Betrug, Mord und Entführung: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

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"Take the Money and Run"
Ruja Ignatova (Nilam Farooq), oft als Krypto-Queen bezeichnet, verschwand 2017 spurlos und steht heute auf der Fahndungsliste des FBI.
ZDF und Mathias Bothor/Serviceplan
"His & Hers"
Der Polizist Jack Harper (Jon Bernthal) und die Nachrichtensprecherin Anna (Tessa Thompson) suchen beide einen Mörder.
Netflix
"Girl Taken"
Jahrelang war Lily (Tallulah Evans) in den Fängen ihres Lehrers Rick Hansen, doch dann gelingt ihr die Flucht.
Paramount
"M3GAN 2.0"
M3GAN (Amie Donald) ist wieder da, um eine noch bösere Künstliche Intelligenz aufzuhalten.
2025 UNIVERSAL STUDIOS.

In der ZDF-Serie "Take the Money and Run" spielt Nilam Farooq eine weltbekannte Betrügerin, während die Romanverfilmung "His & Hers" bei Netflix vom erbitterten Kampf einer Journalistin für die Wahrheit erzählt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Viele berühmte Betrugsfälle und Finanzskandale des 21. Jahrhunderts, von Wirecard bis zur Bankenkrise rund um die Lehman Brothers-Pleite wurden bereits für den Film adaptiert. Da ist zum Beispiel der Oscar-prämierte Finanzmarkt-Swindle "The Big Short" oder die beiden Betrügerinnen-Serien The Dropout (2022) über Elizabeth Holmes und ihr gefälschtes Bluttest-Startup Theranos mit Amanda Seyfried oder "Inventing Anna" (2022) über Anna Sorokin, die sich als reiche Erbin ausgab und in New York Betrügereien beging. Normalerweise müsste sich mittlerweile auch "Fake!" mit Kate Winslet über die deutsch-bulgarische Krypto-Betrügerin Ruja Ignatova einreihen. Aus dem 2020 verkündeten Filmprojekt ist jedoch bis heute nichts geworden - warum auch immer. So überließ man nach mehreren Dokus und Doku-Serien über jene Frau, die das FBI als eine der "most wanted women" der Welt ausweist, das Fiction-Feld vorerst dem ZDF: "Take the Money and Run" ist demnächst in der ZDFmediathek zu sehen. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"Take the Money and Run" - ZDFmediathek

Die sechsteilige Serie "Take the Money and Run" mit Nilam Farooq in der Hauptrolle ist ab Montag, 5. Januar, in der ZDFmediathek abrufbar. Das Drehbuch von Judith Angerbauer und Boris von Sychowski führt die hochbegabte Ruja als Zehnjährige ein. Mit Vater, Mutter und dem kleinen Bruder emigriert sie 1990 von Bulgarien in den Schwarzwald. Der Vater will hier das Versprechen des Kapitalismus einlösen und als Unternehmer reich werden - was jedoch scheitert. Ein Trauma für die hochbegabte Ruja, die ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung erhält und Rechtswissenschaft an der Universität Konstanz studiert. 2005 macht sie dort auch ihren Doktor.

Ab 2014 will die selbstbewusste Ruja als Unternehmerin durchstarten: OneCoin heißt ihre Kryptowährung, für die es jedoch nicht so läuft, weswegen sie das Unternehmen als getarnten Betrug groß werden lässt. Statt einer echten Blockchain wurden wertlose "Token" über ein Schneeball- oder Pyramidensystem verkauft, meist verpackt als angebliche Schulungspakete. Als das Fake-Geschäftsmodell aufflog, verschwand Ruja Ignatova 2017 bis heute spurlos - und nahm ein Vermögen in Millardenhöhe mit in den Untergrund.

Vielleicht wäre eine zugegebenermaßen hochspekulative Serie über das Verschwinden der Ruja Ignatova und ihr Leben in der Nichtexistenz die spannendere Serie gewesen. Nach dem Motto: Wie schafft man es heutzutage, über viele Jahre als meistgesuchte Frau der Welt im Verborgenen mit Milliarden zu leben - und nicht entdeckt zu werden. Stattdessen hat sich das ZDF für eine konventionelle Erzählung über Aufstieg und Fall einer Frauenfigur entschieden. Hier knallen die Champagner-Korken, werden die armen Leute betrogen und schmierige Allianzen geschmiedet. Alles befeuert vom Ehrgeiz der Hauptfigur, die keine Gefangenen macht, wenn es um Erfolg geht. Warum sie das tut, bleibt unklar.

