Er war wohl eher ein Leisetreter inmitten des Hollywood-Rummels. Mit Rollen wie in "Jurassic Park", "Das Piano" und vielen anderen Filmen prägte Schauspieler Sam Neill aber unvergesslich das Kino.
"Jurassic Park"-Star Sam Neill ist tot. Der Schauspieler starb am Montag (13. Juli 2026) im Alter von 78 Jahren in Sydney im Beisein seiner Familie, wie die Familie auf Instagram mitteilte. Zudem zitierte der britische Sender ITV einen Sprecher der Familie, der den Tod bestätigte.
Der internationale Durchbruch gelang Neill 1993 als Paläontologe Dr. Alan Grant in Steven Spielbergs "Jurassic Park". In der Verfilmung von Michael Crichtons Bestseller spielte er an der Seite von Laura Dern und Jeff Goldblum. Jahrzehnte später kehrte er für "Jurassic World: Dominion" in die Rolle zurück.
"Jurassic Park"-Star Sam Neill gestorben - nach einem Leben mit dem Krebs
Ebenfalls 1993 beeindruckte Neill in Jane Campions preisgekröntem Drama "Das Piano". Darin verkörperte er den Ehemann einer stummen Engländerin (Holly Hunter), die sich in ihren Nachbarn (Harvey Keitel) verliebt.
Neill galt als vielseitiger Charakterdarsteller, auch wenn er nie zu den größten Hollywoodstars gehörte. Er spielte unter anderem an der Seite von Meryl Streep in "Ein Schrei in der Dunkelheit" (1988), mit Sean Connery in "Jagd auf Roter Oktober" (1990), in Wim Wenders' "Bis ans Ende der Welt" (1991), in Robert Redfords "Der Pferdeflüsterer" (1998) sowie im Actionfilm "Escape Plan" (2013) mit Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger.
Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete, war bei Neill im März 2022 eine seltene und aggressive Form des Non-Hodgkin-Lymphoms diagnostiziert worden. Im April hatte er demnach nach der Teilnahme an einer klinischen Studie in Australien seinen krebsfreien Status bekannt gegeben.
Von Nordirland nach Neuseeland
In seinen 2023 veröffentlichten Memoiren "Did I Ever Tell You This?: Movies, Life, Love and Other Catastrophes" sprach Neill über seine Krebserkrankung und seinen Umgang mit dem Tod, berichtet die australische Zeitung Sydney Morning Herald. Er habe demnach "überhaupt keine Angst vor dem Tod". Das sei kein Mut, sondern Realismus. Er wolle lediglich nicht allein sterben. Jeder Tag, an dem man am Leben sei, sei ein guter Tag, so der Schauspieler.
Sam Neill wurde als Nigel Neill laut der britischen Zeitung The Guardian im nordirischen Omagh geboren. Seine britische Mutter Priscilla und sein Vater Dermot Neill, ein Neuseeländer, der Oberst in der britischen Armee war, zogen demnach mit der Familie nach Neuseeland, als Sam sieben Jahre alt war. Dort in der Schule bat er seine Mitschüler, ihn Sam zu nennen - "weil Nigel selbst in England ein bisschen nerdig" sei, so der Guardian. Als Kind soll Neill mit gestottert haben.