Heute ist Sport angesagt, weiß die Hannover-Gruppe. Allerdings macht sich auch die Befürchtung breit, dass sich die Gäste ihr "Dinner" bei Adib (38) an Tag 3 erst durch körperliche Betätigung verdienen müssen ...
"Ich hab grad ein kleines Workout noch gemacht", öffnet Adib hoch motiviert die Tür zu seinem Haus in Garbsen. Und das, obwohl er noch bis in die frühen Morgenstunden den Tisch dekoriert und Teig vorbereitet hat. Als Coach und Personal Trainer lässt er eben keine Gelegenheit aus, um sich körperlich zu betätigen. Liegestützen beim Kochen? Unbedingt! Squats beim Kräuterschneiden? Dafür ist doch immer Zeit! "Es ist ja ein menschliches Bedürfnis zu gewinnen. Ohne Wettbewerb würde es kein Leben geben", trotzdem muss Adib das "perfekte Dinner" nicht unbedingt gewinnen. Den Perfektionismus habe er vor drei Jahren hinter sich gelassen. Inzwischen laute sein Lebensmotto: "Nicht perfekt, aber echt."
Früher wog der Hannoveraner mit syrischen Wurzeln 120 Kilo. Damals aß Adib noch viel Fleisch, inzwischen überwiegend vegetarisch: "Ich esse Fleisch, aber bewusst." Deshalb müssen auch seine Gäste heute ohne auskommen. Die syrische Küche ist zum Glück gesund und lecker, was dem Sportfanatiker entgegenkommt. Er nennt sein Motto "Dibos Mindfood-Kitchen", "weil die Vorspeise und die Hauptspeise eine Nährstoffbombe ist für Sportler, die sich bewusst ernähren wollen". Es gibt:
- Vorspeise: Orient-Fladen mit Kichererbsen, Zitronen-Tahina-Joghurt und arabischer Butter
- Hauptspeise: Würziger Bulgur mit grünen Linsen, Röstzwiebeln und Cashew-Topping
- Nachspeise: Traditioneller syrischer Grießkuchen mit Pistazien und Zuckersirup
Sascha (48) meint den "Dinner"-Ablaufplan von Adib zu kennen: "Erst mal eine Minute planken, bevor es überhaupt reingeht. Aperitif, dann zehn Sit-ups. Dann Vorspeise. Und so wird es sich den ganzen Abend dann durchziehen." Ähnliches befürchtet Franky (50): "Er hat wohl irgendwelche Fitnessgeräte im Garten. Ich hoffe aufgrund der Temperaturen, dass wir da nicht dran rumturnen müssen." Worauf sich aber alle freuen: auf die orientalische Note des Menüs.
Spaß geht auch ohne Alkohol
Bevor die Gäste kommen, gönnt sich Adib im Fitnesskeller natürlich noch ein Workout. Schnell geduscht und schick gemacht - dann können die Gäste kommen. "Er hat uns herzlich, warm, freundlich begrüßt, als ob man nach Hause kommt", beschreibt Andreas (56) die dicke Umarmung des Gastgebers. "Für den Abend seid ihr nicht meine Gäste, sondern meine Freunde", erklärt Adib. Außerdem verrät er, warum es heute keinen Alkohol gibt: "Freude und Spaß kommt nicht aus der Flasche, sondern aus dem Unterbewusstsein. Man kann auch Spaß haben ohne Alkohol."
Den Orient-Fladen hat Adib aus dem Laden besorgt. "Das Problem ist: Dafür brauchst du einen Steinofen", und den hat er nicht. "Ach, das Brot ist da drin?", entdeckt Kira (31) die gezupften Fladenstücke, die bei der Zubereitung eins geworden sind mit Kichererbsen und Joghurt. Sascha hätte mehr Selbstgemachtes erwartet: "Ich finde es bisschen schade, dass es ein gekauftes Brot war." Kira hätte sich außerdem mehr Gewürzvielfalt gewünscht. Die verhaltenen Reaktionen der Gäste interpretiert Adib positiv: "Ich glaube, die waren echt erstaunt darüber. Die haben gesagt: Boah, so habe ich das nicht erwartet."
Arme-Leute-Essen beim "Dinner"
"Sieht sehr interessant aus", begutachtet Andreas den vegetarischen Hauptgang mit Linsen und Bulgur. "Es ist eigentlich ein arabisches Gericht", erklärt Adib. "Aber es wird ganz anders gemacht", hat er seine eigene Version daraus gezaubert. Außerdem: "Es ist eigentlich ein Gericht für Menschen, die wenig Geld haben." Kira hadert mit zu viel Kreuzkümmel, Knoblauch und der Konsistenz: "Irgendwie war es auf Dauer schon auch trocken." Saschas Fazit zum Arme-Leute-Essen: "Für so einen 'Dinner'-Abend leider ein bisschen einfach."