"His & Hers" - Netflix

Von anderen Menschen will Eigenbrötlerin Anna (Tessa Thompson, "Thor: Ragnarok") nichts wissen. Von Angehörigen, Freunden und auch ihrem Beruf zieht sich die junge Frau in Atlanta zunehmend zurück. Erst ein Mord in ihrem verschlafenen Heimatort Dahlonega erregt die Neugierde der Nachrichtensprecherin. Als sie nachforscht, trifft sie auf Polizist Jack Harper (Jon Bernthal, "The Punisher"), ihren Ex-Mann. Schon bald verdächtigen sich die beiden gegenseitig. Denn: Jede Geschichte hat zwei Seiten, und es gibt immer jemanden, der nicht die Wahrheit sagt ...

Die von Dee Johnson und Bill Dubuque kreierte Thrillerserie "His & Hers" gibt es ab Donnerstag, 8. Januar, bei Netflix zu sehen. Regie führten William Oldroyd und Anja Marquardt. Die sechsteilige Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alice Feeney, die als Journalistin lange für die BBC tätig war. In weiteren Rollen sind unter anderem Pablo Schreiber ("Skyscraper"), Crystal Fox ("Big Little Lies") und Sunita Mani ("The Roses") zu sehen.

"Girl Taken" - Paramount+

"Es gab immer nur mich, Mom und Lily", sagt Abby (Delphi Evans) in der Miniserie "Girl Taken" (ab Donnerstag, 8. Januar, bei Paramount+). Gemeinsam führten die drei ein harmonisches Leben in einer ruhigen englischen Kleinstadt. Doch eines Nachts kommt ihre Zwillingsschwester Lily (Tallulah Evans) plötzlich nicht mehr nach Hause. Was ist dem Mädchen zugestoßen? Während viele glauben, Lily sei von zu Hause weggelaufen, weiß es ihre Mutter Eve (Jill Halfpenny) besser: "Sie würde nicht einfach so verschwinden!"

Und sie hat Recht: Lily wird jahrelang von ihrem Lehrer Rick Hansen (Alfie Allen, "Game of Thrones") festgehalten. Als es ihr schließlich gelingt, sich zu befreien, wird längst nicht alles gut: Zurück in Freiheit kämpft sie nicht nur mit ihrem Trauma, sondern auch mit der Rückkehr in eine für sie ganz neue Realität. Werden sie, ihre Mutter und ihre Zwillingsschwester wieder zueinanderfinden, während Lilys Peiniger weiterhin auf freiem Fuß ist?

Die sechsteilige britische Pyschothrillerserie "Girl Taken" basiert auf dem Roman "Baby Doll" von Hollie Overton.

"M3GAN 2.0" - WOW

Sollte man die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz stärker regulieren? Die Frage wird seit einigen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert. Wer 2022 den Science-Fiction-Horrorfilm "M3GAN" im Kino sah, dürfte in der Sache eine klare Meinung haben: Ja, ganz stark regulieren! Eigentlich zur Betreuung eines Waisenmädchens entwickelt, entpuppte KI-Android M3GAN sich schnell als brutale Killermaschine. Mehrere Menschen starben, dann wurde M3GAN selbst zerstört. Aber jetzt ist sie wieder da. In "M3GAN 2.0" (ab Donnerstag, 8. Januar, bei WOW) hat ein skrupelloses Verteidigungsunternehmen das, was von der alten M3GAN-Software noch übrig war, stibitzt und basierend darauf Amelia (Ivanna Sakhno) entwickelt: eine KI-gesteuerte Killer-Spionin, die bald außer Kontrolle gerät. Also wird die alte M3GAN (Amie Donald) reaktiviert und mit ein paar speziellen Upgrades versehen, um Amelia aufzuhalten.

Regisseur und Autor Gerard Johnstone, der auch schon den ersten Teil inszenierte, streut viel makabren Humor in sein Sequel ein und zeichnet M3GAN als eigenwillige Künstliche Intelligenz, der man bis zuletzt nicht richtig trauen kann. "Ich habe fast keine Freude daran", kommentiert sie zwischendurch ihre neue, wieder sehr blutige Verwüstungs-Tour - die Betonung liegt dabei klar auf "fast".

Quelle: teleschau – der mediendienst