Gegen Mittag geht ein Notruf bei der Polizei ein - kurz darauf macht sie ein größeres Aufgebot auf den Weg zu einem Wohnhaus in Unterfranken. Der Einsatz verläuft anders, als erwartet - dahinter steckt womöglich ein gefährliches Phänomen.
Im Würzburger Stadtbezirk Frauenland ist es am Dienstagmittag (27. Oktober 2026) zu einem größeren Einsatz der Polizei gekommen, nachdem die Beamten einen Hinweis auf eine mögliche Bedrohungslage erhalten hatten. Vor Ort nahm das Geschehen eine überraschende Wendung, weshalb nun wegen des Missbrauchs von Notrufen ermittelt wird.
Wie die Polizei in einer aktuellen Meldung berichtet, war bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken gegen 12.15 Uhr die Mitteilung über eine mögliche Bedrohungslage in der Händelstraße eingegangen. Daraufhin begaben sich Einsatzkräfte der Würzburger Polizei sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei umgehend zu dem genannten Wohnhaus und sperrten in der Folge den Bereich um das Haus ab.
"Swatting" in Würzburg?
Schon bald ergaben sich jedoch Hinweise darauf, dass es sich bei dem Notruf um einen Fall von "Swatting" handelt. Bei diesem Phänomen, das Gesetzeshüter weltweit bereits seit Jahren regelmäßig beschäftigt, werden Einsatzkräfte mittels Notrufen zu Adressen geschickt, an denen angeblich eine Bedrohungslage vorliegt. "Swatting" ist nicht nur eine Verschwendung von Ressourcen und Personal der Einsatzkräfte, sondern auch brandgefährlich - vor einigen Jahren wurde ein Familienvater in den USA in einer solchen Situation von der Polizei erschossen. Die Absuche des Hauses bei dem Einsatz in Würzburg verlief komplett negativ und ohne, dass jemand zu Schaden kam, sodass der Einsatz gegen 13 Uhr wieder beendet wurde.