Tim Mälzer stellt Jan Böhmermann im ZDF zur Rede: "Manchmal gehst du mir richtig auf den Sack"

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Böhmi brutzelt mit Tim Mälzer
Tim Mälzer (links) und Jan Böhmermann kochen und plaudern zum Staffelauftakt von "Böhmi brutzelt".
ZDF / Lennart Speer
Böhmi brutzelt mit Tim Mälzer
"Reich doch mal die Hand, du musst auch den anderen sehen!", gibt Tim Mälzer (links) Jan Böhmermann als gut gemeinten Rat mit.
ZDF / Lennart Speer

Zwischen Perlhuhn und Sellerieschnitzel wird es in der Kochshow "Böhmi brutzelt" politisch und persönlich. Tim Mälzer konfrontiert Gastgeber Jan Böhmermann mit seinem Unbehagen. Der ZDF-Satiriker erklärt daraufhin seine Weltsicht.

"Endlich mal ein Profi", jubelt Jan Böhmermann zum Auftakt seiner neuen Kochshowstaffel bei ZDFneo. In der Tat: In sechs Jahren "Böhmi brutzelt" war noch keiner da, der das fachliche Know-how von Tim Mälzer mitgebracht hätte. Um Umami und Garzeiten geht es in der immer etwas steril wirkenden Show-Küche dann aber nur am Rande. Mälzer verwickelt den Gastgeber geschickt ins Politische und Persönliche.

"Er erinnert mich an Stefan Raab auf gewisse Weise", sagt der TV-Koch im Intro und bleibt es dann leider schuldig, die "gewisse Weise" näher auszuformulieren. Aber offenbar beschert ihm Böhmermann ambivalente Gefühle. "Ich bin ein Fan von dir auf eine Art und Weise", lässt Mälzer den Gastgeber wissen. Dann kommt ein deftiger Nachsatz: "Manchmal gehst du mir richtig auf den Sack, wenn du dich in was reinsteigerst."

Mälzer zu Böhmermann: "Du musst auch den anderen sehen!"

Das Reinsteigern praktiziert Jan Böhmermann eher selten in seiner überraschend gediegenen Kochshow, dafür aber umso energischer in seiner investigativen Satiresendung "ZDF Magazin Royale". In der werden allerlei Missstände aufgedeckt und pointiert angeprangert. Mälzer denkt sich bei den Böhmi-Rants manchmal: "Wir haben es doch alle verstanden! Reich doch mal die Hand, du musst auch den anderen sehen!"

Fast verlegen wirkt Böhmermann angesichts dieser ebenso ansatzlosen wie empathischen Frontalkritik. Wenn auch knapp erklärt er daraufhin seine Eigenwahrnehmung: "Meine Rolle ist, die Maximalposition des Idealisten einzunehmen und dann mal zu gucken, wo man von da aus in der Wirklichkeit landet."

Dass er ein wütender Betrachter des Zeitgeschehens sei, weist Böhmermann zurück. "Wenn Sachen ungerecht sind und es so einfach wäre, es anders zu denken, bin ich nicht wirklich wütend oder verbittert, aber denke dann so: Och Leute, ist das wirklich ne gute Idee, die Schuld an allem den Ausländern in die Schuhe zu schieben?" Schon ist das Küchen-Duo im politischen Diskurs gelandet. "Ganz im Ernst: Brauchen wir wirklich Grenzkontrollen zwischen Holland und Deutschland - why?", klagt Böhmermann. "Damit Alexander Dobrindt sagen kann: 'Ich pass auf'? Worauf denn?"

Jan Böhmermman wird bei Smalltalks unsicher

Show-Gast Mälzer hat nun endgültig die Moderatoren-Rolle gekapert: "Hast du dir nie die Frage gestellt, warum das auf einmal alle wollen?", gibt der TV-Koch zurück. Böhmermann erklärt: "Weil das als einziger Lösungsweg so breit skizziert wird, dass viele Leute sagen, das können wir mal ausprobieren, und dann wird's ausprobiert, aber es bringt einfach nichts."

Von Tim Mälzer erfährt man noch, dass er in einer ehemaligen Tischlerei wohnt, Töpfe aus Junggesellentagen hortet und fleischlose Mahlzeiten nur ohne Label genießen kann ("Nenn die Rotze bloß nicht vegetarisch! Ich bau da keine Lebensfreude auf."). Erhellender sind allerdings die Bekenntnisse, die er dem Show-Gastgeber entlocken kann. Als Mälzer über seine eigene Redseligkeit philosophiert, gesteht Böhmermann: "Ich bin nicht so ein Fan davon, mich mit Leuten zu unterhalten. Das kann ich nicht so gut. Das macht mich unsicher. Partys schon. Aber eine im Jahr reicht."

Vielleicht sollte Tim Mälzer einen Psychologie-Podcast moderieren.

"Böhmi brutzelt mit Tim Mälzer" ist ab Samstag, 11. Juli, in der ZDF-Mediathek zu finden und läuft am Samstag, 18. Juli, um 19.45 Uhr bei ZDFneo.

Quelle: teleschau – der mediendienst