Da half nur noch Ohrenzuhalten: Beim ZDF-Trödel-Donnerstag setzte ein Vorschlag seiner Kollegen einem "Bares für Rares"-Händler gehörig zu. Was steckte hinter dem ungewöhnlichen Aufruhr?
Ohren zu und durch? So hatte sich ein "Bares für Rares"-Händler die Sache ganz sicher nicht vorgestellt: Ein harmlos klingender Vorschlag seiner Kollegen löste bei ihm heftigen Protest aus. Dabei wollte er eigentlich nur ein besonderes Stück vor dem Schlimmsten bewahren.
Ein Möbelstück mit ungeahntem Konfliktpotenzial: Bei "Bares für Rares" ließ ein Sideboard nicht nur die Kasse klingeln, sondern sorgte auch für einen Händler, der seinen Ohren kaum traute. Eine glanzvolle Vergangenheit hatte das Möbelstück zuletzt nicht gerade hinter sich. "Wir haben es auf der Straße gefunden - zu verschenken", erzählte Lisa. "Es stand auch im Regen." Das Paar rettete den Schrank. Doch für die eigene Wohnung war auf Dauer zu groß.
Ein echtes Retro-Schätzchen oder doch nur hübsch anzusehen? Der Experte bescheinigte dem niederländischen Vollholz-Sideboard aus den 1960er- bis 1970er-Jahren eine hochwertige Verarbeitung. Seine Preisprognose: 350 bis 500 Euro. Deutliche Wasserflecken und mutmaßliche Spuren eines heißen Bügeleisens konnten Sven Deutschmanek nicht abschrecken. "Die Patina gefällt mir", lautete sein Urteil. Ob die Händler diesen Geschmack teilten?
Händler kann Idee von Kollege kaum fassen: "Da kann ich gar nicht zuhören"
Christian Vechtel nahm das Möbelstück kritisch unter die Lupe: "Das ist nicht das gleiche Holz wie das. Auf gar keinen Fall. Guck dir mal die Innenseiten an." Liza Kielon sah dagegen durchaus Potenzial: "Man kann dem Ganzen neues Leben einhauchen." Über die Art der Wiederbelebung sollte allerdings noch heftig diskutiert werden ...
"Ihr wärt für uns genau die Käuferschicht", staunte Vechtel, als die Verkäufer den Händlerraum betraten. Auch Liza Kielon wunderte sich: "Ihr seid ja eigentlich genau die Zielgruppe dafür." Das Paar sah es genauso. Wäre da nicht das Platzproblem gewesen: "Wir hätten es gerne behalten." Im Händlerteam um David Suppes wurde über eine mögliche Neugestaltung nachgedacht. Als David Suppes mit der Idee ankam, das Holz komplett mit Farbe zu überziehen - "vielleicht modern in so einem Babyblau" -, war bei einem Kollegen Schluss mit lustig.
"Da bin ich raus, da kann ich gar nicht zuhören", hielt sich Benjamin Leo Leo demonstrativ die Ohren zu. Doch kampflos wollte er das Sideboard keinesfalls dem Farbeimer überlassen: "Ich muss das verhindern!" Gesagt, getan! Mit dem höchsten Gebot sicherte sich Leo Leo die Kommode der Marke Fristho. Für 400 Euro fand der Straßenfund ein neues Zuhause. Da hatte sich die Rettungsaktion für die Verkäufer auch finanziell gelohnt.
"Bares für Rares"-Händler staunt: "Als Kind hätte ich sonst was dafür getan!"
Sven Deutschmanek im Ermittlermodus: Er testete ein Utensil aus dem nächsten Verkaufsobjekt direkt an Horst Lichter. Die Lampe bestand den Praxistest, der Moderator reagierte gespielt genervt: "Boah. Irgendwann schick ich dich rüber zu den Händlern", drohte er scherzhaft. "Vielleicht kauft dich einer."