Essen im Bordbistro der Deutschen Bahn - taugt das? Sebastian Lege kocht in einer neuen Folge "besseresser" beliebte Gerichte von der DB-Karte nach und kommt dabei aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus.
Einst konnte man sich in den Speisewagen der Deutschen Bahn durch Drei-Gänge-Menüs oder durch üppiges Frühstück schlemmen. Doch diese Zeiten sind vorbei: Stattdessen erwarten Gäste im Bordrestaurant ihres wahrscheinlich verspäteten Zuges Gerichte, die vor allem eins sein sollen: lange haltbar und kostengünstig.
TV-Koch Sebastian Lege (47) zeigt in einer neuen Folge seines Formats "besseresser" im ZDF, mit welchen "Tricks" das Unternehmen Geld spart, und stellt fest: Zwar verspricht die Deutsche Bahn weiterhin "Genuss auf ganzer Strecke", doch eben der bleibt manchmal am Bahnsteig zurück.
So kommt die 7,90 Euro teure Tomatensuppe im Bordbistro etwa mit einem Tomatenanteil von nur 54 Prozent und dafür einer ganzen Menge Wasser daher. Insgesamt 21 Zutaten werden in der Suppe verarbeitet, darunter Orangensaftkonzentrat und Butterpilze, welche bei Lege in der Küche für ziemliche Verwirrung sorgen.
Durch modifizierte Stärke lässt sich das Gericht außerdem mehrfach erhitzen und wieder abkühlen, ohne dass sich die Konsistenz verändert. Dadurch könne man sich teure Tomaten sparen, erklärt Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin.
"Es muss schmecken. Und ich bin ganz ehrlich: Im Moment der Produktauswahl haben wir uns nicht den Wasseranteil angeguckt", sagt Alexander Thies, der Leiter des Bordservices der Deutschen Bahn. Den großen Preisunterschied - eine vergleichbare Tomatensuppe bekommt man im Supermarkt bereits ab 87 Cent - begründet er mit einem "allgemein" höheren Preispunkt, aber auch einer höheren Kaufbereitschaft auf Reisen.
Sebastian Lege kritisiert Bahn-Produkt: "Dieses Produkt darf nicht Falafel heißen"
Auch für ihre veganen Falafel-Wraps oder die Currywurst mit Pommes müssen Reisende in den Bordrestaurants der Deutschen Bahn deutlich mehr als für vergleichbare Produkte ausgeben. Dabei hat das, was im Zug auf den Teller kommt, manchmal wenig mit dem zu tun, was auf der Speisekarte steht, wie Lege feststellt. "Ich finde, dieses Produkt darf nicht Falafel heißen", erklärt der 47-Jährige in seiner Versuchsküche, während er die DB-Wraps nachkocht: "Das ist für echte Falafel eine Beleidigung."
Traditionell werden diese aus Kichererbsen, Gewürzen und Kräutern zubereitet. Die "Getreidebällchen", wie Lege sie nennt, der Deutschen Bahn bestehen aus elf Zutaten, darunter Paniermehl und Hartweizen. Der Koch findet das "frech" und auch bei der Sauce muss er den Kopf schütteln: In der Zutatenliste finden sich Dinge wie Brandweinessig, Mangopüree und modifizierte Stärke, denn auch hier wird hauptsächlich Wasser verarbeitet.