Heute im Free-TV: Düsteres Endzeit-Action-Drama von späterem Oscar-Preisträger

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Snowpiercer
Hinter jeder Abteiltür kann wie in einem Computerspiel das pure Grauen lauern: Curtis (Chris Evans, Mitte) und seine Mitstreiter treffen auf eine perfide Henkerstruppe.
ZDF/2013 SNOWPIERCER LTD.CO
Snowpiercer
In 365 Tagen um die postapokalyptische Welt: Der Snowpiercer bahnt sich seinen Weg durch die menschenleere Eiswüste.
ZDF/2013 SNOWPIERCER LTD.CO
Snowpiercer
Selten sah man die wandlungsreiche Tilda Swinton - hier als groteske Ministerin Mason - derartig großartig überperformen.
ZDF/2013 SNOWPIERCER LTD.CO
Snowpiercer
Gilliam (John Hurt), der sicher nicht zufällig den Namen des Regisseurs von "Brazil" trägt, führt den Aufstand zunächst mit an.
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Snowpiercer
Rebellionsanführer Curtis (Chris Evans) kämpft ums Überleben.
ZDF/2013 SNOWPIERCER LTD.CO

Der koreanische Regisseur Bong Joon-ho ("Parasite") schuf mit "Snowpiercer" ein überaus spannendes, persönliches und intelligentes Endzeit-Actiondrama.

Wir schreiben das Jahr 2031. Genau 17 Jahre ist es her, dass sich die Menschheit dazu entschloss, ein Kältemittel in die Atmosphäre zu schießen, um der globalen Erderwärmung entgegenzuwirken. Doch leider ging das Experiment schief: Alles Leben auf dem blauen Planeten fiel innerhalb kürzester Zeit einer neuen Eiszeit zum Opfer. Einzige Überlebende sind die Passagiere einer futuristischen Eisenbahn - ein Perpetuum mobile, das innerhalb von 365 Tagen die Erde umrundet. Bong Joon-ho, der mit "Parasite" 2020 den Oscar als bester Regisseur gewann, gelang mit "Snowpiercer" (Freitag, 1. Mai, 23.15 Uhr, 3sat), ein faszinierendes Science-Fiction-Drama, das wie ein wahr gewordener Albtraum erscheint.

"Snowpiercer" ist der Name jener perfekt funktionierenden Maschine, die Jacques Lob und Jean-Marc Rochette 1982 in ihrer Graphic Novel "Schneekreuzer" vorstellten. Entwickelt wurde der Hochgeschwindigkeitszug von einem ominösen Mann namens Wilford (Ed Harris), der sich für eine Art Halbgott hält.

Jenen Wilford haben die Passagiere der dritten Klasse, die unter menschenunwürdigen Bedingungen im hermetisch abgeriegelten hinteren Teil des Zuges ihr Dasein fristen, noch nie zu Gesicht bekommen. Stattdessen schickt das Genie seine völlig durchgeknallte Assistentin Mason (kaum wiederzuerkennen: Tilda Swinton) aus dem luxuriösen vorderen Abteil, um die unzufriedenen Menschen dritter Klasse immer wieder auf Kurs zu bringen - und grausam zu bestrafen.

Faszinierendes Endzeitdrama mit echten Überraschungsmomenten

Dennoch braut sich unter den Unterdrückten nach Jahren mal wieder eine Rebellion zusammen. Angeführt wird der Aufstand von dem schwer traumatisierten Curtis ("Captain America"-Darsteller Chris Evans), dem jungen Edgar (Jamie Bell) und dem Unterschichtenchef Gilliam (John Hurt). Ihr Ziel: Die Spitze der stählernen Arche Noah zu erreichen, wo sie Wilford umbringen und "die Maschine" unter Kontrolle bringen wollen.

Wie in einem intelligenten Computerspiel lauern auf die Revolutionäre und die Zuschauer in jedem Zugabteil völlig unerwartete Überraschungen. Einzig die mit hellseherischen Fähigkeiten "gesegnete" Yona (Ko Asung), kann manchmal erahnen, welch groteske Szenarien sich hinter den Zugtüren verbergen.

So viel sei den Zuschauern vorab über dieses faszinierende Endzeitszenario verraten: Der Bodycount bei den ungewöhnlichen Kampfszenen in einzelnen Abteilen ist hoch, das Entsetzen über gehirngewaschene Mitmenschen in dieser streng geregelten Gesellschaft noch größer. Und wer sich auf die alte Blockbuster-Regel verlässt, dass Sympathieträger nicht urplötzlich abkratzen, der wird schwer desillusioniert.

Quelle: teleschau – der mediendienst