In drei Teilen durch die Geschichte der Sowjetunion

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UdSSR - Das Rote Imperium (1/3)
Stalin als „Vater der Völker“: Der Personenkult um den sowjetischen Diktator nahm in den 30er-Jahren immer größere Ausmaße an.
ARTE / Galerie Bilderwelt
UdSSR - Das Rote Imperium (1/3)
Während der Herrschaftszeit Stalins waren rund 20 Millionen Menschen in den Straf- und Arbeitslagern des Gulags inhaftiert. Die genaue Anzahl der Todesopfer ist unbekannt.
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UdSSR - Das Rote Imperium (2/3)
Verwundeter Sowjetsoldat im deutsch-sowjetischen Krieg (1941-1945): Der Krieg stärkte das Ansehen der Sowjetunion in der Welt.
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UdSSR - Das Rote Imperium (2/3)
Explosion auf einem sowjetischen Testgelände auf Novaja Semlja, 1961: Mit einer Sprengkraft von 50 Megatonnen war die "Zar-Bombe" die größte jemals gezündete Wasserstoffbombe der Welt.
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UdSSR - Das Rote Imperium (2/3)
"Es lebe die UdSSR - Unzerstörbare Freundschaft der Völker der Sowjetunion" heißt es auf einem Propaganda-Plakat von  1953.
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Der Dreiteiler über die Sowjetunion von ihrer Gründung 1922 bis zu Gorbatschows Rücktritt und der folgenden Auflösung im Dezember 1991 kommt angesichts des Angriffs auf die Ukraine sicher zur rechten Zeit.

Alles begann mit dem "Unionsvertrag der Sozialistischen Sowjetrepubliken", unterzeichnet von Russland, Weißrussland, der Ukraine und der Transkaukasischen Föderation am 30. Dezember 1922. Der Vertrag beinhaltete einen Gegenentwurf zum vorausgegangenen Zarenreich und sicherte den beteiligten Ländern den jederzeitigen Austritt zu. Doch sehr bald zeigte sich die Dominanz Moskaus und der dortigen Regierung, bis heute regiert im Kreml eine zentrale Gewalt, Terror verbreitete sich immer wieder im Riesenreich mit seiner Bevölkerung von 240 Millionen. Der ARTE-Dreiteiler "UdSSR - Das rote Imperium" versucht die ganze Geschichte von der Gründung bis zur Auflösung mithilfe von Archivaufnahmen und Historikern zu erzählen.

Dass die Autoren Jürgen Ast ("Stalin - Leben und Sterben eines Diktators") und Martin Hübner (MDR) vor allem den Menschentyp des Homo sovieticus in Umkehrung einstiger Ideale als Grund für das Scheitern einer Utopie und das immer wieder vorherrschende Unrecht der Machthaber in Verantwortung ziehen, erscheint allenfalls unter dem Aspekt heutiger Parallelen angebracht. Die einzelnen Teile (à 60 Minuten) schauen da glücklicherweise etwas genauer hin.

Spätestens als Stalin Lenin ablöst und 1928 die Abschaffung der Privatwirtschaft befiehlt, sind die Ideale der Oktoberrevolution dahin. Das Wachstumstempo der Industrialisierung überfordert die Agrarbevölkerung, die Fünfjahrespläne der Partei werden nicht erfüllt, Schuldige müssen her, es kommt zu Haftstrafen und Todesurteilen gegen sogenannte "Saboteure". 60.000 Landwirte werden erschossen, 150.000 gefangen genommen oder deportiert. In der Zeit des "großen Terrors" 1937 und 1938 werden Angehörige der Eliten als Schuldige für die Wirtschaftsflaute ausgemacht und liquidiert. Selbst "Helden der Arbeit", die ihr Soll tausend prozentig erfüllten, werden als Saboteure in den Gulag gesteckt oder ermordet.

Nach dem "großen vaterländischen Krieg" (Teil zwei) wurde die Sowjetunion zur weltpolitischen Größe, Chruschtschow degradierte den gottgleichen Stalin als Verbrecher, die erste sowjetische Atombombe wurde 1949 gezündet, doch wirtschaftliche Erfolge bleiben zunächst aus. Sein Nachfolger Leonid Breschnew ließ den Prager Frühling mit Panzern niederwalzen - als Signal für alle, die gegen die Sowjetunion aufbegehrten. Michail Gorbatschow wollte ab 1985 schließlich für Glasnost und Perestroika (Transparenz und Umgestaltung) sorgen, für weniger Zensur, Meinungs- und Pressefreiheit.

Wie sehr sich das alles wieder ins Gegenteil verwandelt hat, zeigen die polnischen Filmemacher Konrad Szołajski und Małgorzata Prociak schließlich im Film "Hybrider Angriff - Wie Putin Europas Osten destabilisiert". Sie zeigen osteuropäische Länder, die inzwischen Einsatzgebiet von Putins Geheimdiensten, Propagandisten und Einflussagenten sind.

UdSSR - Das Rote Imperium (1/3) - Di. 03.02. - ARTE: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst