Friedrich Merz warnte SPD und Grüne unlängst vor einer Regierungsbildung mit der Linken in Berlin. Im ntv-Talk "Pinar Atalay" äußerte sich nun die Linken-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner zu den Aussagen des Bundeskanzlers.
"Wer die politische Mitte stärken will und wer will, dass die Demokratie in unserem Land geschützt bleibt, der darf mit solchen Linksradikalen keine Gespräche führen - und schon einmal gar nicht in eine Koalition eintreten", hatte Friedrich Merz unlängst beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn gefordert. Zu den Vorwürfen, die der Kanzler hinsichtlich der Regierungsbildung in Berlin gegen ihre Partei erhoben hatte, äußerte sich Linken-Chefin Ines Schwerdtner nun im ntv-Talk "Pinar Atalay".
Sie wünsche sich, Merz "wäre einmal so aufgebracht, was die Probleme der Menschen in diesem Land angeht", betonte die Parteivorsitzende. "Er beleidigt die Menschen hier tagtäglich: Sie würden zu wenig arbeiten, sie dürfen nicht so früh in Rente gehen, außerdem haben sie ansonsten sowieso zu viel Freizeit ...", zählte Schwerdtner auf.
Schwerdtner über Merz: "Deswegen muss er uns so dämonisieren"
"Er ist der unbeliebteste Kanzler aller Zeiten, und jetzt sagt er den Berlinerinnen und Berlinern, dass sie keine Regierung haben sollen, die die Mieten bezahlbar macht." Dies halte sie "wirklich für kompletten Wahnsinn". Merz wolle lediglich von seinem "eigenen Sozialkahlschlag" ablenken sowie von der Tatsache, "dass er seinen eigenen Laden nicht im Griff" habe. "Dass er doch von seinen eigenen Leuten nicht weiß, wer da mit der AfD mitstimmt. Und deswegen muss er uns so dämonisieren."
Auch zum Vorwurf des Linksradikalismus bezog Schwerdtner Stellung: "Wenn es darum geht, dass bezahlbare Mieten linksradikal sind - ja, dann bin ich linksradikal." Weiter verwies die 37-Jährige darauf, dass es eine "Bezahlbarkeitskrise" gebe, "in allen Großstädten, aber auch hier in der Bundesrepublik". Sie klagte: "Die Menschen können sich das Tanken nicht mehr leisten, das Mieten, das Essen, die Lebensmittel. Das ist eine Riesenkrise." Die Bundesregierung, befand Schwerdtner, tue jedoch "gar nichts, um die Menschen zu entlasten".
Die ganze Ausgabe von "Pinar Atalay" steht bei RTL+ zum Abruf bereit.
Quelle: teleschau – der mediendienst