Der Haushund als Zugtier für adelige Kinder? Was ebenso bizarr wie kurios klingt, war tatsählich eine Kutsche für die Sprößlinge aus finanziell potenten Familien. In der Dienstagsfolge von "Bares für Rares" sorgte auch der sensationelle Verkaufspreis für Aufsehen.
Eine Kutsche, die viel zu klein für Erwachsene wirkt, schaute sich der Experte Sven Deutschmanek bei "Bares für Rares" ganz genau an. Zweifelsohne schon optisch ein Kuriosum, doch die Erklärung der Funktionsweise war noch merkwürdiger ...
"Das sieht edel und schick aus - und damit meine ich dich und die Kutsche auch" - mit diesen Worten wandte sich Moderator Horst Lichter an Theresa. Die 29-Jährige aus Prackenbach war Pflegehilfskraft. Ihr Mitbringsel hatte sie im Internet entdeckt. "Ich bin gern mit meinen Pferden und Ponys unterwegs", erklärte Theresa ihr Hobby. "Ist die für ein Pony?", fragte Horst Lichter. "Nein, das ist eigentlich für Kinder gemacht", erklärte der Gast. "Da kommen vorne Kinder rein?" Lichter war perplex.
Horst Lichter von Verkaufsobjekt irritiert
Ratsuchend schaute Lichter zu Sven Deutschmanek. Zwar handele es sich um eine Kinderkutsche, "aber es war nicht ausschließlich so, dass Kinder die gezogen haben, sondern man hat die für Haustiere und so genutzt", so der Experte.
"Das habe ich häufig gesehen mit Hunden tatsächlich", erinnerte sich der Moderator. "Mit Hunden, mit Ziegen hat man das gemacht damals", bestätigte Deutschmanek. "Das, was zugehört hat und brav war, konntest du da vorspannen und damit fahren", wusste der Experte.
"So etwas nannte man auch Mylord-Kutsche, es war eher für den Adel, der kleine Mylord - die saßen in solchen Kutschen", berichtete Deutschmanek. Nur bei einer Sache wandte er sich selbst hilfesuchend an den Gast ... Er sei "ein bisschen am Hadern, wie alt die Kutsche ist", gestand der Experte. Theresa konnte nicht weiterhelfen. Fest stünde laut Deutschmanek. dass die Kutsche über die Jahre immer wieder mit Farbe übertüncht wurde.
Deutschmaneks These: Die Kutsche wurde um 1900 bis 1920 hergestellt. Das lederne Sitzkissen half ihm bei der Einschätzung. Die Füllung mit Holzwolle wirkte original. Repariert wurde die Kutsche mehrmals, aber nie perfekt restauriert. Dem Wunschpreis von 500 Euro stimmte der Experte zu, doch müsse man weitere 500 in die Restaurierung stecken - "aber dann ist es was ganz Besonderes". Würde jemand im Händlerraum so viel Geld ausgeben wollen?
Schätzpreis verdoppelt
Daniel Meyer musste in die Knie gehen, um die Kutsche testweise zu ziehen: "Für Menschen ist es, glaube ich, nicht." Susanne Steiger neckte ihn: "Steht dir, Daniel." Sarah Schreiber machte ebenfalls einen Scherz: "Meinst du, das hält mich? Dann kannst du mich heute durch den Tag kutschieren", schlug sie schelmisch vor. Daniel Meyer ließ das offen. Dann lobte er Theresas Mitbringsel als "liebevoll restauriert".