So teilen sich die Lady Greyhounds eine heruntergekommene Kabine mit Jugendteams, während die Männer luxuriöse Bedingungen genießen. Sponsoren sind schwer zu finden, Medieninteresse muss hart erarbeitet werden, und manchmal fehlt es sogar an den einfachsten Dingen wie Trikots. Hinzu kommen Fragen, über die der Männerfußball kaum nachdenken muss: Schwangerschaft, Mutterschaft oder Kinderbetreuung lassen sich nicht einfach aus dem Spielplan streichen. Nicht einmal, wenn man Ted Lasso heißt.
"München Beats" - ZDF.de
Die vierteilige Miniserie "München Beats" (ab Freitag, 7. August, auf zdf.de) ist ein Mainstream-kompatibles Melodram um zwei Familien. Aber eben auch der Versuch, etwas über Münchener Zeit- und Kulturgeschichte Mitte der 90-er zu erzählen. Im Mittelpunkt steht die 20-jährige Bauerntochter Linda (Jule Hermann), die Techno und Clubkultur entdeckt - und DJ werden will.
Lindas Vater Georg (Frederic Linkemann) baut wie viele Landwirte aus dem Münchener Umland Kartoffeln für Pfanni-Unternehmer Theo Meinhardt (Tobias Moretti) an. Die beiden Familien sind seit langem befreundet. Lindas Mutter Veronika (Marlene Morreis) und Alicia Meinhardt (Sophie von Kessel), sind Partnerinnen vom "alten Schlag", die den Männern den Rücken frei halten. Doch die Zeiten ändern sich.
Mitte der 90-er funktioniert das Geschäftsmodell von Patriarch Theo nicht mehr. Ein Industriestandort mitten in München ist nicht mehr rentabel. Theos Sohn Marius (Klaus Steinbacher) verschleudert laut Theos Meinung Geld mit Geschäften im Internet. Als Marius abgebrannt aus New York zurückkehrt, fühlt sich Traditionalist Theo bestätigt.
Besser in die neue Zeit schafft es die musikbegeisterte Linda. Sie zieht bei den Eltern aus und im traditionellen Münchener Schwulentreff Hotel Deutsche Eiche ein. Hier erhält sie einen Gastro-Job vom fürsorglichen Rudi Dreiseitl (Michael A. Grimm). Dies soll jedoch nur eine Zwischenstation darstellen, denn Linda möchte nach dem Erleben einer Techno-Nacht unbedingt DJ werden. Als sie ihren Kindheitsfreund Marius nach vielen Jahren wieder trifft, entsteht zwischen den beiden jungen Leuten eine besondere Chemie.
"München Beats" versucht, all dies Mainstream-gerecht zu erzählen: alte Wirtschaft gegen neue Geschäftsmodelle rund um Internet und Clubkultur, traditionelle Familienstrukturen versus diverse sexuelle Orientierung. Dazu die Münchener Stadtentwicklung rund um das heutige Werksviertel oder auch die Zwischennutzung des Flughafens München Riem und was sie für den kulturellen Wandel Münchens bedeutete. Man kennt diese Erzählweise von Serien wie "Ku'damm".
"The Last House" - Netflix
Eine Handvoll Menschen, plötzlich eingesperrt in ihren eigenen vier Wänden: Dieses Szenario hat Netflix schon einmal in einem Film verarbeitet: Die deutsche Produktion "Brick" erschien im Juli 2025 und war mit Matthias Schweighöfer, Ruby O. Fee und Frederick Lau ziemlich prominent besetzt. Ein gutes Jahr später erscheint mit "The Last House" (ab Freitag, 7. August) ein ähnlicher Film. Diesmal wird eine vierköpfige Familie eingesperrt.
Es beginnt mit einem ganz normalen Morgen, wie ihn wohl viele Familien aus ihrem eigenen Leben kennen: Die Eltern Ann (Greta Lee) und Jason ("Narcos"-Star Wagner Moura) und ihre Kinder Graham (Noah Alexander Sosnowski) und Ruth (Riley Chung) machen sich fertig für den Tag. Doch dann lässt sich plötzlich die Haustür nicht mehr öffnen. Auch alle Fenster sind wie von Zauberhand verriegelt. Die Familie sitzt fest, tage-, wochen-, jahrelang. Je mehr Zeit vergeht, umso beschwerlicher wird das Leben: die Vorräte gehen langsam zur Neige, und die Familie muss kreativ werden, um zu überleben. Außerdem wird bald klar: Wie der vierköpfigen Familie ist es vielen Menschen, vielleicht sogar allen Menschen auf der Welt ergangen. Und dahinter steckt eine noch unbekannte Macht ...
Der französische Regisseur Louis Leterrier inszenierte unter anderem bereits einzelne Episoden der Erfolgsserie "Lupin" und den Actionkracher "Fast & Furious 10". In "The Last House" lädt der 53-jährige Sohn des Regisseurs François Leterrier nun zu einem unter die Haut gehenden Horrortrip.
Quelle: teleschau – der mediendienst