Wenn Hass im Netz zur realen Bedrohung wird

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"Eine bessere Welt"
In ihrem Buch "Eine bessere Welt - Utopische Gedanken zur Klimakrise" fordert die Geologin Elena (Peri Baumeister) unter anderem ein CO2-Budget für jeden Einzelnen von uns. Ihre Thesen polarisieren und rufen einen Shitstorm hervor.
ZDF/Julia Feldhagen
"Eine bessere Welt"
Elenas Ehemann Deniz (Serkan Kaya) macht sich Sorgen um seine Frau, weiß aber nicht, wie er ihr helfen kann.
ZDF/Willi Weber
"Eine bessere Welt"
Elena (Peri Baumeister) und Deniz (Serkan Kaya) sind glücklich mit ihrer Ehe und ihren beiden Kindern, gerade erst sind sie in ein altes Haus in der Natur gezogen. Doch der Shitstorm gegen Elena macht ihnen zunehmend das Leben zur Hölle.
ZDF/Willi Weber
"Eine bessere Welt"
Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali spielt erstmals in einem fiktiven Film - und zwar die Moderatorin einer Polittalkshow. "Die Arbeit für die Produktion hat mir großen Spaß gemacht, zumal ich ja in der mir bekannten Rolle bleiben konnte. Darüber hinaus freut es mich natürlich, dass ein so wichtiges Thema durch den Film Aufmerksamkeit bekommt," sagt sie im ZDF-Interview.
ZDF/Julia Feldhagen
"Eine bessere Welt"
Weil ein anderer Gast kurzfristig ausfällt, wird die Wissenschaftlerin Elena (Peri Baumeister, links) in eine von Dunja Hayali moderierte Talkshow eingeladen. Dort trifft sie auf Boris Graubner (Roland Silbernagl), der eine ganz andere Meinung zu einer ökologischen Zukunft vertritt als sie.
ZDF/Julia Feldhagen
"Eine bessere Welt"
Da ist die Welt noch eine bessere: Elena (Peri Baumeister) zieht mit ihrer Familie in ein neues Haus. Dabei kommt sie mit dem Umzugshelfer Nico (Carl Benzschawel) ins Gespräch, der sich für ihr Buch "Eine bessere Welt - Utopische Gedanken zur Klimakrise" interessiert.
ZDF/Julia Feldhagen
"Eine bessere Welt"
Elena (Peri Baumeister, Mitte) sorgt sich um ihre Kinder Sami (Elyas Efe, links) und Ada (Soraya Marie Efe). Die Drohungen im Netz betreffen auch ihre Familie.
ZDF/Frank Hempel
"Eine bessere Welt"
Nach einer Vorlesung spricht die Studentin Lara (Kayla Shyx, links) Elena (Peri Baumeister) an. Sie wird schon seit vier Jahren online gemobbt.
ZDF/Willi Weber
"Eine bessere Welt"
Elena (Peri Baumeister) und Tochter Ada (Soraya Marie Efe) begeistern sich für die Natur und ganz besonders für Vögel. Bei einem Ausflug hoffen sie, einen Goldregenpfeifer zu finden.
ZDF/Willi Weber

Mit polarisierenden Aussagen zur Klimakrise zieht die Wissenschaftlerin Elena (Peri Baumeister) einen Shitstorm auf sich. Drohungen und Beschimpfungen im Netz werden zur analogen Bedrohung. Die psychischen Folgen für das Opfer sind immens. Eine Dokumentation im Anschluss ordnet den fiktiven Fall ein.

Das Internet und die sozialen Medien: Segen und Fluch zugleich. Weitgehend ungefiltert kann hier jede und jeder anonym die eigene Meinung kundtun. Ein falsches Wort - und irgendjemand findet immer etwas falsch - und die nicht mehr aufzuhaltende Hasswelle rollt los. Sie kann den Ruf ruinieren und Karrieren, Opfer in den Suizid treiben und zu physischer Gewalt führen, wenn die virtuelle Hetze die Grenze zur analogen Welt überschreitet. Das ist alles schon vielfach geschehen.

Hass im Netz erfährt auch die Geologin Elena (Peri Baumeister) im TV-Film "Eine bessere Welt" (Regie und Buch: Sebastian Hilger, Koautorin: Nadine Gottmann) am Montagabend im ZDF. Der Titel des sozialkritischen Thrillers ist gleichzeitig der des Buches zur Klimakrise, mit dem Elena in eine Talkshow eingeladen wird. Als Moderatorin tritt in einer Gastrolle die Journalistin Dunja Hayali auf, die selbst schon häufig Ziel von Hass im Netz wurde. Auch Elenas Aussagen in der Sendung bleiben nicht folgenlos.

Massen von Mails legen den Server ihres Uni-Instituts lahm, Elena gerät mitten hinein in einen Online-Shitstorm. Die Hass-Kommentare zielen nicht nur auf ihre Aussagen, sondern auf alles, ihr Alter, Aussehen, Geschlecht. Es folgen Drohungen und drastische Beschimpfungen. Als ihre Hühner plötzlich tot im Garten liegen, ist Elena sicher, dass ihre Hater dahinterstecken, ihr Leben und das ihres Mannes Deniz (Serkan Kaya) und der gemeinsamen Kinder in Gefahr ist.

Keine Einzelfälle, sondern Krieg

Elenas Studentin Lara (Kayla Shyx) wird bereits seit Jahren im Netz tyrannisiert, auch körperliche Angriffe erfuhr sie. Als Elenas Anzeige bei der Polizei im Nichts verläuft, die Drohungen zunehmen und sie jedem zu misstrauen und an sich selbst zu zweifeln beginnt, willigt sie ein, an einer Online-Doku mitzuwirken, in der Cybermobbing-Opfer auf ihre Geschichten aufmerksam machen, sich nicht einschüchtern lassen, ihre Stimmen erheben. Das seien keine Einzelfälle, so Lara, "sondern Krieg". Dabei mache die Psyche der Opfer "keinen Unterschied zwischen digitaler oder analoger Gewalt", erklärt Hauptdarstellerin Peri Baumeister im ZDF-Interview.

Die psychischen Folgen digitaler Bedrohung aufzuzeigen, das ist das Anliegen des ZDF-Films: wie sie "Angst, Selbstzweifel und Selbstgefährdung hervorbringt und wie schnell digitale Gewalt in reale, physische übergehen kann", sagt Drehbuchautorin Nadine Gottmann. Peri Baumeisters Spiel, ihre Mimik, in die sich der Terror und die wachsende Panik meißeln, transportiert das in weiten Teilen äußerst eindringlich.

"Digitale Gewalt wirkt dabei wie ein Brennglas auf die tiefliegende gesellschaftliche Kluft, die wir derzeit erleben", sagt Gottmann. "In einer besseren Welt würden wir faktenbasiert und respektvoll miteinander kommunizieren und Täter würden konsequent zur Verantwortung gezogen."

Im Anschluss an den Film, um 22.15 Uhr, setzt "Hass im Netz: Eine bessere Welt - Die Dokumentation" die Handlung des Spielfilms in den realen Kontext. Zu Wort kommen Cybermobbing-Opfer wie der ehemalige Fußballprofi Kevin Plath sowie Vertreter von Beratungs- und Meldestellen wie HateAid.

"Eine bessere Welt" - Mo. 23.03. - ZDF: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst