Eine Steinmosaik-Technik, die bereits die Fürsten der Toskana verzauberte, verblüffte in der Dienstagsfolge von "Bares für Rares" erst Horst Lichter und dann die Händler. Nur eins war noch erstaunlicher: der Verkaufspreis.
Andreas und sein Vater brachten ein Mitbringsel nach Köln, welches der Sohn wenig schätzte, wie sein Tonfall subtil verdeutlichte: "Ich habe es mal gesehen und gesagt: Komm, lass es uns verkaufen." Beide lachten. Die gute Laune sollte sich im Händlerraum noch steigern.
"Ein Bild" glaubte Horst Lichter zu sehen. Experte und Galerist Colmar Schulte-Goltz wusste es besser: "Ein Steinmosaik." Lichter war verblüfft: "Ich sehe noch immer kein Mosaik, sondern nur ein Bild, aber du erklärst mir das." Der Experte freute sich aus gutem Grund ...
"Du siehst genau das Richtige, das ist das Schöne und hat die Menschen in Erstaunen gebracht", sagte Colmar Schulte-Goltz. "Dieser Künstler ist 'ein Maler in Stein', so das Urteil der Zeitgenossen", wusste er. Giovanni Montelatici wandte eine uralte Technik wieder an. Um 1900 habe Montelatici die wahrhaft steinalte Pietra-Dura-Technik der Florentiner Handwerkskünstler wiederbelebt. Die dauerhaften harten Steine wurden "schon für die Großherzöge der Toskana" so verarbeitet, dass beeindruckende Bilder entstanden.
Dass man mithilfe von Steinen eine Szenerie mit derartigem malerischen Effekt darstellen konnte, beeindruckte die Besucher der Weltausstellung um 1900 und bescherte dem italienischen Künstler dort einen Preis, der seinen Erfolg drastisch ankurbelte.
Händler-Team nimmt besondere Rarität direkt unter die Lupe
"Ich kann immer noch nicht sehen, dass das Steinchen sein sollen", ist Horst Lichter weiterhin verblüfft. Colmar Schulte-Goltz versichert ihm dies erneut und lenkt den Blick des Moderators auf die faszinierende Detailverliebtheit. "Sogar der Wollfaden der zu sehen ist, ist eingelegter kleiner Stein in vielen kleinen Stücken", weiß der Experte. Der Künstler wählte die Steine nach ihrer natürlichen Zeichnung - auch Details wie "echter Lapislazuli als Oberkörperfarbe" der Dame im Hintergrund.
"Die Gesichter sind aber gemalt?", glaubte Lichter. Wieder verneinte der Experte. Auch diese waren "eingelegt, Stein in Stein". Auf dem Seidenstoff der lädierten Transportschachtel verriet ein goldener Aufdruck sowohl den Hersteller als auch den Verkaufsort Florenz.
"Die Kiste bedarf ein wenig Zuwendung", umschrieb Horst Lichter die Mängel. Das Mosaik selbst wirkte zum Glück wie neu. Den Wunschpreis von 2.000 Euro korrigierte Schulte-Goltz nach oben - auf bis zu 3.000 Euro. Gerd und Andreas freuten sich. Doch es kam noch besser.