Colin Farrell als Alien: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

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"John Sugar", Staffel zwei
John Sugar (Colin Farrell) und seine mysteriöse Hotel-Bekanntschaft (Laura Donnelly) blicken zu den Sternen. Für John ist der Blick nicht nur ein romantischer Akt, sondern mit Gefühlen rund um Verlust und persönlichen Erinnerungen verknüpft.
Apple TV
"Prisoner - Auf der Flucht"
Leonie Benesch spielt im vierteiligen Brit-Thriller "Prisoner - Auf der Flucht" eine gnadenlose Jägerin. Im Auftrag eines mächtigen Syndikats soll sie einen wichtigen Zeugen ausschalten.
Sky UK
"Voicemails for Isabelle"
Nach dem Tod ihrer Schwester sucht Jill (Zoey Deutch) in "Voicemails for Isabelle" über Sprachnachrichten weiter den Kontakt zu ihr.
Netflix
"Nur für dein Leben"
David Burroughs (Sam Worthington) sitzt für einen Mord im Gefängnis, der sich, wie es aussieht, nie ereignet hat.
Christos Kalohoridis/NETFLIX © 2025

Apple schickt die Qualitätsserie "John Sugar" mit Colin Farrell als unter Menschen hausenden Alien in eine zweite Staffel. Im sechsteiligen Brit-Thriller "Prisoner - Auf der Flucht" in der ARD-Mediathek glänzt Leonie Benesch in einer ungewohnten Rolle. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Detektiv John Sugar ist zurück im Maßanzug unter der Sonne von Los Angeles. Klingt gewöhnlich? Nun, die Serie "John Sugar" bei Apple TV ist alles andere als das. Staffel eins hinterließ vor ziemlich genau zwei Jahren Kritiker und Publikum mit offenem Mund. Man staunte nicht schlecht ob des kühnen Genre-Mixes und der tollen filmischen Qualität der Serie. Manche fanden sie aber einfach nur albern oder sogar ärgerlich. Wie heißt es so schön: Die Kritik war gespalten. Was das ganze nur noch aufregender macht. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"John Sugar", Staffel zwei - Apple TV

John Sugar (Colin Farrell) ist ein zurückgelassenes Alien, dessen heimatlose Formwandler-Rasse den melancholischen Cineasten, Humanisten und Detektiv am Ende von Staffel eins auf der Erde zurücklässt - auf eigenen Wunsch. Sugar, der über unbegrenzte finanzielle Mittel zu verfügen scheint und in einem stylischen Hollywood-Retro-Hotel residiert, ist als "Private Eye" Spezialist für Vermisstenfälle. Nachdem er in Staffel eins auf der Suche nach dem verschwundenen Spross einer Filmmogul-Familie war, wird nun der Bruder eines koreanischen Boxers (Jin Ha) vermisst.

Dass Sugar ein die menschliche Rasse liebendes Alien ist, wurde erst am Ende von Staffel eins enthüllt und gilt als einer der spektakulärsten Plot-Twists der jüngeren Serien-Geschichte. Der Sci-Fi-Aspekt der in traumhaft schönen Bildern eingefangenen Melancho-Detektivserie hält sich jedoch stark in Grenzen. Als sich Sugar - neuerdings mit Assistentin (Sasha Calle) - auf die Suche nach dem verschwundenen Bruder (Raymond Lee) des Boxers macht, sticht er in ein Wespennest aus Lügen, Intrigen und Verschwörungen in der City of Angels. Dass es in der Film-Noir Hommage zwischen Whiskey-Glas und verbal verknappter Lebensphilosophie in der Hotelbar auch ein "love interest" geben muss, versteht sich von selbst: Laura Donnelly spielt einen mysteriösen Hotel-Gast, und sie scheint kaum weniger außerirdisch als der Detektiv.

"John Sugar", Staffel zwei, überrascht mit tollen Figuren, überraschenden Wendungen und einem Fall, der sogar ohne die besondere Inszenierung und Serienidee funktionieren würde. Dazu ist das neue, achtteilige Werk ein tolles L.A.-Porträt, das wie kaum eine andere Serie alle Facetten - und vor allem viele ungewöhnlich Schauplätze - der Sehnsuchtsstadt mit Untiefen zeigt. Die zweite Staffel von "John Sugar" ist ab Freitag, 19. Juni, mit wöchentlich einer neuen Folge bei Apple TV zu sehen.

"Prisoner - Auf der Flucht" - ARD Mediathek

Zugegeben - der Plot des sechsteiligen britischen Action-Thrillers "Prisoner - Auf der Flucht" (in der ARD-Mediathek ab Freitag, 19. Juni) ist nicht ganz neu: Die selbstsichere Justizbeamtin Amber Todd (Izuka Hoyle) träumt von einer Karriere als Kriminalpsychologin und kehrt nach der Geburt ihrer Tochter in den Beruf zurück. Ihr erster Einsatz führt sie mit ihrem Kollegen Joe (Steven Elder) zu einem heiklen Transport: Kronzeuge Tibor Stone (Tahar Rahim), der gegen ein mächtiges Verbrecher-Syndikat aussagen will, soll von einem geheimen Versteck nach London gebracht werden. Ober-Bösewicht Harrison Dempsey (Brían F. O'Byrne), ein charismatischer und skrupelloser Krimineller, hat allen Grund, den Verrat seines ehemaligen Vertrauten zu fürchten. Als der schwer gesicherte Konvoi unterwegs überfallen wird, gelingt Amber zwar die Flucht - doch sie ist an Tibor gekettet und auf sich allein gestellt.

