Klimawandel und Müll: Warum der Storch nicht mehr wegfliegt

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"Störche - vom Glücksbringer zum Störenfried?"
Wegen milderen Temperaturen überwintern Störche immer öfter auch in Deutschland.
ZDF/Ralf Früchtl
"Störche - vom Glücksbringer zum Störenfried?"
Manche Störche attackieren - vor allem in der Paarungszeit - Autos oder Fenster, weil sie in ihrem Spiegelbild einen vermeintlichen Feind erkennen.
ZDF/R. Schmidt
"Störche - vom Glücksbringer zum Störenfried?"
Auf offenen Müllbergen finden Störche selbst bei kalten Temperaturen Nahrung.
ZDF/Ralf Früchtl
"Störche - vom Glücksbringer zum Störenfried?"
Storchnester sind nicht überall gern gesehen.
ZDF/Ludovic Lutz
"Störche - vom Glücksbringer zum Störenfried?"
Einige Störche blockieren mit ihren Nestern sogar Stromleitungen. Werden diese nicht entfernt, ist ihr Leben und die Stromversorgung in Gefahr.
ZDF/Ralf Früchtl

Einst galt der Storch in Deutschland beinahe als ausgestorben, heute leben wieder Zehntausende von ihnen im Land - und sorgen mancherorts für Probleme. Was der Klimawandel damit zu tun hat und warum die Rückkehr der Vögel dennoch ein Erfolg ist, erklärt eine neue ZDF-Dokumentation.

Hans-Werner ist überzeugt: Die Stadt Burgdorf in Niedersachsen gehört ihm, und wehe, jemand oder etwas stellt sich ihm in den Weg. Hans-Werner ist allerdings kein größenwahnsinniger Mensch, sondern ein Storch in der Paarungszeit. Während einige der Bewohnerinnen und Bewohner sein Treiben fasziniert beobachten, sind andere genervt. "Jeder sagt: 'Ach, ist der niedlich.' Aber wenn der hier die Autos demoliert und gegen die Fenster klopft, ist das schon heftig", beschwert sich eine der Anwohnerinnen in der neuen ZDF-Dokumentation "Störche - vom Glücksbringer zum Störenfried?" (bereits vorab in der Mediathek zu sehen) von Julian Prahl.

Dabei ist die Nerverei des Storchs auch ein kleiner Erfolg: Vor 40 Jahren waren die schwarz-weiß-gefiederten Vögel in Deutschland beinahe ausgestorben. Inzwischen fliegen wieder mehrere Tausend durch die Lüfte - und das immer öfter auch im Winter. Aufgrund des Klimawandels müssen sie nicht mehr vor der kalten Jahreszeit und der wenigen Nahrung gen Süden flüchten. Stattdessen finden Störche auch bei kühleren Temperaturen hierzulande genug zu fressen, unter anderem auf offenen Müllbergen.

Aber, und das macht die Dokumentation eindrücklich klar, heutzutage fehlt es in einer Welt, in der die Natur immer mehr dem Menschen weicht, oft an Platz für die größeren Vogelbestände. Die Nester der Störche blockieren Dächer, Kamine und sogar Strommasten. Besonders in der Paarungszeit fallen die Tiere teilweise mit skurrilem und rabiatem Verhalten auf: Weil sie das eigene Spiegelbild als vermeintlichen Feind wahrnehmen, hacken Störche schon mal auf Autos oder Fenster ein. Eins ist klar: Menschen und Tiere müssen einen Weg finden, gemeinsam zu existieren.

Störche - vom Glücksbringer zum Störenfried? - So. 12.07. - ZDF: 15.30 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst