Für diese Rolle erhielt Adam Sandler seine bislang einzige Golden-Globe-Nominierung: In Paul Thomas Andersons Tragikomödie "Punch-Drunk Love" brilliert der Komiker als neurotischer Jungunternehmer.
Barry Egan verlässt seine eintönige Lagerhalle, läuft auf die Straße und sieht ein Harmonium vor sich. In diesem Moment fährt ein Auto vorbei, gerät ins Schleudern und überschlägt sich mit ohrenbetäubendem Lärm. - Die Auftaktszene von "Punch-Drunk Love" (2002) steht stellvertretend für den ganzen Film: Sie ist schrill, grotesk und ergibt irgendwie keinen Sinn. ZDFneo zeigt die virtuose Fingerübung von Kult-Filmemacher Paul Thomas Anderson, dessen aktueller Film "One Battle After Another" als großer Favorit bei der Oscar-Verleihung im März gilt, am Dienstag, 20. Januar um 22.35 Uhr.
Die Geschichte, die der "Magnolia"-Regisseur mit selten gewordener Lakonie erzählt, fällt aus dem Rahmen standardisierter Hollywood-Produktionen: Barry Egan - Komödiensuperstar Adam Sandler ("Big Daddy", "Mr. Deeds") in seiner vielleicht besten Rolle - kommt mit dem Leben nicht zurecht. Seine Firma, die ungewöhnliche Artikel per Telefonorder vertreibt, läuft schleppend, seine sieben Schwestern nörgeln ständig an ihm herum, und eine Frau hat er bislang auch noch nicht gefunden. So überrascht es nicht, dass er sich hin und wieder mittels unkontrollierten Gewaltausbrüchen Luft verschafft. Dabei geht dann schon mal die Panoramascheibe im Haus seiner Schwester zu Bruch.
"Punch-Drunk Love" feiert die einzigartige Kraft der Liebe
Die zwei einzigen Lichtblicke sind die attraktive Lena Leonard (Emily Watson), die seine Schwester angeschleppt hat und die sich an Barrys Neurosen nicht zu stören scheint, sowie die Bonusmeilen-Werbeaktion einer Puddingfirma. Barry ist clever genug, um zu erkennen, dass dem Unternehmen ein Fehler unterlief: Schließlich könnte er sich für ein paar Tausend Dollar Puddingbecher kaufen und damit so viele Meilen erwerben, dass er nie wieder für Flüge bezahlen müsste. Als er eines Nachts versehentlich bei einem Telefonsexanbieter anruft, um zu reden, und fortan vom Betreiber, dem Matratzenverkäufer Dean Trumbell (Philipp Seymour Hoffman), erpresst wird, beschließt er auszubrechen und Lena, die gerade auf Hawaii weilt, hinterherzureisen. Leider ist die Aktion mit den Puddingbechern nicht ganz so einfach wie gedacht.
Hinter diesem Film steckt eine klare Ambition: Weg von der Opulenz, der Intensität und Perfektion von "Magnolia", hin zu einem kleineren, leichteren und schneller fertig zu stellenden Film. Dazu ist "Punch-Drunk Love" skurril, amüsant und einfach abgefahren. Wenn es hier überhaupt um eine Aussage, um einen "Sinn" geht, dann darum, die einzigartige Kraft der Liebe zu feiern, aus den Menschen das Beste herauszuholen und ihnen dabei zu helfen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Quelle: teleschau – der mediendienst