoholsteuer im nächsten Jahr um 20 Prozent anzuheben. Auch auf zuckerhaltige Getränke wie Cola sollen künftig Extra-Steuern anfallen. Das geht aus einem Gesetzesentwurf des Finanzministeriums hervor, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in Teilen vorliegt. Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) einberufene Expertenkommission hatte demnach eine deutlich kräftigere Erhöhung empfohlen.
Klingbeils Plänen zufolge soll die Alkoholsteuer von 13,03 Euro je Liter Reinalkohol auf 15,64 Euro angehoben werden, wie das RND berichtete. Eine 0,7-Liter-Flasche eines Spirituose mit 40 Volumenprozent wie Wodka, Whisky oder Rum würde dadurch inklusive Mehrwertsteuer um 87 Cent teurer werden.
Höhere Steuern auf Alkohol: Welche Getränke werden teurer?
Auch die Abgaben auf Sekt, Champagner, mit Alkohol versetzte Likörweine wie Sherry oder Portwein sowie sogenannte Alkopops sollen dem Bericht zufolge um 20 Prozent steigen. Die Biersteuer hingegen will Klingbeil nicht erhöhen.
Für Bier gilt bereits ein eigener Steuersatz, der sich nicht am Alkoholgehalt, sondern am Stammwürzegehalt orientiert. Für eine gewöhnliche Flasche Pils werden etwa 4 Cent Biersteuer fällig. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Wein soll "steuerfrei" bleiben. Das bedeutet, dass es weder eine spezielle Weinsteuer noch eine Alkoholsteuer auf Wein gibt – lediglich die Mehrwertsteuer muss entrichtet werden.
Mehr Einnahmen und weniger Konsum: Das soll die höhere Alkoholsteuer bewirken
Die von Warken eingesetzte Expertenkommission hatte für 2027 eine Anhebung um mehr als 40 Prozent vorgeschlagen. Bis 2029 sah der Vorschlag dem RND zufolge sogar eine Verdopplung der Steuer vor. Da Alkohol, unabhängig von der Menge, der Gesundheit schadet, soll der Verkauf besser geregelt werden. Einem Bericht der Expertenkommission zufolge könne so die Krankheitslast reduziert werden, was den gesetzlichen Krankenkassen zugutekäme. In anderen Ländern hätten höhere Konsumabgaben bereits Wirkung gezeigt.
Deutschland hat sich als WHO-Mitglied das Ziel gesetzt, den Pro-Kopf-Konsum von Alkohol bis 2030 um 20 Prozent zu senken. In Sachen gesetzlicher Regulierung gehört Deutschland bislang jedoch zu den Nachzüglern in Europa, wie eine Studie der AOK und des Deutschen Krebsforschungszentrums aus dem Jahr 2025 feststellte. Die verschärfte Besteuerung könnte hier Abhilfe schaffen.