Bei der Explosion in einem Baucontainer an der Autobahn kommt der Ingenieur Claudio Messina ums Leben. Einiges deutet darauf hin, dass Marie Brand und Jürgen Simmel es im nun wiederholten Fall von 2023 mit einem Mafia-Verbrechen zu tun haben.
Wenn am Mittwochabend "Marie Brand und die Ehrenfrauen", der 32. Fall der beliebten ZDF-Krimireihe, wiederholt wird, bedeutet das womöglich, dass es die deutsche Nationalelf nicht in die k. o.-Runde der Fußball-WM geschafft hat, denn das ZDF überträgt im Falle einer deutschen Beteiligung das Sechzehntelfinale der Gruppe E, welches diese Woche ausgetragen wird. Aber "Marie Brand" ist ja auch spannend, auch ohne Ball.
Der Film aus dem Jahr 2023 beginnt wie ein Mafia-Thriller: Als auf einer Baustelle an der Kölner Autobahn ein Container explodiert, kommt dabei der Ingenieur Claudio Messina ums Leben. Wenig später wird auf besagter Baustelle dann auch noch ein Vorarbeiter umgebracht. Wollte er eine Bande auffliegen lassen? Waren Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit, die Unterschlagung von Sozialleistungen im Spiel? - Da heißt es für Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) fleißig recherchieren und kiloweise Akten studieren. Auf ihren Schultern lastet ein Job, den für gewöhnlich eine ganze Sonderkommission übernimmt. Entsprechend gibt es diesmal etwas weniger Humor als sonst.
Obwohl sehr bald alles auf ein Mafia-Delikt verweist, eines der vielen, die den Kölner Raum vor einigen Jahren tatsächlich heimsuchten, tappen Marie Brand und Jürgen Simmel in dieser Episode (Buch: Katja Röder, Regie: Michael Zens) lange im Dunkeln. Auf der Baustelle fühlen sich die Kommissare wie ein Löwe, "der Antilopen jagt". Erst der Besuch bei der vielfach in Köln ehrenwert verorteten Schwester des Toten (Lokale, Kaffeegeschäfte, Espressomaschinen) werden die Kommissare endlich fündig. Francesca Messina (Dagny Dewath) zieht ihren Verdacht auf sich. Aber warum sollte sie ihren Bruder getötet haben?
Simmel wird Barista und muss tausend Akten wälzen
Simmel hat eine Prüfung zum Barista bestanden und fühlt sich nun als Espresso-Experte. Brand ist ihm da aber weit voraus, auch was die Italienischkenntnisse betrifft. Die Italien-Begeisterung der beiden passt gut zum Thema dieser Episode: Mitunter fühlt man sich in die Gastarbeiterzeit der 50er-Jahre zurückversetzt. Ein sizilianischer Obstbauer und ein Ziegenhirte, "Inhaber" nie da gewesener Leiharbeiterfirmen und beide Strohmänner, sacken in der schönsten Szene des Films zuletzt das Schwarzgeld im Koffer ein. Doch gemach, hinter ihnen steht schon eine Mafiadame mit der Pistole ...
Zu Recht beschwert sich der arme Simmel darüber, Polizeiakten der letzten zehn Jahre studieren zu müssen. Aber immerhin: Nur so kommt man ganz allmählich der "Ehrenwerten Gesellschaft" auf die Spur. So viel sei verraten: Es sind diesmal nicht die "Uomini d'honore", die Ehrenmänner, sondern die "Ehrenfrauen" des Folgentitels, auf die sich hier das Spotlight richtet. Endlich mal hat die Emanzipation auch die Mafia erreicht.
Sollte es ein fußballfreier Mittwoch sein, dürfen sich "Marie Brand"-Fans am selben Abend auf einen weiteren alten Fall der Reihe freuen. Um 22.15 Uhr wird dann nämlich die 33. Folge "Marie Brand und die falsche Wahrheit" ausgestrahlt. Der letzte neue Film, "Marie Brand und die verlorenen Kinder", war Anfang des Jahres zu sehen, ein weiterer Film, der mittlerweile 39., ist bereits abgedreht. Der Sendetermin steht allerdings noch nicht fest.
Marie Brand und die Ehrenfrauen - Mi. 01.07. - ZDF: 20.15 Uhr