Bereits im Kino lachten sich über elf Millionen Zuschauer kaputt, Bullys herrlich alberne Westernparodie "Der Schuh des Manitu" ist auch in der x-ten Wiederholung sehenswert.
Zugegeben: Streng genommen war "Otto - der Film" noch erfolgreicher: Die Blödelkomödie mit Komiker Otto begeisterte 1985 in Westdeutschland knapp 8,8 Millionen Zuschauer, und im Osten lockte sie rund 5,7 Millionen Menschen vor Leinwände. Macht insgesamt: 14,5 Millionen Kinobesucher. Und doch: Wenn man die gesamtdeutschen Zahlen seit 1990 betrachtet, dann darf man "Der Schuh des Manitu", der 11.7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ins Kino lockte, getrost als "erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten" bezeichnen. SAT.1 zeigt den Blockbuster von Michael "Bully" Herbig am Sonntag, 26. Juli, um 20,15 Uhr in der "Extra Large"-Fassung.
"Der Schuh des Manitu" (2001) ist eine gelungene Persiflage auf alles, was auch nur im Entferntesten mit Western und Karl May zu tun hat. Herbigs Komödie bietet reichlich Zoten, eine passable Story, eindrucksvolle Special Effects und ein perfektes Gag-Timing. Einige der Sprüche schafften es sogar in den allgemeinen Sprachgebrauch - vom "Prosecco-Trinken" mit gespreiztem Finger bis zum absurden "Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden"-Satz in schier auswegloser Lage.
Deutscher Humor? Geht doch!
Zu Wege gebracht hat das Bully fast im Alleingang, übernahm er doch neben dem Drehbuch auch die Regie, die Produktion und die doppelte Hauptrolle. Als Häuptling Abahachi reitet er zusammen mit seinem Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) planlos durch die Prärie, die in diesem Fall im spanischen Almeria angesiedelt ist, wo schon Sergio Leone seine Meisterwerke schuf. Nachdem er beim Kauf eines Pubs von Santa Maria (cool: Sky Du Mont) übers Ohr gehauen wurde, müssen die beiden dem Stamme der Schoschonen schonend die traurige Nachricht überbringen, dass nicht nur ihr Gold verloren ist, sondern auch Häuptlingssohn "Falscher Hase" dabei draufging.
Fortan haben sie nicht nur die Indianer auf den Fersen, sondern auch Santa Maria und seine Gang. Es gibt nur noch einen Ausweg: den Schatz finden, zu dem Abahachi ein Viertel der Karte besitzt. Die anderen Teile haben sein schwuler Zwillingsbruder Winnetouch (Herbig), der Grieche Dimitri (Rick Kavanian) und die Barsängerin Uschi (Marie Bäumer). Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Film bewies wie auch Herbigs "(T)Raumschiff Surprise - Episode 1" eindrucksvoll, dass Deutsche entgegen aller Unkenrufe doch humorvolle Geschichten verfilmen können, ohne gleich in allzu seichte "Ballermann 6"-Gewässer abzutauchen. Am Ende lohnte es sich für die Macher sogar, Monate später eben jene, nun gezeigte längere Version an den Start zu bringen - acht Minuten zusätzlicher Slapstick, Irrsinn und gute Laune, mit Bully in einer dritten Rolle (Großvater "Grauer Star") und den jeweiligen Vorgeschichten zu den Hauptfiguren.
Quelle: teleschau – der mediendienst