Für die einen sind sie Unglücksbringer, andere glauben, dass ihre Körperteile Wohlstand bringen: Das Leben von Kindern mit Albinismus ist in Tansania gefährdet. "Goodbye Deutschland"-Auswanderin Janine Hundt und Ehemann Attu Mwambona versuchten zu helfen, wie die VOX-Doku zeigte.
Es wird nicht langweilig im Leben von "Goodbye Deutschland"-Auswanderin Janine Hundt (46)! In der aktuellen Folge der VOX-Doku versuchte sie einerseits, mit Ehemann Attu Mwambona (37) ein Leben in Deutschland aufzubauen - und gleichzeitig weiter in dessen Heimat Tansania zu helfen, denn sie fühlte sich mit dem Land eng verbunden: "Tansania, das ist so das Einzige, wo ich so ein Zuhause-Gefühl habe." Wegen des Herzklappenfehlers von Töchterchen Inaya (2) aber war sie nach vier Jahren im Örtchen Kisaki zurück ins brandenburgische Wittenberge gezogen, da dort die medizinische Versorgung besser ist.
Nun sollte auch Attu zu ihr ziehen, mit dem sie sich nach einer schweren Ehekrise wieder versöhnt hatte. Immerhin ein Besucher-Visum für drei Monate hatte er bekommen - ob er dauerhaft würde bleiben können, war unsicher - und ist es noch, wie ein Blick in die Kommentarspalten von Janines Instagram-Account zeigt.
"Goodbye Deutschland"-Auswanderin reist zurück ins Land ihrer Träume
Doch zurück zur Sendung: Hier reiste sie ein vorerst letztes Mal in das Land ihrer Träume, um einerseits Attu abzuholen und sich andererseits weiter um die Projekte zu kümmern, die ihr in ihrer Zeit dort ans Herz gewachsen waren.
Zum einen besuchte sie die Schule in Kisaki, deren Renovierung und teilweisen Neubau sie ehrenamtlich für "Fly & Help"-Gründer Reiner Meutsch (70) betreut hatte. Dort lief es insgesamt gut, doch es fehlte Strom und dadurch auch Wasser, weil eine entsprechende Pumpe nicht betrieben werden konnte.
Ein Problem, das eigentlich mit der Verlegung eines einzigen Kabels gut zu beheben wäre. Janine redete dem zuständigen Lehrer ins Gewissen: Reiner Meutsch besuche seine Schulen regelmäßig unangekündigt zur Kontrolle, es wäre daher gut, wenn er sich um die Sache kümmern würde.
"Sie bringen die Babys um"
Und dann gab es da noch Kinder, die Janine und Attu ganz besonders am Herzen lagen: Solche, die an der Stoffwechselerkrankung Albinismus litten, die unter anderem mit heller Haut, hoher Lichtempfindlichkeit und Sehschwäche einhergeht. Das aber ist nicht das Schlimmste: Betroffene sind Tansania in Lebensgefahr, denn in Naturstämmen wie den Massai oder Sukuma bedeute es "Unglück, solche Kinder zu haben", so Janine.
Ehemann Attu ergänzte: "Wenn diese Leute ein Albino-Kind bekommen, wollen sie nicht, dass andere davon erfahren. Also bringen sie das Baby um, bevor irgendjemand es sieht." Gleichzeitig existiere in der Suaheli-Bevölkerung der Aberglaube, dass Gliedmaßen Betroffener zu Glück und Wohlstand verhelfen. Diese würden darum "gejagt, ihnen werden Körperteile abgeschlagen, womit dann Voodoo gemacht wird", wusste Janine.