Sven Louis (Robert Nickisch), Esthers Bruder, war als ehemaliger Bergmann auf der anderen Seite: Die "Stiftung Ewigkeit" habe sich als einziges um ihn gekümmert: "Sie haben mir die Rente pünktlich überwiesen, haben mir zum Geburtstag gratuliert." Denn wie viele andere Bergleute in der Region hatte er seinen Job verloren, als die Gruben geschlossen wurden.
Was spricht gegen die Grubenflutung?
Ein Pilotprojekt im Saarland sieht vor, stillgelegte Kohlegruben zu fluten. Seit den 1990-ern wurden diese aus Sicherheits- und Rentabilitätsgründen geschlossen, die letzte davon im Jahr 2012. In den geschlossenen Gruben sammelte sich Wasser, meist Regenwasser, an. Dieses muss seither permanent abgepumpt werden, denn das steigende Wasser gefährdet die Stabilität des Untergrunds und damit auch bebaute Gebiete. Zudem finden sich unter Tage hochtoxische Substanzen, die das Grubenwasser verschmutzen. Nicht zuletzt aus Kostengründen wurde seit 2014 die kontrollierte Grubenflutung als Alternative diskutiert.
Doch es gibt Bedenken: Manche befürchten, dass das Grubenwasser bis in jene Schichten ansteigen könnte, aus denen Trinkwasser entnommen wird, welches somit verseucht wäre. Fachleute warnten außerdem vor möglichen Gefahren durch erwartende Salzkonzentration neben dem Eisengehalt im Grubenwasser. Die Folge waren zahlreiche Proteste in der Bevölkerung, aber auch innerpolitische Diskussionen.
Wie ist die Lage aktuell?
Im November 2025 meldete die "Saarbrücker Zeitung": "Nach langem juristischen Streit ist die Grubenflutung nun rechtskräftig. In wenigen Wochen wird Wasser in ehemaligen Bergwerken im Saarland ansteigen." Das Vorhaben ist allerdings an klare Bedingungen geknüpft: Die Flutung muss permanent überwacht werden. Spezielle Anlagen sollen das Grubenwasser außerdem von Schadstoffen befreien.
Durch die kontrollierte Flutung wollen die Verantwortlichen unter anderem die Absenkung der Böden stoppen. Sie erhoffen sich sogar eine weitflächige Hebung. Während der Flutung, so schreibt die Zeitung weiter, könne es zwar zu Erschütterungen kommen, nach Abschluss des Verfahrens soll das Erschütterungsrisiko allerdings gebannt sein. Eine Trinkwassergefährdung schließen die Gutachten aus, weil das Grubenwasser weiterhin unterhalb der Gesteinsschichten bleibt, aus denen Trinkwasser gewonnen wird.
Gegner bleiben skeptisch: Sie sehen in den Maßnahmen ein reines Kostenersparnis. Gefahren könnten nie hundertprozentig ausgeschlossen werde. Auch fürchten sie, im Schadensfall auf den Kosten sitzen zu bleiben.
Wie geht es im Saarland-"Tatort" weiter?
All diese Bedenken und Pläne wurden im "Tatort" nur kurz, vielleicht sogar zu kurz angerissen. Stattdessen konzentrierte sich der Film auf die Vergangenheit von Esther Baumann, die, wie das Publikum am Ende erfährt, einst eine ähnliche lesbische Beziehung führte wie Claire und Becky. Ihre einstige große Liebe Katja Scherf (Franziska Wulf) heiratete später Clemens und bekam mit ihm einen Sohn.
Clemens starb am Ende des Films an einer Stichverletzung, die ihm ein Mitglied der Feidt-Familie zugefügt hatte. Ob Esther und Katja sich in einem späteren Film wiedersehen werden, bleibt abzuwarten. Es scheint allerdings, als rückten die beiden Ermittlerinnen auch künftig mehr in den Vordergrund: Pia leidet offensichtlich noch immer unter den Geschehnissen aus dem vorherigen Fall.
Der nächste "Tatort" aus dem Saarland dürfte frühestens Anfang 2027 im Ersten zu sehen sein. Genaue Informationen gibt es noch nicht.
Quelle: teleschau – der mediendienst