"Goodbye Deutschland"-Paar schützt Kind vor Voodoo-Kult: "Ohne mich hätten sie Yunge umgebracht"

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Goodbye Deutschland
Die 14-jährige Yunge (rechts) hat es schwer - Janine und Attu wollen helfen.
RTL
Goodbye Deutschland
Na so was: Attu (links) mag sogar das Wetter in Deutschland!
VOX

Für die einen sind sie Unglücksbringer, andere glauben, dass ihre Körperteile Wohlstand bringen: Das Leben von Kindern mit Albinismus ist in Tansania gefährdet. "Goodbye Deutschland"-Auswanderin Janine Hundt und Ehemann Attu Mwambona versuchten zu helfen, wie die VOX-Doku zeigte.

Es wird nicht langweilig im Leben von "Goodbye Deutschland"-Auswanderin Janine Hundt (46)! In der aktuellen Folge der VOX-Doku versuchte sie einerseits, mit Ehemann Attu Mwambona (37) ein Leben in Deutschland aufzubauen - und gleichzeitig weiter in dessen Heimat Tansania zu helfen, denn sie fühlte sich mit dem Land eng verbunden: "Tansania, das ist so das Einzige, wo ich so ein Zuhause-Gefühl habe." Wegen des Herzklappenfehlers von Töchterchen Inaya (2) aber war sie nach vier Jahren im Örtchen Kisaki zurück ins brandenburgische Wittenberge gezogen, da dort die medizinische Versorgung besser ist.

Nun sollte auch Attu zu ihr ziehen, mit dem sie sich nach einer schweren Ehekrise wieder versöhnt hatte. Immerhin ein Besucher-Visum für drei Monate hatte er bekommen - ob er dauerhaft würde bleiben können, war unsicher - und ist es noch, wie ein Blick in die Kommentarspalten von Janines Instagram-Account zeigt.

"Goodbye Deutschland"-Auswanderin reist zurück ins Land ihrer Träume

Doch zurück zur Sendung: Hier reiste sie ein vorerst letztes Mal in das Land ihrer Träume, um einerseits Attu abzuholen und sich andererseits weiter um die Projekte zu kümmern, die ihr in ihrer Zeit dort ans Herz gewachsen waren.

Zum einen besuchte sie die Schule in Kisaki, deren Renovierung und teilweisen Neubau sie ehrenamtlich für "Fly & Help"-Gründer Reiner Meutsch (70) betreut hatte. Dort lief es insgesamt gut, doch es fehlte Strom und dadurch auch Wasser, weil eine entsprechende Pumpe nicht betrieben werden konnte.

Ein Problem, das eigentlich mit der Verlegung eines einzigen Kabels gut zu beheben wäre. Janine redete dem zuständigen Lehrer ins Gewissen: Reiner Meutsch besuche seine Schulen regelmäßig unangekündigt zur Kontrolle, es wäre daher gut, wenn er sich um die Sache kümmern würde.

"Sie bringen die Babys um"

Und dann gab es da noch Kinder, die Janine und Attu ganz besonders am Herzen lagen: Solche, die an der Stoffwechselerkrankung Albinismus litten, die unter anderem mit heller Haut, hoher Lichtempfindlichkeit und Sehschwäche einhergeht. Das aber ist nicht das Schlimmste: Betroffene sind Tansania in Lebensgefahr, denn in Naturstämmen wie den Massai oder Sukuma bedeute es "Unglück, solche Kinder zu haben", so Janine.

Ehemann Attu ergänzte: "Wenn diese Leute ein Albino-Kind bekommen, wollen sie nicht, dass andere davon erfahren. Also bringen sie das Baby um, bevor irgendjemand es sieht." Gleichzeitig existiere in der Suaheli-Bevölkerung der Aberglaube, dass Gliedmaßen Betroffener zu Glück und Wohlstand verhelfen. Diese würden darum "gejagt, ihnen werden Körperteile abgeschlagen, womit dann Voodoo gemacht wird", wusste Janine.

Das Paar besuchte zunächst eine bitterarme Familie im Busch, um für den betroffenen dreijährigen Sohn Wish Spielzeug und Sonnenschutz vorbeizubringen und überdies ein wenig seelische Unterstützung zu vermitteln. Diese brauchte auch die 14-jährige Yunge, ein Waisenmädchen mit Albinismus, das zwischenzeitlich sogar bei Attu und Janine gewohnt hatte, weil es von seinen Verwandten misshandelt worden war. Einzig die Oma hatte es immer beschützt - aus Heimweh war Yunge schließlich zu dieser zurückgekehrt.

Darf Janines Ehemann Attu in Deutschland bleiben?

Doch das Leben in der Familie war für sie schwer zu ertragen. Man sage ihr, sie sei "schlecht", "von einem bösen Geist besessen" oder "ein einbeiniger Teufel", erzählte sie. Regelmäßig wurde sie von Tante und Onkel geschlagen. "Ohne mich hätten sie Yunge umgebracht", glaubte Attu, genau wie Janine. "Denn sie haben immer Wege gefunden, ihr zu schaden." Dass er nach Deutschland ziehen und darum nicht mehr regelmäßig zu einem Kontrollbesuch würde vorbeigucken können, verschwiegen beide der Familie lieber.

Doch so oder so konnte Yunge dort nicht bleiben, fanden sie und wollten ihr den Besuch einer Internatsschule ermöglichen, die auch andere Kinder mit Albinismus besuchten. Am Ende der Sendung erfuhr man, dass dies dank einer Spende gelungen war. Nun wartet das Ehepaar auf die nächste gute Nachricht - dass Attu in Deutschland bleiben darf ...

Quelle: teleschau – der mediendienst