Was passiert, wenn man zwei grundverschiedene Menschen aneinander gekettet und durch eine Welt voller Bedrohungen jagt? Autor Matt Charman, der für Steven Spielbergs Film "Bridge of Spies - Der Unterhändler" eine Oscar-Nominierung erhielt, hat aus der Grundidee eine spannende Thrillerserie gemacht. Das Herzstück von "Prisoner" ist zweifellos die außergewöhnliche Chemie der beiden Hauptdarsteller. Izuka Hoyle ("Boiling Point", "Das Rad der Zeit") ist Schottin mit nigerianischen Wurzeln. Die 1996 in Edinburgh geborene Schauspielerin schwärmt von ihrem Kollegen Tahar Rahim ("Ein Prophet") als einem der größten Schauspielpartner, mit denen sie je zusammengearbeitet hat - beide hätten sofort eine tiefe Verbindung gespürt. Dazu ist die deutsche Ausnahmeschauspielerin Leonie Benesch ist in einer charismatischen Rolle als Jägerin zu sehen.

Gewohnt faszinierend ist die in Großbritannien ausgebildete Leonie Benesch ("Lehrerzimmer", "Heldin") in einer für sie eher untypischen Rolle. Die 35-Jährige, sonst Spezialistin für empathische Figuren, spielt hier eine Killerin mit eiskaltem Mindset, in deren Entschlossenheit und Professionalität jedoch manchmal Brüche und leise Zweifel aufkommen. Auch diese Rolle meistert Benesch brillant, wie auch die anspruchsvollen Action-Szenen.

"Voicemails for Isabelle" - Netflix

Die Zweitverwertung erfolgreicher Filmideen steht nicht nur bei Disney hoch im Kurs. Während der Mauskonzern seit Jahren alte Zeichentrickklassiker als Realverfilmungen neu ins Kino bringt, scheinen sich andere Filmemacher zunehmend nach Inspirationen aus dem Ausland umzusehen. Auch die Grundidee der US-amerikanischen Rom-Com "Voicemails for Isabelle" (ab Freitag, 19. Juni, bei Netflix) dürfte vielen bekannt vorkommen: Der Tod ihrer Schwester Isabelle ist für Jill (Zoey Deutch) eine Zäsur. Mit Sprachnachrichten an deren Nummer versucht die junge Frau aus San Francisco den Verlust ein Stück weit zu verarbeiten. Eines Tages jedoch wird die Nummer neu vergeben - und Jills Botschaften erreichen den mysteriösen Immobilienmakler Wes (Nick Robinson) aus Austin, Texas. Der hört die Nachrichten eine nach der anderen ab und entwickelt schließlich eine echte Zuneigung für die Unbekannte. Vor allem als er den wahren Grund für Ihr Handeln erfährt. Irgendwann beschließt Wes, Jill kennzulernen. Er reist nach San Francisco und steht schon bald vor einem Dilemma: Wie soll er ihr die Wahrheit erzählen, ohne sie zu verlieren?

Der heute 31-jährige Hauptdarsteller Nick Robinson spielte 2018 die Titelrolle in "Love, Simon": Auch in diesem Film entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen zwei schwulen Teenagern, die sich nur online kennen. Viel offensichtlicher scheint sich "Voicemails for Isabelle" jedoch an einem deutschen Vorbild orientiert zu haben: In "SMS für dich" spielte Karoline Herfurth (auch Regie und Drehbuch) eine Frau, die nach dem Tod ihres Verlobten weiterhin SMS an ihn versendet, die letztlich bei einem Fremden (Friedrich Mücke) landen. 2023 wurde der Stoff unter dem Titel "Love Again" mit Priyanka Chopra Jonas, Sam Heughan ("Outlander") und Céline Dion als sie selbst in den Hauptrollen fürs internationale Publikum adaptiert. "SMS für dich" weist zudem Ähnlichkeiten zu den Filmklassikern "e-m@il für Dich" (1998) und "Schlaflos in Seattle" (1993) mit Tom Hanks und Meg Ryan auf.

"Nur für dein Leben" - Netflix

Von wohl keinem Bestseller-Autoren wurden in den vergangenen Jahren mehr Romane von Streamingdiensten adaptiert wie von Harlan Coben. Im August 2018 schloss Netflix einen Exklusivvertrag mit dem heute 64-Jährigen über die Verfilmung von 14 seiner Bücher. Nummer 13, "Nur für dein Leben", ist ab Donnerstag, 18. Juni, zu sehen.

Erzählt wird die Geschichte von David Burroughs (Sam Worthington, "Avatar"), der wegen des Mordes an seinem damals dreijährigen Sohn Matthew im Gefängnis sitzt. Fünf Jahre sind seit der Tat bereits vergangen, als David Besuch von seiner Ex-Schwägerin Rachel Mills (Britt Lower) bekommt. Der Anlass für ihren Besuch ist unglaublich, denn die in Ungnade gefallene Journalistin zeigt ihm ein Foto seines Sohnes, der darauf quickklebendig wird. Kann es wirklich sein, dass all die schrecklichen Spuren im Kinderzimmer damals gefälscht waren, dass Matthew gar nicht ermordet, sondern von einem Unbekannten erntführt wurde? Und falls ja: Warum hat dieser Unbekannte David dann für einen Mord, den es nie gab, ins Gefängnis gehen lassen?

Um diese Fragen beantworten zu können, muss David aus dem Gefängnis ausbrechen. Unterstützung erhält er nicht nur von Rachel, sondern auch von deren Ex-Freund Hayden (Milo Ventimiglia, "Gilmore Girls", "This Is Us") und Davids Ex-Frau Cheryl Dreason (Erin Richards), "Nur für dein Leben" umfasst achte Episoden, die alle gleichzeitig veröffentlicht werden.

Quelle: teleschau – der mediendienst